Smart Metering: Ihr Einstieg in das digitale Messwesen

16.12.21 09:18 von Güngör Saritas

Smart_MeteringNeue Vorschriften und die Entkopplung von Stromerzeugung, -übertragung sowie -verteilung erfordern im Messwesen neue Wege des Datenaustauschs und der Transparenz. Aber: Was bedeuten die Anforderungen für Immobilienbesitzer und Unternehmen? Welche Maßnahmen sind notwendig – und auch sinnvoll? Lesen Sie in diesem Artikel, welche Vorteile das Smart Metering hat und warum Sie mit der Umstellung nicht mehr allzu lange warten sollten.

Die Voraussetzung für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Energieversorgung

Grundvoraussetzung für die Fernauslesbarkeit bzw. Digitalisierung im Messwesen und damit eine regelmäßige Verbrauchs-Bereitstellung ist eine moderne Zählertechnologie. Denn sie ermöglicht eine Vernetzung unterschiedlichster Komponenten und Technologien:

Zwischen Erzeugungsanlagen, Netzkomponenten und Verbrauchsgeräten können Daten ausgetauscht und Prozesse aufeinander abgestimmt und optimiert werden.

Damit soll sich auch das Energienetz weiterentwickeln – von einer überwiegenden Einweg-Kommunikation hin zu einem marktorientierten, dezentral organisierten Kommunikationssystem.

Folgende Gesetze und Verordnungen fordern und fördern diese Digitalisierung des Messwesens:

  • Messstellenbetriebsgesetz (MsbG)
  • Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW)
  • Energieeffizienzrichtlinie (EED)
  • Europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO)
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG)
  • Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
  • Verordnung über die Verbrauchserfassung und Abrechnung bei der Versorgung mit Fernwärme und Fernkälte (FFVAV)
  • Verordnung über allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme (AVBFernwärmeV)
  • Heizkostenverordnung (HeizkostV)

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Erhöhte Anforderungen an die datentechnische Vernetzung des Energiesystems

Speziell zur Heizkostenverordnung gibt es ab Dezember 2021 Neuerungen, die das digitale Messwesen betreffen:

  • die Messgeräte müssen fernablesbar sein (bis spätestens Ende 2026)
  • die Messgeräte müssen interoperabel, also kombinierbar sein (bis spätestens Ende 2026)
  • die Messgeräte müssen an ein Smart-Meter-Gateway (zentrale Kommunikationseinheit) angebunden werden können (bis spätestens Ende 2031)

Welche Vorteile bietet eine digitale Messung?

Smart Meter bieten neben der Zählerfernauslesung weitere nützliche Funktionen, zum Beispiel eine Fehlerüberwachung oder Fernab- und -aufschaltung. Mit ihrer Hilfe lassen sich wertvolle Daten über den Zustand des Verteilnetzes gewinnen und die Einhaltung der zulässigen Spannungspegel kann überwacht werden.

Das digitale Messwesen kann auch nachhaltige Lösungen optimal unterstützen. Smart Metering als Gateway macht auch einen direkten Zugriff auf dezentrale Stromerzeuger oder Lasten möglich.

Smart-Meter-Systeme sind universell einsetzbar und können in alle gängigen Bestandssysteme und -prozesse eingebunden werden:

Wohn- und Gewerbeimmobilien

  • Erfassung aller Medien von Haupt- und Submeter
  • Erstellung von Nebenkostenabrechnungen
  • Aufbau von Nachhaltigkeitsmanagement
  • Liegenschafts- und Mietermanagement
  • Selbstabrechnung für Eigentümer und Verwalter

Multisite Handel, Gewerbe und Filialisten

  • Erfassung aller Medien von Haupt- und Submeter
  • Erstellung von Nebenkostenabrechnungen
  • Einbindung in ERPs
  • Einbindung ins Nachhaltigkeitsmanagement
  • Einbindung ins Energiemanagement
  • Liegenschaftsmanagement
  • Drittmengenabgrenzung

