Energielösungen

Ensinger: Energiemanage­ment rein, Kosten runter

Frühjahr 2018

Der Messwert zeigt es klipp und klar: Der Stromverbrauch in der PET-Anlage ist über Nacht um 30 Prozent gestiegen. Warum? „Diese Frage hätten wir uns früher nicht stellen können“, sagt Thomas Fritz, „denn ein so punktueller Verbrauchsanstieg wäre für uns gar nicht messbar gewesen.“ Heute erhält der Geschäftsführer von Ensinger Mineral-Heilquellen automatisch einen Hinweis auf den sprunghaften Anstieg – und kann sofort handeln. Die Energiemanagementlösung von Econ Solutions macht es möglich.

„Wir überwachen inzwischen den Großteil der Maschinen und Anlagen mit Econ.“

 
Mit 18 Messstellen hat Ensinger 2014 begonnen. Inzwischen sind es 84, die den Großteil der Maschinen und Anlagen überwachen: „Tendenz weiter steigend“, sagt Thomas Fritz und betont, wie flexibel sich das System ausbauen lässt. Doch was hat das Unternehmen bewogen, ein Energiemanagementsystem einzuführen?

 

Energiedaten erfassen und Transparenz ausbauen

„Wir wollten genau wissen, wo wie viel Energie hingeht“, begründet Fritz, „und wir wollten sofort auf Fehlentwicklungen und Verbrauchssteigerungen reagieren können.“ Denn zum einen ist Nachhaltigkeit für das Getränkeunternehmen mehr als ein Lippenbekenntnis: Vielfältige Maßnahmen in anderen Bereichen belegen das – wie zum Beispiel der Vorrang von Mehrwegflaschen sowie der Einkauf und die Verarbeitung regionaler Produkte. Zum anderen ging es um Kosteneinsparungen und um Produktionssicherheit.

 

Kleiner Defekt, große Wirkung

Was das konkret bedeutet, zeigt das anfangs zitierte Beispiel des 30-prozentigen Verbrauchsanstiegs in der PET-Anlage. Das System meldete diese Grenzwertverletzung unmittelbar. Fritz und seine Kollegen konnten anhand der Messwerte gezielt nach der Fehlerquelle suchen – und fanden ein defektes Regelventil in einer Blasmaschine, das zu einem erhöhten Energieverbrauch führte. „Das hätten wir früher nicht so frühzeitig entdecken können“, sagt Fritz.

„Wir wollen Kostentreibern auf die Spur kommen und unsere Energiebilanz weiter verbessern.“

 
Mit dem aktiven Energiecontrolling schafft Ensinger Transparenz und sieht genau, wofür im Unternehmen wie viel Energie benötigt wird. „Soll-Ist-Abweichungen beim Verbrauch – wie im Beispiel des defekten Regelventils – fallen schnell auf“, sagt Dr. Stephan Theis, Geschäftsführer von Econ Solutions. Auch Leerlaufverluste durch Stand-by-Betrieb oder beispielsweise Leckagen im Druckluftbereich gehören damit der Vergangenheit an, ebenso wie ein unnötig hoher Wasserverbrauch.

 

Dr. Stephan Theis

Dr. Stephan Theis, Geschäftsführer Econ Solutions GmbH, ist überzeugt, ein Energiemanagement senkt nicht nur die Kosten nachhaltig, sondern steigert auch die Wettbewerbsfähigkeit.

 

Klare Erfolgskontrolle und Dokumentation

Durch die kontinuierliche Messung kann Ensinger den Erfolg der Maßnahmen ganz konkret beziffern. Auch die „nebenbei“ entstehende, umfassende Dokumentation ist wertvoll, wie Fritz betont: „Wenn wir Optimierungsmaßnahmen durchführen, pflegen wir beispielsweise ihren Beginn und alle wichtigen Daten sofort in das System ein. So können wir den Erfolg unserer Einsparmaßnahmen in Kombination mit den automatisch erfassten Verbrauchsdaten detailliert belegen.“
 

Energiedaten visualisieren und analysieren

Zur Akzeptanz im Unternehmen trägt bei, dass intelligente Energiemanagementsysteme wie Econ leicht verständliche, minutenaktuelle Informationen zu allen wichtigen Medien- und Produktionsparametern liefern. „Unser System fasst die Messdaten zusammen, ermöglicht einen schnellen Überblick und präsentiert diese gut aufbereitet auf dem PC, Tablet oder Smartphone“, so Theis.
 
