Was tun, wenn das Gas ausbleibt? Notfallmanagement für Bildung, Verwaltung, Soziales und mehr.

15.09.22 08:25 von Stephan Heinz

GettyImages-517340891_1240x840pxObwohl die Gasspeicherstände sich erhöhen, herrscht trotzdem weiterhin Ungewissheit. Der Winter rückt näher und damit auch der Zeitpunkt der Ausspeicherung. Gleichzeitig ist eine Entspannung der Situation am Energiemarkt noch nicht in Sicht. Was passiert also, wenn doch noch die höchste Eskalationsstufe des Notfallplanes Gas ausgerufen wird: die Notfallstufe? Das hieße, dass verschiedene Betriebe und Unternehmen weniger Gas geliefert bekämen, als sie für die reguläre Arbeit brauchen. Wie kann man darauf reagieren? Das erfahren Sie in diesem Blog.

 

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Sobald die Notfallstufe eintritt, wird die Bundesnetzagentur zum „Bundeslast­verteiler“. Das heißt, dass sie in enger Abstimmung mit den Netz­betreibern Bezugsreduktionen verfügen kann. Wen diese Reduktionen betreffen? Pauschal kann man sagen: alle nicht besonders geschützten Verbrauchsgruppen. Die geschützten Bereiche sind:

  • Private Haushalte
  • Kleine und mittlere Unternehmen aus Gewerbe, Handel und Dienstleistung
  • Systemrelevante soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Rettungsdienste,
    Pflegeeinrichtungen etc.
  • Gaskraftwerke, die zugleich auch der Wärmeversorgung von Haushalten dienen
    (Fernwärmeanlagen) – wenn kein Wechsel des Brennstoffes möglich ist

Sind also Schulen betroffen? Universitäten? Was ist mit Wohnheimen und der Wohnungswirtschaft? Wie sieht es mit nicht grundlegenden sozialen Einrichtungen aus oder in der Verwaltung? In all diesen Bereichen und noch weiteren drohen Kürzungen der Lieferung. Darauf können Sie sich aber vorbereiten – damit Sie im Fall des Falles wissen, welche Maßnahmen bei Ihnen schnell und sicher Energie einsparen.

Sorgen Sie vor – das Notfallmanagement

Die Funktion eines Notfallmanagements ist schnell erklärt: Es stellt einen detaillierten Plan dar, der Ihnen – je nach Mangellage – eine intelligente Abschaltstrategie für einzelne Bereiche vorschlägt. Wichtig: Diese Strategie muss auf Ihre individuelle Situation angepasst sein. Ein cleveres Notfallmanagement ist auch keine fixe To-do-Liste, an die Sie sich halten müssen. Sondern es zeigt Ihnen verschiedenste Optionen, die Sie haben. In unserem Notfallmanagement berücksichtigen wir folgende Stufen:

  • Stufe 0: Gasmangel 0 Prozent
  • Stufe 1: Gasmangel 20 Prozent
  • Stufe 2: Gasmangel 40 Prozent
  • Stufe 3: Gasmangel 60 Prozent
  • Stufe 4: Gasmangel 80 Prozent

Nehmen wir zum Beispiel an, Sie beitreiben eine Bildungseinrichtung und haben einen akuten Gasmangel von 20 Prozent. Dann kann es bereits reichen, wenn Sie

1. Ihre Raumtemperatur um 1 Grad Celsius senken (4 Prozent Ersparnis)

2. Ihre Heizkurve (eine Einstellung der Heizanlage) abflachen (4 Prozent Ersparnis)

3. Ihre Lüftungsanlage um 10 Prozent zurückschalten (3 Prozent Ersparnis)

4. Den Außenluftanteil Ihrer Lüftungsanlage um 25 Prozent reduzieren (6 Prozent Ersparnis)

5. Bei Waschtischen sogenannte Spar-Perlatoren einsetzen (4 Prozent Ersparnis)

Dann haben Sie die Mangellage mit 21 Prozent Ersparnis sogar überkompensiert. Und das ohne wirklich große Einschnitte. – Das wäre natürlich bei einem Gasmangel von 80 Prozent anders. Aber auch hier gibt es Mittel und Wege, diese so gut es geht zu kompensieren. Man sollte aber wissen, wie. Genau das zeigt Ihnen ein Notfallmanagement.

Was Sie dafür brauchen?

1. Gut, wenn Sie bereits ein Energiemanagement betreiben. Dann müssen Sie uns im Grunde nur die darin enthaltenen Daten zur Verfügung stellen. So sehen wir, wie Ihr Energiesystem aufgebaut ist – und können direkt die individuellen Sparmaßnahmen ableiten.

2. Falls Sie diese Daten nicht haben, ist ein wirkungsvolles Notfallmanagement trotzdem möglich. Dabei wird der Abstimmungsaufwand etwas höher. Wir setzen aber all unsere Erfahrung als Energiespezialisten und im Energiemanagement ein, um Ihnen schnell und einfach die richtigen Maßnahmen aufzuzeigen.

Ein Plus: Sie erhalten zusätzliche Sparvorschläge

Im Rahmen des Notfallmanagements zeigen wir Ihnen auch auf, mit welchen alternativen Maßnahmen Sie schnell unabhängiger von Erdgas werden können. Dazu gehören zum Beispiel alternative Brennertechnologien für Ihre Heizung. Andere sind die örtliche Verlagerung einzelner Bereiche oder Abteilungen, die räumliche Zusammenlegung von Abteilungen, Notfallferien und Ähnliches. Solche Maßnahmen sind aber mit Sicherheit erst bei drastischen Mangellagen nötig.

Wie kommen Sie zu einem Notfallmanagement?

Die Erstellung eines Notfallmanagements ist im Prinzip nicht besonders aufwendig. Aber dennoch ist es besser, früher als später zu handeln. Wenn Sie lieber auf Nummer sicher gehen, sollten wir möglichst bald miteinander sprechen.

Für wen sich unser Notfallmanagement eignet?

Für die Wohnungswirtschaft, den Gesundheitsbereich, nicht systemrelevante soziale Einrichtungen, für Bildungsinstitute, Verwaltungen, Versicherungen/Banken, große Küchen, Beherbergungsbetriebe und mehr.

Themen: Energiemanagement

Stephan Heinz

Autor: Stephan Heinz

Stephan Heinz ist seit 1998 als Energiemanager beim BFE Institut für Energie und Umwelt (ein Unternehmen der MVV Energie Gruppe) tätig. Seine Aufgabenschwerpunkte lagen viele Jahre in der Erstellung von Potenzialanalysen im kaufmännischen und technischen Bereich und in der Effizienzberatung. Seit 2015 ist er außerdem Energieauditor nach § 8b des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G). Als Senior Consultant ist er seit 2021 für den strategischen Vertriebsangang verantwortlich. Studiert hat er Verfahrenstechnik an der Fachhochschule für Technik (FHT) in Mannheim. T 06222 955 153 E-Mail s.heinz@bfe-institut.com

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