Hands-on: Digitalisierung ohne Sicherheitsrisiko

31.10.18 12:37 von Esther Gensrich

Digitalisierung und IT-SicherheitMehr Effizienz durch vereinfachte Prozesse, Vernetzung und Automatisierung sowie erhöhte Transparenz dank verbesserter Kommunikation: Die Liste der Vorteile und Chancen der digitalen Transformation ist lang. Ihnen gegenüber stehen die Risiken, die sich durch den intensiven Wettbewerb und die höhere Komplexität ergeben. Was können Unternehmen tun, damit die Digitalisierung zum Erfolg und nicht zum Sicherheitsrisiko wird?

IT-Sicherheit: die Basis für eine erfolgreiche Digitalisierung?

Um im Zuge der Digitalisierung nicht den Anschluss zu verlieren, ist die Sicherheit von IT-Systemen entscheidend. Das mag für manche überraschend klingen, galt das Thema IT-Sicherheit bisher doch oft eher als lästiger Kostenfaktor. Doch diese Ansicht lässt sich in der heutigen Zeit nicht mehr halten. Denn die neuen Technologien sorgen nicht nur für enorme Effizienz- und Flexibilitätssteigerungen, sie bergen auch neues, bisher unbekanntes Gefahrenpotenzial und IT-Risiken: Je stärker Unternehmensprozesse digitalisiert, verzahnt und vernetzt werden, desto größer ist die Angriffsfläche für unbefugte Zugriffe.

Charakteristisch für die Digitalisierung ist die Erzeugung, Analyse und Nutzung von großen Datenmengen sowie deren Vernetzung. Damit werden Prozesse in allen Unternehmensbereichen optimiert und vereinfacht. Voraussetzung ist, dass sich die vertraulichen elektronischen Informationen in einem geschützten System bewegen. Dies erfordert eine flexible IT-Architektur, neue IT-Sicherheitsstrategie und den Einsatz entsprechender Technologien, die über Unternehmensgrenzen hinweg etabliert werden müssen.

Somit macht Sicherheit eine sinnvolle Nutzung der Digitalisierung erst möglich. Um also auch in Zukunft souverän handlungsfähig zu bleiben und die Wettbewerbschancen im digitalen Zeitalter nutzen zu können, müssen Unternehmen die Rolle der IT-Sicherheit überdenken: Sie dient nicht mehr alleine dem Schutz vor externen, unbefugten Zugriffen oder dem Datenmissbrauch, sondern gilt als Wegbereiter für schnelle digitale Business-Prozesse. Denn ein Mindeststandard an IT-Sicherheit sorgt für Vertrauen in Ihre IT-Lösungen – und Vertrauen ist die Basis für Wachstum und Effizienzgewinne. Aber wie können Digitalisierung und IT-Sicherheit gemeinsam und koordiniert angegangen werden?

Klare IT-Verantwortlichkeiten sind das A und O

Nach mir die Sintflut? Wenn es um das Digitalisierung und IT-Sicherheit geht, funktioniert das nicht. Hier muss es klare Verantwortlichkeiten im Unternehmen geben. Ansonsten ist die Gefahr, wichtige Entwicklungen zu verpassen und das Unternehmen damit unkalkulierbaren Risiken auszusetzen, zu groß.

Da auch Defizite im Bereich IT-Sicherheit Risiken bergen, ist es die erste Pflicht des Geschäftsführers einer GmbH oder des Vorstands einer Aktiengesellschaft, für die Einführung eines funktionierenden IT-Risiko- und Sicherheitsmanagements zu sorgen und die Verantwortlichkeiten dafür klar zu regeln. Dabei geht es keinesfalls darum, auf alle Fragen selbst eine Antwort zu haben oder die technologischen Aspekte bis ins Detail zu verstehen. Vielmehr sollten Sie mit strategischen Entscheidungen die Digitalisierung und das Thema IT-Sicherheit voranbringen und damit Impulse auf allen Geschäftsebenen setzen.

