Energie sparen zu Hause: Tipps zu Heizen, Lüften und Wasserverbrauch

01.12.16 15:45 von David Wagenblass

Energiesparen durch richtiges Heizen und Lüften

84 % der Energiekosten in einem privaten Haushalt entfallen auf Heizung und Warmwasser. Besonders viel Energie verpufft im Winter, wenn es draußen richtig kalt wird. Wer will schon frieren? Also schnell den Heizkörper hochdrehen, und schon ist es herrlich warm. Doch gerade in der kalten Jahreszeit lohnt es sich, beim Heizen aufzupassen: Schon ein Grad weniger in der eigenen Wohnung spart rund sechs Prozent Energie und somit Kosten. Unsere Energiespar-Tipps zeigen Ihnen, wie Sie richtig Heizen, Lüften und durch einen energieeffizienten Umgang mit Warmwasser Ihr privates Budget deutlich entlasten. Sie möchten auch Ihre Stromkosten senken? Auch dazu finden Sie in Kürze Tipps & Tricks in meinem Blog.

So gelingt das Heizen und Lüften richtig

1. Richtige Temperatur wählen

Wie warm soll es sein? Überhitzte Räume kosten nicht nur viel Geld, sie können auch gesundheitsschädlich sein. Experten raten deshalb zu 20 bis 22 Grad im Wohn-, Kinder- oder Arbeitszimmer. Diese angenehme Temperatur erreichen Sie, wenn Sie das Thermostatventil auf Stufe „3“ stellen. Das wärmste Zimmer sollte das Badezimmer sein: Hier darf es behagliche 23 Grad haben. Alle anderen Zimmer kommen mit deutlich weniger aus. Im Schlafzimmer reichen 15-18 Grad für einen erholsamen Schlaf.

Wer in den Urlaub fährt, sollte die Heizung nicht ganz ausstellen. Wählen Sie am besten die Einstellung „Nacht“ (Mondsichel-Symbol) oder „Frostschutz“ (Eisblumen-Symbol). Die Wohnung kühlt sonst zu stark aus, und es könnte sich Schimmelpilz bilden.

Perfektes Raumklima

2. Temperatur automatisch regeln

Programmierbare Thermostatventile erhöhen und senken automatisch die Temperatur. So heizen Sie nur dann, wenn ein Raum wirklich gebraucht wird. Der Umbau ist einfach: Sie müssen nur einen entsprechenden Thermostatkopf nachrüsten.

3. Stoßlüften statt Dauerlüften

Sorgen Sie mehrmals täglich für Durchzug, im Winter jeweils für etwa 5 Minuten. Öffnen Sie die Fenster dazu ganz weit – am besten auch im gegenüberliegenden Raum und lüften Sie quer. Vermeiden Sie es, Fenster zu kippen, und drehen Sie während des Lüftens die Heizventile runter.

4. Rollläden runter, Türen schließen

Über die Fenster entweicht im Winter viel Energie. Schließen Sie deshalb besonders an kalten Abenden Ihre Rollläden und Jalousien.

Lassen Sie die Türen zu unbeheizten Räumen nicht offen stehen. Die wärmere, deutlich feuchtere Luft zieht sonst aus den warmen Wohnräumen in die kalten Zimmer. Kühlt sie dort ab, besteht Schimmelgefahr.

5. Heizkörper nicht verdecken

Möbel, Gardinen oder Vorhänge vor den Heizkörpern verhindern, dass sich die warme Luft im Raum verteilen kann – bis zu 20 % der Wärme geht dadurch verloren. Das Gleiche gilt für Thermostatventile: Sie müssen die Temperatur frei „fühlen“ können und dürfen nicht verdeckt werden.

6. Heizkörper entlüften

Ihre Heizung gluckert und wird nicht mehr richtig warm? Spätestens jetzt sollten Sie die Luft ablassen. Öffnen Sie dazu einfach das Ventil mit einem Entlüftungsschlüssel, halten Sie ein Gefäß darunter und warten Sie, bis statt Luft nur noch Waser austritt. Eine komfortable Alternative sind vollautomatische Entlüftungsventile, die Sie auch nachträglich an Ihre Heizkörper montieren können. Sie entlüften Ihre Heizkörper automatisch, ohne dass Sie sich darum kümmern müssen.

7. Heizungsanlage warten lassen

Hausbesitzer sollten Ihre Heizungsanlage einmal im Jahr vom Fachmann warten lassen: Das spart bis zu fünf Prozent an Heizkosten. Ein hydraulischer Abgleich vom Fachmann garantiert zum Beispiel die einwandfreie Funktion der Heizkörper. Auch ein verschmutzter Kessel oder ein falsch eingestellter Brenner schlucken viel Energie.

