Ungenutzte Energie wirtschaftlich erschließen

Abwärmenutzung in der Industrie

In Produktionsprozessen entsteht thermische Energie, die viele Unternehmen bislang ungenutzt an die Umgebung abgeben. MVV Enamic entwickelt und betreibt für Sie maßgeschneiderte Lösungen, die diese industrielle Abwärmenutzung wirtschaftlich erschließen – ohne Kapitalbindung, mit maximaler Fördermittelausschöpfung und langfristiger Versorgungssicherheit.

Abwaermeverlust fuer potenzielle Abwaermenutzung in der Industrie
Contracting Industrie
Abwärmenutzung
Dampferzeugung
Wärme / Prozesswärme
Prozesskälte
Vom Nebenprodukt zur wertvollen Ressource

Das Potenzial ungenutzter industrieller Abwärme

In nahezu jedem Industriebetrieb entsteht thermische Energie, die ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird – sei es aus Produktionsprozessen, Kälteanlagen oder Druckluftsystemen. Was viele Unternehmen als „Restenergie" abtun, ist tatsächlich eine wertvolle Ressource.

Die gezielte Nutzung dieser Abwärme senkt Energiekosten, reduziert CO₂-Emissionen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Moderne Wärmepumpentechnologie macht es möglich, selbst Niedertemperaturwärme auf Prozessniveau anzuheben.

  • Lebensmittelindustrie: Heißwasserbereitung, Pasteurisierung, Reinigung, gleichzeitiger Kälte- und Wärmebedarf
  • Getränkeindustrie: Abwärme aus Kühl- und Gärprozessen
  • Papierindustrie und Verpackung: Trocknungsprozesse mit hohem Wärmebedarf
  • Chemieindustrie: Trocknung, Dampferzeugung
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Abwaermepotentiale in der Industrie
Temperaturniveau anheben: Der Schlüssel zur wirtschaftlichen Nutzung

So wird Niedertemperaturwärme nutzbar

Die zentrale Herausforderung bei der industriellen Abwärmenutzung ist die Anhebung des Temperaturniveaus. Moderne Wärmepumpentechnologien heben Rest- und Abwärme aus Niedertemperaturbereichen (z. B. 40–80 °C) effizient auf Prozessdampfniveau (120–200 °C) oder auf die Anforderungen von Trocknungs-, Wasch-, Sterilisations- und Pasteurisierungsprozessen (50–130 °C).

So wandeln Sie zuvor ungenutzte Energien in Wertschöpfung um und substituieren fossile Energieträger gezielt.

Beispiel: Kombination Wärmepumpe mit Dampfkompressor für höchste Temperaturen

Die Grafik zeigt, wie sich Niedertemperaturwärme schrittweise auf Prozessdampfniveau anheben lässt – von nur 5 °C bis auf 300 °C Hochdruckdampf.

So funktioniert der Prozess:

  1. Wärmequelle (5–40 °C): Abwärme aus Produktionsprozessen, Kälteanlagen oder Druckluftsystemen dient als Ausgangspunkt.
  2. Großwärmepumpe (100–150 °C): Die Wärmepumpe hebt das Temperaturniveau an und erzeugt Heißwasser.
  3. Dampferzeuger (100–150 °C): Ein Abhitzekessel wandelt das Heißwasser in Niederdruckdampf (ND Dampf) um.
  4. Dampfkompressor (150–300 °C): Die mechanische Dampfverdichtung (MVR) komprimiert den Dampf auf Hochdruckniveau (HD Dampf) – ideal für anspruchsvolle Industrieprozesse.

Diese Kaskadenlösung ermöglicht es, selbst Abwärme auf niedrigstem Niveau für Hochtemperaturanwendungen nutzbar zu machen.

Prozessdiagramm: Anhebung von Niedertemperaturwärme (5–40 °C) über Großwärmepumpe, Dampferzeuger und Dampfkompressor auf Hochdruckdampf (150–300 °C) für industrielle Abwärmenutzung.
Unser Vorgehen

Schritt für Schritt zum nachhaltigen Wärmekonzept

Die Nutzung industrieller Abwärme erfordert ein systematisches Vorgehen. Nicht jede theoretisch verfügbare Wärmequelle eignet sich auch praktisch für eine wirtschaftliche Erschließung. MVV Enamic hat einen strukturierten Prozess entwickelt, der Sie von der ersten Bestandsaufnahme bis zur betriebsbereiten Anlage begleitet.

Schritt 1: Potenzialanalyse – Wärmequellen und -senken identifizieren

Im ersten Schritt lokalisieren unsere Ingenieure alle relevanten Wärmequellen und -senken an Ihrem Standort. Wir erfassen systematisch, wo thermische Energie entsteht und wo Sie diese nutzen können.

Typische Wärmequellen in Industriebetrieben:

  • Prozessabwärme: Abluft aus Trocknungs- und Kochprozessen, Rauchgase
  • Kälteanlagen: Kondensatorwärme aus Kälte- und Kühlsystemen
  • Drucklufterzeugung: 
    Kompressorabwärme (häufig 70–90 °C)
  • Reinigungsprozesse: Abwasser mit Restwärme
  • Produktwärme: Etwa nach Pasteurisierung oder Sterilisation

Schritt 2: Machbarkeitsbewertung – Potenziale priorisieren

Nicht alle identifizierten Quellen und Senken lassen sich sinnvoll verbinden. Unsere Ingenieure prüfen daher, welche Kombinationen technisch und wirtschaftlich umsetzbar sind.

