So kann Ihr Unternehmen von der Reduzierung der EEG Umlage profitieren

12.01.2016 15:49:37 von David Wagenblass

EEG-Umlage Reduzierung bzw. BefreiungDurch die Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) werden die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Ziele der Energiewende unterstützt. Stromintensive Unternehmen können die verhältnismäßig hohe Umlagen-Belastung durch eine sogenannte Ausgleichsregelung mindern. Im folgenden Artikel erklären wir Ihnen, unter welchen Voraussetzungen Ihr Unternehmen von einer reduzierten EEG Umlage profitieren kann und zeigen Ihnen den Weg zu einer möglichen Ersparnis.

Was ist die EEG Umlage?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt u.a. die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz. Den Betreibern von Erzeugungsanlagen wird eine finanzielle Förderung in Form einer Einspeisevergütung oder Marktprämie garantiert. Der Strom aus diesen Anlagen wird an der Börse verkauft, wobei der Erlös dabei niedriger ist als die Vergütung an die Anlagenbetreiber. Die Differenz zwischen diesen beiden Preisen wird als EEG Umlage auf alle Stromendverbraucher (also auch auf Unternehmen) verteilt. Die vier Übertragungsnetzbetreiber errechnen jedes Jahr Mitte Oktober, wie hoch die EEG Umlage im Folgejahr sein muss, um die Kosten zu decken. Die Höhe der EEG-Umlage in Eurocent pro Kilowattstunde hängt auch von der Strombezugsmenge ab. Sie wird von den Energieversorgungsunternehmen an die Endverbraucher weitergereicht.

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Besondere Ausgleichsregelung für stromkostenintensive Unternehmen

Aufgabe des EEG ist es, die Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien angemessen zu verteilen und alle Stromverbraucher daran zu beteiligen. Gleichzeitig soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erhalten bleiben. Das gilt vor allem für Unternehmen, die für ihre Produktion große Strommengen benötigen und bei denen die Kosten für Energie einen großen Anteil an den Produktkosten ausmachen. Sie sind am ehesten von zusätzlichen Belastungen betroffen und könnten ihre Produktion ins Ausland verlagern.

Um auch solche Unternehmen in Deutschland zu halten, gibt es mit der Besonderen Ausgleichsregelung eine Entlastungsmöglichkeit für stromkostenintensive Bereiche. Diese Regelung sieht vor, dass Unternehmen bestimmter Branchen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage stellen können. Eine vollständige Befreiung von der EEG-Umlage ist aber auch nach der Ausgleichsregelung nicht möglich, die Umlage wird lediglich reduziert. Dies erfolgt auf der Grundlage bestimmter Unternehmenskennzahlen und wird für das Kalenderjahr, welches dem Antragsjahr folgt, gewährt. Eine rückwirkende Erstattung von geleisteten Umlagezahlungen ist nicht möglich. Eine förmliche Bescheinigung über die Reduzierung erhalten die Unternehmen von ihrem Energieversorger und dem zuständigen Übertragungsnetzbetreiber. 

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Welche Unternehmen sind antragsberechtigt?

Die Begrenzung der Kosten erhält ein berechtigtes Unternehmen gemäß § 64 Absatz 1 Nr.2lit.a) EEG 2017 nur beim Nachweis der folgenden Punkte.

  1. Die im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr nach § 64 Absatz 1 Nr.2lit.a) EEG 2017 umlagepflichtige und selbst verbrauchte Strommenge an einer Abnahmestelle muss mehr als 1 Gigawattstunde betragen haben. 

  2. Die Stromkostenintensität muss
 a) bei einem Unternehmen das einer Branche der Liste 1 zuzuordnen ist, 
mindestens 14 % betragen oder
 b) bei einem Unternehmen, das einer Branche der Liste 2 zuzuordnen ist, 
mindestens 20 % betragen. 

  3. Das Unternehmen betreibt ein zertifiziertes Energie- bzw. Umweltmanagementsystem in der jeweils aktuell geltenden Fassung. Alternativ kann es ein System zur Verbesserung der Energieeffizienz nach § 3 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) betreiben. Diese Alternative greift aber nur bei Unternehmen die im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr weniger als 5 Gigawattstunden Strom verbraucht haben.

Erfahren Sie in meinem Beitrag über die EEG Novelle, was sich für 2017 ändert. In den beiden Whitepaper Abgaben und Umlagen für 2016 sowie Abgaben und Umlagen für 2017 finden Sie alle Informationen zu den verschiedenen Abgaben übersichtlich zusammengefasst. 

Wie läuft die Beantragung ab?

Das Antragsverfahren wird elektronisch über das BAFA-Portal ELAN-K2 abgewickelt. Unternehmen, die von der Reduzierung der EEG-Umlage profitieren möchten, benötigen folgende Unterlagen zur Beantragung:

  • Stromlieferverträge für das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr
  • Stromrechnungen für das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr
  • Testat des Wirtschaftsprüfers/vereidigten Buchprüfers
  • Nachweis eines zertifizierten Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001
  • Jahresabschluss für das letzte/die letzten abgeschlossene(n) Geschäftsjahr(e)
  • persönliche Erklärung im Rahmen des elektronischen Verfahrens

Achtung: Ab 2017 gibt es eine neue Abrechnungssystematik. Ihr Energieversorger ist nicht mehr für die Abführung der EEG-Abgabe zuständig. Sie müssen die Umlage direkt an Ihren Übertragungsnetzbetreiber entrichten.

Sie möchten sich intensiver mit den Voraussetzungen für eine Reduzierung der EEG Umlage für Ihr Unternehmen beschäftigen? Finden Sie mit Hilfe unseres kostenfreien Whitepapers zur EEG Umlage heraus, wie und in welcher Höhe Ihr Unternehmen von der besonderen Ausgleichsregelung profitieren kann. Zusätzlich finden Sie in meinem Beitrag "fünf wichtige deutsche Energie Blogs" interessante Energie Blogs, welche ebenfalls Informationen zu diesem Thema liefern.

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Themen: Steuern, Abgaben und Umlagen, Erneuerbare Energie

David Wagenblass

Autor: David Wagenblass

David Wagenblass ist seit vielen Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Der Energieexperte berät u.a. Verbände in Energiefragen und hält regelmäßig Vorträge zur Kostenreduzierung im Energieeinkauf sowie durch Energieeffizienzlösungen. Darüber hinaus ist er der erste Ansprechpartner in Energiefragen für rund 10.000 Verbandsmitglieder in Deutschland. T : +49 621 290-1695 E-Mail: david.wagenblass@mvv.de

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