Was Unternehmen vom Welterschöpfungstag 2020 lernen können

01.09.20 16:36 von Elena Bose

Welterschöpfungstag 2020

Der Rückgang der weltweiten CO2-Emissionen aufgrund der Corona Krise hat das Datum des Weltüberlastungstags in diesem Jahr verschoben und deutlich gemacht, dass Veränderungen möglich sind. Lesen Sie, was der Welterschöpfungstag genau ist, welche 5 Schlüsselbereiche von nachhaltigem Handeln abhängen und welche Schritte Unternehmen in Angriff nehmen sollten, um die Regenerationsfähigkeit der Erde zu unterstützen.

Was ist der Welterschöpfungstag?

Dieser Tag wird auch Erdüberlastungstag, Earth Overshoot Day, Ökoschuldentag oder Ecological Debt Day genannt. Es ist der Tag im Jahr, an dem die Nachfrage nach ökologischen Ressourcen und Dienstleistungen die Regenerationsfähigkeit der Erde übersteigt.

Berechnet wird der Welterschöpfungstag wie folgt:

 

(Biokapazität der Erde / Ökologischer Fußabdruck der Menschen) x 365

= Earth Overshoot Day

 

Die Menge an ökologischen Ressourcen, die die Erde in einem Jahr erzeugen kann, wird durch den Bedarf der Menschen für dieses Jahr dividiert. Das Ergebnis wird dann mit der Anzahl der Tage im Jahr multipliziert.

Ist der jährliche Earth Overshoot Day erreicht, erzeugen wir ab diesem Tag mehr Treibhausgase und Müll als die Erde verkraften kann und wir verbrauchen mehr Nahrungsmittel und Brennmaterial als die Erde ersetzen kann.

Schon 1970 begann das Global Footprint Network, den Welterschöpfungstag zu berechnen. Damals wurde er für Ende Dezember errechnet, 2019 fiel er auf den 29. Juli. Im Laufe dieser Zeitspanne waren die Ressourcen immer früher im Jahr verbraucht und das ökologische Defizit wurde immer größer.

2020 fiel der Welterschöpfungstag – bedingt durch Corona – auf den 22. August, genauso wie 2005, also 15 Jahre zuvor. Dies klingt für die Umweltbilanz zunächst positiv, ist aber nicht ohne Kosten. Denn Arbeitslosigkeit bzw. Kurzarbeit, Verschuldung sowie die Lähmung vieler Branchen ist der Preis, den Politik, Gesellschaft und Unternehmen durch die Corona Krise zu zahlen haben.

5 Schlüsselbereiche hängen von nachhaltigem Handeln ab

Kehrt die Wirtschaft nach einem hoffentlich baldigen Ende der Krise zum “business as usual” zurück, wird sie sich ohne Frage erholen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass der Welterschöpfungstag Jahr um Jahr früher erreicht wird.

Was wir durch die Corona Krise gelernt haben, ist aber: Durch kluge, innovative Entscheidungen können wir Trends beim Verbrauch natürlicher Ressourcen umkehren. Eine Ressourcennutzung, die sich an der Belastungsgrenze der Erde orientiert, funktioniert nämlich dann, wenn Produktions- und Verbrauchsmuster grundlegend geändert werden.

Overshootday.org hat fünf Schlüsselbereiche identifiziert, die alle von individuellen und kollektiven Entscheidungen geprägt sind. Parallel hierzu bieten wir für alle Bereiche weiterführende Informationen per Link an:

 

Energie: Die Dekarbonisierung der Wirtschaft ist unsere bestmögliche Chance, dem Klimawandel zu begegnen. Außerdem verbessert sie das Gleichgewicht zwischen unserem Ökologischen Fußabdruck und den erneuerbaren natürlichen Ressourcen der Erde.

Mehr lesen: Energetische Nachhaltigkeit: Was ist Ent- bzw. Dekarbonisierung?

 

Natur: Die Lebensqualität der Menschen hängt von der Gesundheit der biologischen Ressourcen unserer Erde ab, einschließlich des fruchtbaren Bodens, des sauberen Wassers und der sauberen Luft.