Industrie, Produktion und Einspeiser

  • Erfassung aller Medien von Haupt- und Submeter
  • Einbindung in ERPs
  • Einbindung ins Nachhaltigkeitsmanagement
  • Einbindung ins Energiemanagement
  • Livedaten für eine Kostenoptimierung in der Beschaffung
  • Drittmengenabgrenzung

Öffentliche Institutionen und Kommunen

  • Erfassung aller Medien von Haupt- und Submeter
  • Einbindung in ERPs
  • Einbindung ins Nachhaltigkeitsmanagement
  • Einbindung ins Energiemanagement
  • Einbindung in das kommunale Energiemanagement
  • Liegenschaftsmanagement
  • Drittmengenabgrenzung

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So gelingt der Einstieg in das digitale Messwesen

Mit einem digitalen Messsystem können Unternehmen ebenso wie Privatkunden und öffentliche Einrichtungen ihre Energieverbräuche reduzieren oder zeitlich so verschieben, dass Lastspitzen und Engpässe vermieden werden.

Unser Tipp: eine digitale Dateninfrastruktur und ein reibungsloses Gerätemanagement

Der MVV Partner Qivalo bietet auf Basis des Open-Metering-Systems eine modulare, offene und erweiterbare Plattform. Hier werden alle Zähler und Sensoren unter Berücksichtigung aller Datenschutzaspekte kontinuierlich ausgelesen und verwaltet. Außerdem kümmert sich unser Partner um das richtige Endgerätemanagement und unterstützt die Umgestaltung bestehender Messstrukturen von Anfang an.

In 4 Schritten zum digitalen Messwesen:

Schritt 1: Substitution von Hauptzählern inklusive Einbindung in ein Energiecontrolling

Schritt 2: Ausbau von Submeter für Abrechnung und mehr Transparenz

Schritt 3: Einbindung von digitalen Messdaten in bestehende Systeme wie GLTs, ERPs, Energie- und Nachhaltigkeitsmanagementsysteme

Schritt 4: Ausbau weiterer Sensoren, z. B. für Temperatur, Druck, Füllstand

Die einzelnen Schritte sind voneinander unabhängig und beliebig erweiterbar. Häufig ist der Einstieg kostenneutral und erfordert keine größere Investition.

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Fazit

Smart Metering ist die Basis für die elektronische Vernetzung und eine bidirektionale Kommunikation. Etablieren Sie rechtzeitig eine digitale Dateninfrastruktur und sorgen Sie für ein reibungsloses Gerätemanagement – gerne mit MVV und Qivalo als Ihre Partner.

Smart-Meter-Contracting: die Vorteile von MVV auf einen Blick

  • Pauschale Festpreise gewährleisten Planungssicherheit
  • Erfüllung von Gesetzesanforderungen und Regularien
  • Datenhoheit und Geräte-Monitoring
  • Unterstützung bei Energieeffizienz-Maßnahmen
  • Flexible Erweiterbarkeit der Sensoren
  • Automatisierte, fehlerfreie Verbrauchskostenabrechnung
  • Keine manuelle Ablesung mehr
  • Wegfall bestehender Kosten für Gerätekauf oder -miete
  • Keine Wartungskosten
  • Keine Kosten für defekte Geräte und ihren Austausch
  • Minimal-invasive Digitalisierung von Bestandsbauten und Neubauten

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Themen: Energiemessung

Güngör Saritas

Autor: Güngör Saritas

Güngör Saritas hat bereits in seinem Studium der Wirtschaftsinformatik und Business Information Systems (M.A.) das hohe Potential der Digitalisierung in der Energiewirtschaft für sich entdeckt. Seit mehr als 15 Jahren schreitet er voran in der Prozessoptimierung und -harmonisierung, um die Digitalisierung der Energiewirtschaft voranzutreiben. Neben einer der ersten Apps für B2B-Kunden, dem MVV Energiecockpit, hat er wegweisend das erste SAP CRM on HANA Projekt erfolgreich eingeführt. Seit 2020 ist Güngör Saritas Geschäftsführer bei der Qivalo GmbH, um den Messstellenbetrieb vollständig zu digitalisieren.

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