Best Practices

Rechenzentrum – sicher und energieeffizient?

Frühjahr 2018
Rechenzentren sind Energiefresser. In der Bankenstadt Frankfurt etwa verursachen sie rund ein Fünftel des gesamten städtischen Strombedarfs. Zugleich steigen die Anforderungen an ihre Leistung und Sicherheit dramatisch. Wird der Energieverbrauch in Rechenzentren also immer weiter in die Höhe klettern? Schließen sich Sicherheit und Energieeffizienz gar aus? Das Gegenteil ist richtig. Wer die Effizienz intelligent verbessert, kann die Verfügbarkeit sogar steigern und damit die Sicherheit erhöhen.

Verfügbarkeit macht den Unterschied

„Die hohe Verfügbarkeit von Anlagen und Systemen wird im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung immer wichtiger“, sagt Peter Wäsch vom Rechenzentrumsanbieter Data Center Group, einem Partner der MVV. In praktisch jedem Unternehmen werden immer mehr Geschäftsprozesse digital unterstützt und sollen jederzeit zuverlässig laufen. Der Energiebedarf in den Serverräumen steigt dementsprechend weiter an.

 

Peter Wäsch

Sicherheit und Energieeffizienz im Rechenzentrum schließen sich nicht aus, im Gegenteil, so Peter Wäsch, Sales Director DC-Datacenter-Group GmbH.

 

„Richtig eingesetzte Redundanz im Rechenzentrum kann die Verfügbarkeit erhöhen und zugleich Energie sparen.“

Die größten Energiefresser im Rechenzentrum

Doch wo lohnt es sich anzusetzen, um die Energieeffizienz zu erhöhen? Eine Orientierung bietet eine Auswertung der Data Center Group auf Basis noch nicht optimierter Rechenzentren. Sie zeigt, dass rund die Hälfte des Stromverbrauchs direkt auf Server und anderes IT Equipment entfällt. Für die Kühlung und die Verteilung der Luft werden 32 Prozent des bezogenen Stroms im Rechenzentrum benötigt (siehe Grafik). Das ersetzt jedoch nicht den Blick auf den eigenen Verbrauch. Unternehmen sollten den tatsächlichen Energiebedarf in ihrem Rechenzentrum systematisch und mit professioneller Unterstützung unter die Lupe nehmen. So erhalten Betreiber eine fundierte Grundlage, um die größten Energiefresser zu enttarnen und ein schlüssiges Energiemanagementkonzept in die Tat umzusetzen.
 

Verteilung der Stromkosten im Rechenzentrum

Verteilung der Stromkosten im Rechenzentrum

Quelle: Data Center Group

Beispiel 1: Intelligente Redundanz

Lässt ein Betreiber etwa alle im Rechenzentrum vorhandenen Umluftklimageräte laufen, auch die redundanten, steigt die Energieeffizienz. Das klingt paradox – doch die Lüfter der Geräte kommen dann mit einer geringeren Drehzahl aus. Gleichzeitig wird so die Verfügbarkeit erhöht, weil längere Standzeiten und damit verbundene Probleme vermieden werden. So kann intelligent eingesetzte Redundanz den scheinbaren Widerspruch von Sicherheit und Energieeffizienz auflösen.

 

Beispiel 2: Geschickt konzipierte Modularität

Modularität wird in Rechenzentren zunächst einmal aus Sicherheitsgründen eingesetzt: Übernehmen mehrere kleinere Anlagen die Aufgaben einer großen, ist der Ausfall einer Anlage leichter zu verkraften. „Ein Paradebeispiel dafür sind USV-Anlagen, die eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sichern“, sagt Peter Wäsch, denn: „Mit einem modularen Konzept ist die Auslastung besser.“ Nicht benötigte Module können abgeschaltet oder müssen gar nicht erst in Betrieb genommen werden. Geschickt konzipiert, lässt sich so Energie sparen und die Verfügbarkeit des Gesamtsystems erhöhen.
 

Beispiel 3: Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung

Dahinter steht die Idee, den Strom für das Rechenzentrum über ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW) zu erzeugen. Sorptionskälteanlagen nutzen dann die Abwärme des BHKW, um daraus Kälte zu machen. „Die Netzersatzanlage muss dann im Falle eines Stromausfalls die Kälteerzeugung nicht mehr versorgen“, sagt Wäsch.

Sicherheit und Energieeffizienz passt perfekt

Unter dem Strich steht: Eine hohe Verfügbarkeit und mehr Energieeffizienz lassen sich exzellent verbinden. Die Voraussetzung dafür ist das richtige technische Konzept, damit sich die Investitionen rechnen.

Hintergrund: Data Center Group

Die Data Center Group plant, errichtet und betreibt Rechenzentren für Firmen und öffentliche Einrichtungen. Das 2005 gegründete Unternehmen mit Sitz im rheinland-pfälzischen Wallmenroth ist international tätig. Es beschäftigt derzeit rund 180 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von knapp 60 Millionen Euro. In den zurückliegenden 12 Jahren hat das Unternehmen mehr als 1.000 Hochleistungsrechenzentren realisiert. Damit zählt es zu den führenden Anbietern für Rechenzentrumsleistungen in Deutschland und Österreich.
 
Seit Oktober 2017 ist MVV mit 25,1 Prozent an dem Rechenzentrumsbetreiber beteiligt. Die beiden Unternehmen wollen künftig gemeinsam kundenindividuelle Rechenzentren mit höchsten Ansprüchen an Sicherheit, Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz anbieten und betreiben.
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