Mehr lesen: Ist das Bio? Ökologische Nachhaltigkeit in Unternehmen

 

Städte: Bis 2050 wird achtzig Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Eine innovative Stadtplanung und Stadtentwicklungsstrategien sind entscheidend für den Ausgleich zwischen dem Angebot an Natur und den Bedürfnissen der Bevölkerung.

Mehr lesen: Smart City: So geht nachhaltige Stadtentwicklung

 

Nahrungsmittel: Die Beschaffung von Nahrungsmitteln vor Ort, plastikfreie Verpackung sowie der Verzicht auf hochverarbeitete Lebensmittel können den Ökologischen Fußabdruck senken.

Mehr lesen: Komplex, aber umsetzbar: Ökonomische Nachhaltigkeit in Unternehmen

 

Bevölkerung: Die Stärkung der Frauen ist für die globale Nachhaltigkeit von entscheidender Bedeutung. Außerdem muss das Bevölkerungswachstum angegangen werden, denn wir leben in einer Welt, in der die Ressourcen endlich sind.

Mehr lesen: Erfolgreich durch Soziale Nachhaltigkeit

 

Kein Planet B: Welche Schritte können Unternehmen in Angriff nehmen?

Konzentrieren sich Unternehmen auf nachhaltiges Wirtschaften, die Verringerung der eigenen CO2-Emissionen und die Kontrolle ihres Ressourcenverbrauchs, leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Ressourcennutzung. Effizienzmaßnahmen und Ideenmanagement sind hier von besonderer Bedeutung:

  • Profitieren Sie von Ideenmanagement

Schaffen Sie Wettbewerbsvorteile, indem Sie kontinuierlich über Ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg Prozesse hinterfragen sowie nachhaltige Ideen umsetzen.

  • Setzen Sie auf virtuelle Zusammenarbeit

Mit der Digitalisierung und der Möglichkeit, mobil zu arbeiten wird eine flexible Unternehmenskultur geschaffen. Außerdem werden so die Reise- bzw. Pendler-Emissionen erheblich verringert.

  • Managen Sie Effizienzen

Sie können nur das effizient managen, was Sie auch messen können. Den Überblick über Ihren Energieverbrauch und Impulse zu dessen Senkung erhalten Sie mit einer modernen Energiemanagement Software.

  • Teilen Sie Ihr Wissen

Schaffen Sie Transparenz. Eine ständige Motivation zur Veränderung sowie eine nachhaltige Einstellung bzw. Denkweise ist für Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen essenziell. Dazu gehört auch, dass Sie bereit sind, Ihr Wissen zu teilen.

  • Übernehmen Sie Verantwortung

Ob Arbeitssicherheit, Energieeffizienz, Mindeststandards in der Lieferkette oder Mitarbeiterzufriedenheit – viele unternehmerische Handlungsfelder außerhalb der Kerngeschäftsprozesse sind entscheidend für den unternehmerischen Erfolg.

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Fazit

Die Anstrengungen, die betrieben wurden, um auf COVID-19 zu reagieren, haben gezeigt: Es ist möglich, den Verbrauch ökologischer Ressourcen innerhalb eines kurzen Zeitrahmens zu verschieben. Dies kann uns auch ohne Pandemie gelingen. Nämlich dann, wenn wir unsere Denkweisen sowie Produktions- und Verbrauchsmuster grundlegend ändern und Technologien nutzen, die uns beim Umweltschutz unterstützen.

Themen: Trends und Technologien

Elena Bose

Autor: Elena Bose

Nach ihrem Masterstudium der Germanistik und digitalen Medien war Elena Bose bei einem Tochterunternehmen der tesa SE im Bereich Produktdigitalisierung tätig. Dort verantwortete Sie die internationale B2B Marketingkommunikation. Seit 2020 verstärkt sie das Business Development Team der MVV Enamic GmbH als Referentin für Marketingstrategie für Geschäftskunden. Der Fokus ihrer Arbeit liegt unter anderem auf B2B Branding und dem Ausbau des digitalen Marketings.

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