Dazu trägt die webbasierte Software econ3 bei. Sie liefert ABC- und Pro-l-Analysen, Lastgang- und Verbrauchsdarstellungen, Kostenberichte, Sankey-Diagramme und Energie-Leistungskennzahlen, sogenannte Energy Performance Indicators (EnPI) genannt. Ein automatisierter Berichtsversand versorgt Geschäftsführer, Energiemanager und Controller auf Wunsch regelmäßig mit individuell zusammengestellten Analysen und Auswertungen.

 

ISO 50001 – erstaunlich einfach mit Econ Solutions

Ein weiterer wichtiger Aspekt: „Mit Econ erfüllen unsere Kunden die Anforderungen nach ISO 50001“, betont Theis. Das gilt auch für die neuen Nachweispflichten, die sich aus der ISO 50003 ergeben (siehe Bericht in dieser Ausgabe).
 
Unternehmen des produzierenden Gewerbes können dadurch ihre Strom- und Energiesteuer in der Regel über den „Spitzenausgleich“ oder die „Besondere Ausgleichsregelung“ nach EEG reduzieren. Abhängig von der Unternehmensgröße sind dabei Einsparungen von mehreren Tausend Euro möglich. Der Erwerb einer Energiemanagementsoftware wird zudem vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.
Interview mit Thomas Fritz, Geschäftsführer von Ensinger

„Transparenz schafft Nachhaltigkeit“

Thomas Fritz, Geschäftsführer bei Ensinger Mineral-Heilquellen, hat 2014 die Energiemanagementlösung von Econ Solutions für das Unternehmen entdeckt. Wir sprechen mit ihm über seine praktischen Erfahrungen, über die Ergebnisse – und darüber, warum er auf das System nicht mehr verzichten möchte.

 
Warum ist die Erfassung und Analyse des Energieverbrauchs wichtig?
Das ist zum einen eine Frage des Umweltschutzes: Unnötiger Ressourcenverbrauch widerspricht unseren umweltpolitischen Zielen. Zum anderen geht es uns um Kosten- und Prozesseffizienz. Für uns ist es wichtig, unsere Prozesse im Griff zu haben. Vorher haben wir die Daten erst am Ende des Jahres bekommen. Da war ein Eingreifen im laufenden Jahr nicht möglich. 
 
Was messen Sie konkret?
Mittlerweile haben wir alle unsere wesentlichen Stoffströme einbezogen, neben Strom auch Gas, Wasser und Dampf. Jetzt kennen wir beispielsweise den Einfluss des Druckluftverbrauchs und der Abschaltung von Systemen auf den Stromverbrauch.
 
Was spricht für die Energiemanagementlösungen?
Econ ist ein sehr gut skalierbares, einfach zu integrierendes System, mit leicht applizierbaren Sensoren und einer sehr einfach nutzbaren Software. Zudem ließ sich die Lösung genau an unsere Anforderungen anpassen. So konnten wir schrittweise immer feiner und tiefergehend die Prozesse durchschauen.
 
Hinzu kommt: Mit der Lösung sehen unsere Mitarbeiter direkt auf dem PC oder Handy, welchen Erfolg ihre Maßnahmen haben und wie sie selbst zum Umweltschutz beitragen können. Das hat auch die Mitarbeiter mitgenommen, die zu Anfang skeptisch waren.
 
