Energielösungen

Strompreis 2018: Wohin geht die Reise?

Winter 2017/18
Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte: Diese vier Faktoren machen mehr als drei Viertel des Strompreises aus. Erstmals seit Jahren sinken 2018 die Umlagen – warum wird Strom wohl dennoch teurer?
 
Stichwort Umlagen. Es ist ein kleiner Kreis von Unternehmen, der für ihre Festlegung verantwortlich ist. Deutschlandweit gibt es vier überregional tätige Übertragungsnetzbetreiber, die auf der Basis von Prognosen und Expertengutachten die Höhe der Umlagen ermitteln: Neben der EEG-Umlage sind das die Offshore-Haftungsumlage, die KWKG-Umlage, die Umlage nach § 19 der Strom-Netzentgeltverordnung und die Umlage für abschaltbare Lasten.

Netzentgelte treiben Strompreis in die Höhe

Die gute Nachricht ist: Für 2018 sinken die Umlagen für Unternehmen und Verbraucher um insgesamt 1,7 Prozent auf dann 7,555 Cent/kWh. Mit der Stromsteuer und der Konzessionsabgabe bleiben die Steuern und Abgaben auf hohem Niveau stabil – können wir uns also 2018 über sinkende Strompreise freuen?
 
Voraussichtlich nicht, denn die Netzentgelte steigen in den westdeutschen Bundesländern seit 2011 sukzessive an, je nach Region im nächsten Jahr voraussichtlich zwischen 9 und 45 Prozent. Damit machen die Netzentgelte rund ein Viertel des Strompreises aus.
 
Auch der Ausblick ist verhalten. Die steigenden Anforderungen an die Netze durch die dezentrale Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien und die neuen Nord-Süd-Trassen erfordern hohe Investitionen: Experten gehen davon aus, dass die Netzentgelte auch über 2019 hinaus weiter steigen werden.
 

Bleiben noch die „eigentlichen“ Kosten für die Stromerzeugung und den Vertrieb. Diese machen nur noch ein knappes Viertel des gesamten Strompreises aus. Die Preistendenz ist für 2018 weitgehend stabil, was im Umkehrschluss allerdings auch keinen insgesamt sinkenden Strompreis erwarten lässt.

Wohin also geht die Reise beim Strompreis?

Die Verbraucher können für 2018 voraussichtlich nicht auf spürbare Entlastungen hoffen. Auch längerfristig lassen die Kostenprognosen für den mittel- und langfristigen Umbau der Netze keine spürbaren Entlastungen erwarten, zumal auch die Umlagen ab 2019 wieder steigen könnten. So wird die EEG-Umlage bei einem weiterhin ehrgeizigen Ausbau der erneuerbaren Energien aktuellen Prognosen zufolge erst ab 2023 kontinuierlich sinken. Der Grund: Ab diesem Zeitpunkt fallen die Erneuerbaren-Energien-Anlagen mit hohen Vergütungsansprüchen aus den Anfangsjahren des EEG nach und nach aus der EEG-Vergütung. Dies wird sich dann auch positiv auf die Stromkosten auswirken. Verbrauchssenkung und Effizienzsteigerung bleiben also auf der Tagesordnung der deutschen Unternehmen für 2018 – und darüber hinaus.

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