8. Weniger Strom in die Heizung pumpen

Alte Heizungspumpen verbrauchen sehr viel Strom. Sie sorgen dafür, dass das warme Wasser vom Heizkessel zu den Heizkörpern und den Wasserstellen gelangt. Viele ältere Modelle laufen dabei rund um die Uhr und sollten dringend ausgetauscht werden. Moderne Pumpen passen sich dem tatsächlichen Bedarf an und verbrauchen pro Jahr rund 100 Kilowattstunden weniger als veraltete Pumpen. Fragen Sie am besten Ihre Wartungsfirma, ob Ihre Pumpe optimal arbeitet - oder vielleicht erneuert werden sollte.

9. Hinter Heizkörpern dämmen

Heizungen stehen oft in Nischen und die Wände dahinter sind sehr dünn. Dämmen Sie diesen Bereich mit Matten aus Aluminium oder Polystyropor – Sie reduzieren damit den Wärmeverlust hinter dem Heizkörper um bis zu 90 %.

10. Fenster und Türen abdichten

Energieeffizientes Heizen bedeutet auch, die Wärme in den Räumen zu behalten. Dichten Sie deshalb zugige Fenster und Türen ab – mit aufklebbaren Isolierbändern können Sie den Energieverlust schnell stoppen. Neue Fenster können eine Kostenersparnis von bis zu 30 % bringen. Bei undichten Türschwellen helfen bewegliche Dichtprofile oder Bürstendichtungen.

11. Alte Heizungen sind Energiefresser

Ihre Heizkostenrechnung ist extrem hoch? Die Lösung könnte eine neue Heizung sein. Sie spart bis zu 40 % Energie im Vergleich zu einem veralteten Wärmesystem.

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Oft vergessen: Kosten für Warmwasser

15 % des Energieverbrauchs eines Haushalts wird allein für das Erwärmen von Wasser benutzt. Jeder Bewohner benötigt bis zu 50 Liter warmes Wasser pro Tag. Mit unseren Energiespar-Tipps drehen Sie jetzt den Hahn zu.

1. Duschkopf austauschen

Steigen Sie auf einen Sparduschkopf um: Er verbraucht etwa die Hälfte weniger Wasser als ein herkömmlicher Duschkopf.

2. Wasser abstellen

Stellen Sie die Dusche beim Einseifen ab. Auch beim Zähneputzen lohnt es sich, das Wasser zwischendurch abzudrehen. In nur drei Minuten laufen 20 Liter aus dem Hahn.

3. Lieber Duschen statt Baden

Baden ist teuer: Erst bei 120 – 150 Liter Wasser ist die Wanne voll, einmal Duschen verbraucht nur etwa 70 Liter. Auch der Energieverbrauch ist um ein Vielfaches höher: Sie benötigen 4-5 kWh für ein 37 Grad warmes Vollbad, einmal duschen verbraucht nur 1-1,7 kWh Strom.

4. Hände kalt waschen

Seife entfaltet ihre volle Reinigungskraft auch bei kaltem Wasser. Wichtig ist vor allem, dass Sie Ihre Hände mindestens 30 Sekunden sorgfältig einseifen – damit entfernen Sie 99 % aller Bakterien und sparen viel Energie.

5. Neue Armaturen installieren

Einhandmischer regulieren Wassermenge und -temperatur besser als herkömmliche Wasserhähne. Ideal sind Energiespararmaturen: Sie liefern nur warmes Wasser, wenn der Hebel ganz nach links gedreht wird. Auch Selbstschluss-Armaturen sind ideal. Sie können diese so einstellen, dass das Wasser nur wenige Sekunden fließt.

6. Sonnenenergie nutzen

Produzieren Sie Ihren eigenen Strom: Mit Sonnenkollektoren können Sie rund die Hälfte Ihres Energiebedarfs für warmes Wasser abdecken.

Fazit

Mit unseren Energiespartipps für private Haushalte können Sie einfach und schnell Ihren Energieverbrauch senken und gerade im Winter viel Geld sparen. Oft sind dafür keine großen Investitionen notwendig: Bereits kleine Maßnahmen und das richtige Verhalten entlasten Ihr Haushaltsbudget nachhaltig und sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Interessieren Sie sich auch für Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen und passenden Fördermöglichkeiten? Dann lesen Sie meinen Beitrag zu diesem Thema.

Themen: Trends und Wissenswertes

David Wagenblass

Autor: David Wagenblass

David Wagenblass ist seit vielen Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Der Energieexperte berät u.a. Verbände in Energiefragen und hält regelmäßig Vorträge zur Kostenreduzierung im Energieeinkauf sowie durch Energieeffizienzlösungen. Darüber hinaus ist er der erste Ansprechpartner in Energiefragen für rund 10.000 Verbandsmitglieder in Deutschland. T +49 621 290-1695 E-Mail david.wagenblass@mvv.de

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