Bei der Einführung eines IT-Sicherheitsmanagement ist es sinnvoll ein IT-Team aus Mitarbeitern und qualifizierten IT-Fachkräften zusammenzustellen und mit ausreichend Ressourcen zu versorgen. Ernennen Sie außerdem eine Person, welche für das Thema IT verantwortlich ist und als Ansprechpartner für Mitarbeiter oder externe IT-Dienstleister dient. Diese zentrale IT-Kontaktperson sollte über das notwendige IT-Know-How verfügen und einen guten Überblick über die gesamten Geschäftsprozesse haben.

Entwickeln Sie eine IT-Strategie

Beauftragen Sie Ihr IT-Team, eine umfassende Analyse des aktuellen Stands der IT-Landschaft und deren Sicherheit zu machen.

  • Welche Prozesse laufen gut?
  • Wo verbergen sich IT-Risiken?
  • Welche Digitalisierungsprojekte sind noch geplant?
  • Inwieweit unterstützt die IT die bestehenden Geschäftsziele?

Auf den Ergebnissen dieser Analyse können Sie die IT-Strategie für Ihr Unternehmen aufbauen. Diese sollte sich unbedingt an den Geschäftszielen ausrichten und in der Gesamtstrategie des Unternehmens verankert werden. Indem Sie Aufgaben und Maßnahmen priorisieren sowie bereits bei der Einführung neuer Produkte oder Technologien das Thema Sicherheit mit einbeziehen, vermeiden Sie Fehlinvestitionen und stellen den Wertbeitrag der IT am Unternehmenserfolg sicher. Im Zweifel kann Ihnen auch ein IT-Sicherheitsbeauftragter bei der Entwicklung einer IT-Strategie helfen.

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Holen Sie sich objektiven Rat

Wir alle kennen es: der Geschäftsalltag führt manchmal dazu, dass wir Dinge sehr einseitig und subjektiv betrachten. Deshalb sollten sich in regelmäßigen Abständen Experten von außerhalb ins Boot holen. Ein objektiver Blick kann oftmals sehr hilfreich sein, um das eigene IT-Sicherheitsniveau besser einschätzen zu können und neue Ideen für digitale Prozesse zu gewinnen.

Schulen Sie Ihre Mitarbeiter

Der “Faktor Mensch” spielt immer dann eine entscheidende Rolle, wenn Cyberkriminelle über Social Hacking versuchen, in ein fremdes Computersystem oder Netzwerk einzudringen. Bei dieser Methode manipulieren die Angreifer ihre Ziele durch verschiedene Techniken, um so ein bestimmtes Verhalten hervorzurufen. Die am weitesten verbreitete Art sind gezielte Phishing-Angriffe. Dabei spionieren die Angreifer ihre Opfer aus, täuschen Identitäten vor oder nutzen Verhaltensweisen wie Autoritätshörigkeit aus. Über gefälschte E-Mails, Webseiten oder Telefonanrufe versuchen sie, an persönliche Daten des Benutzers zu gelangen oder eine Aktion auszulösen - etwa die Überweisung einer Geldsumme.

Ein solcher Angriff kann all diejenigen in Ihrem Unternehmen treffen, die in irgendeiner Form mit der IT in Berührung kommen. Daher ist es äußerst wichtig, alle Mitarbeiter für das Thema IT-Sicherheit zu sensibilisieren. In IT Security Awareness Schulungen wird mit Hilfe von Live-Demos und Praxisbeispielen ein grundlegendes Verständnis für IT-Sicherheit vermittelt. Außerdem lernen Ihre Mitarbeiter, wie sie potenzielle Gefahren erkennen und abwehren können.

Fazit

Wenn Sie IT-Sicherheit als Wegbereiter für Ihre digitalen Wachstumsstrategien betrachten, können Sie von den Chancen der Digitalisierung profitieren. Denn nur, wenn Sie Ihren Systemen vertrauen können, sollten digitale Prozesse und Technologien eingeführt werden. Und genau solche Innovationen sind es, die Wettbewerbschancen erhöhen und das Wachstum von Unternehmen im digitalen Zeitalter antreiben.

Themen: Trends und Wissenswertes

Esther Gensrich

Autor: Esther Gensrich

Esther Gensrich ist seit 2003 für die MVV Energie Gruppe tätig. Dort verantwortet sie aktuell im Business Development das strategische Marketing für Geschäftskunden. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von zukunftsorientierten und digitalen Marketingkonzepten. T +49 621 290-1625 E-Mail e.gensrich@mvv.de

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