Haben Sie aufgrund der Ergebnisse Veränderungen vorgenommen?
Ja. Die Auswertung der Daten war zum Beispiel dafür verantwortlich, dass wir alle unsere Schraubenkompressoren für die Herstellung der Arbeitsluft abgeschafft und auf Kolbenkompressoren umgestellt haben. Dadurch haben wir fast ein Drittel mehr Energieeffizienz bei der Arbeitsluft erreicht.
 
Stichwort Kosten: Rechnet sich der Einsatz eines Energiemanagementsystems?
Die Investition hatten wir bereits nach dem dritten Jahr mehr als eingespielt. Unsere Stromkosten sind schon im Jahr 2016 um mehr als 100.000 Euro gesunken, das entspricht einer Einsparung von acht Prozent. Außerdem schätze ich, dass wir bislang rund 500 Tonnen CO2 einsparen konnten, insbesondere durch den verringerten Stromverbrauch bei der Druckluft.
 
Kurz: Econ ist aus unserer Sicht sehr empfehlenswert!

Sieben Top-Gründe für ein Energiemanagement

  • Wer weniger Energie verbraucht, reduziert die Kosten und steigert die Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens.
  • Nachhaltigkeit wird immer mehr vom „Imagefaktor“ zum entscheidenden Faktor für die Zukunftssicherung. Viele Kunden achten darauf, ob Ihr Betrieb umweltfreundlich und ressourcenschonend arbeitet.
  • Die Erfassung und Analyse des Energieverbrauchs mit einem intelligenten Energiemanagementsystem liefert die dafür notwendige Transparenz.
  • Übersichtliche Darstellungen, Grafiken und Kennzahlen zeigen Ihnen alles, was Sie wissen müssen, um den Energieverbrauch zu optimieren: den normalen Energieverbrauch Ihres Unternehmens, Soll-Ist-Abweichungen, Kostentreiber wie große Verbraucher, Lastspitzen etc.
  • So können Sie Einsparpotenziale aufzeigen, den Erfolg Ihrer Maßnahmen beziffern und für das nötige Energiebewusstsein im Unternehmen sorgen.
  • Der Staat belohnt Ihr Engagement für mehr Energieeffizienz: Die Anschaffung eines Energiemanagementsystems wird von der BAFA gefördert. Unternehmen des produzierenden Gewerbes profitieren zudem von Steuererleichterungen, wenn sie die ISO 50001 erfüllen.
  • Energiemanagementsysteme wie Econ sind kostengünstig. Sie amortisieren sich durch die erzielten Energieeinsparungen in kürzester Zeit. Die Systeme integrieren sich problemlos in die vorhandene Infrastruktur und arbeiten durch offene Schnittstellen herstellerunabhängig. Erste Ergebnisse erhalten Sie im Handumdrehen.
Flaschenverschluss

Ensinger – seit den 1930er-Jahren ein Familienunternehmen.

PET Fließband

Im Traditionsunternehmen Ensinger werden jährlich über 115 Millionen Liter an Premium-Getränken abgefüllt.

Petlinge

PET-Rohlinge vor dem Aufblasen mit Druckluft. Durch den Einsatz des Econ-Systems und den dadurch verringerten Stromverbrauch, insbesondere bei der Druckluft, konnte Ensinger bis heute bereits rund 500 Tonnen CO2 einsparen.

Econ Messgeräte

84 Messstellen überwachen Maschinen und Anlagen.

Zugriff vom Tablet

Ensinger kann auf die Messzahlen von praktisch überall zugreifen – über das Smartphone, das Tablet und an jedem Arbeitsplatz-PC.

Econ Software am Comupter

Die übersichtliche Darstellung der Grafiken und Messzahlen in der econ3-Software hilft den Energieverbrauch bei Ensinger zu optimieren.

Thomas Fritz

Mit Econ sehen unsere Mitarbeiter, welchen Erfolg ihre Maßnahmen haben und wie sie selbst zum Umweltschutz beitragen können, so Thomas Fritz, Geschäftsführer Ensinger Mineral-Heilquellen GmbH.

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