Vier zentrale Bewertungskriterien:

  • Temperaturniveau: Je geringer der erforderliche Temperaturhub, desto höher der COP (Coefficient of Performance – die Leistungszahl der Wärmepumpe) und desto wirtschaftlicher das Projekt.
  • Verfügbarkeit: Ist ein Pufferspeicher für zeitlichen Versatz zwischen Angebot und Bedarf erforderlich?
  • Räumliche Distanz: Beeinflusst Investitionskosten und Leitungsverluste.
  • Technische Zugänglichkeit: Lässt sich die Abwärme ohne Beeinträchtigung des Produktionsablaufs auskoppeln?

Das Ergebnis: Sie erhalten eine priorisierte Übersicht, welche Potenziale sich wirtschaftlich erschließen lassen – visualisiert in einem Standortplan.

Schritt 3: Konzeptentwicklung – Die richtige Technologie wählen

Auf Basis der Machbarkeitsbewertung entwickeln wir ein maßgeschneidertes Wärmekonzept. Dabei gilt ein wichtiger Grundsatz: Schrittweise Umstellung statt alles auf einmal.

So setzen wir diesen Grundsatz in der Praxis um:

  • Hybride Ansätze: Die Wärmepumpe übernimmt die Vorwärmung, konventionelle Systeme decken die Spitzenlast ab.
  • Modulare Erweiterungen: Beginnen Sie mit der wirtschaftlichsten Maßnahme und bauen sukzessive aus.
  • Kaskadenschaltungen: Bei höheren Temperaturniveaus ermöglichen diese eine bedarfsgerechte Zu- und Abschaltung.

Diese Flexibilität senkt das Investitionsrisiko und ermöglicht eine schrittweise Dekarbonisierung Ihrer Wärmeversorgung.

Schritt 4: Detailplanung und Fördermitteloptimierung

In der Detailplanungsphase dimensionieren wir alle Komponenten und erstellen die technische Ausführungsplanung. Parallel optimieren wir die Fördermittelausschöpfung für Ihr Projekt.

Das BFE Institut für Energie und Umwelt – ein Tochterunternehmen von MVV Enamic – verfügt über BAFA-gelistete Energieberater, die das erforderliche Einsparkonzept erstellen und Förderanträge in Ihrem Namen einreichen.

Relevante Förderprogramme für industrielle Abwärmenutzung:

  • EEW (Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft): Förderung für Wärmepumpen, ORC-Anlagen und Wärmetauscher
  • BEW (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze): Förderung bei Einspeisung in externe Wärmenetze

Schritt 5: Umsetzung und Betriebsführung

Im Contracting-Modell übernimmt MVV Enamic die vollständige Umsetzung: Finanzierung, Beschaffung, Bau und Inbetriebnahme der Anlage. Sie beziehen Wärme als Dienstleistung – ohne Kapitalbindung und mit garantierter Verfügbarkeit über die gesamte Vertragslaufzeit.

Die langfristige Betriebsführung umfasst:

  • Wartung und Störungsmanagement: Rund-um-die-Uhr-Überwachung und schnelle Reaktionszeiten
  • Kontinuierliche Optimierung: Unsere Betriebsführer identifizieren laufend Effizienzpotenziale
  • Performance-Monitoring: Regelmäßige Auswertung der Anlagenperformance mit transparentem Reporting

So profitieren Sie von modernster Technologie, ohne internes Know-how aufbauen zu müssen.

Waermequellen und -senken mit ihrem Potenzial

Abbildung: Wärmequellen (rot) und -senken (blau) mit ihrem Potenzial (Kreisgröße).

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Was macht unser Contracting zur Abwärmenutzung anders?

Ein Partner, der die Komplexität übernimmt – von der Analyse bis zum Betrieb

MVV Enamic hat einen strukturierten Prozess entwickelt, der Sie von der ersten Bestandsaufnahme bis zur betriebsbereiten Anlage begleitet. Dabei kombinieren wir technische Expertise mit Fördermittel-Know-how und langfristiger Betriebsführung.

Was macht unser MVV Contracting anders
Über 1000 Kundenanlagen - Für jeden Kunden die beste Lösung

Erfolgsgeschichten aus der Industrie

So setzen Unternehmen auf Contracting mit MVV Enamic – und profitieren langfristig.

Unsere Referenzprojekte zeigen, wie vielfältig und wirkungsvoll Contracting Industrie sein kann. Ob Prozessdampf aus Biomasse, innovative Wärmepumpenlösungen oder saisonale Kälteversorgung mit Eisspeicher: MVV Enamic entwickelt und betreibt maßgeschneiderte Energielösungen, die wirtschaftlich, nachhaltig und zuverlässig funktionieren.

Jedes Projekt steht für eine erfolgreiche Partnerschaft – und für konkrete Vorteile wie CO₂-Einsparung, Versorgungssicherheit und Fördermitteloptimierung.

Content Card_Nachhaltiger Milchbetrieb
Dampf aus Biomasseheizkraftwerk

Molkerei

  • Planung, Bau und Betrieb eines Biomasseheizkraftwerks sowie Errichtung der Energiezentrale mit Brennstofflager.
  • Jährliche Reduzierung der CO₂-Emissionen um 12.700 Tonnen durch die ökologische Dampfversorgung.
  • Erzeugung von 70.000 MWh Dampf und Einspeisung von 9.400 MWh Strom pro Jahr.
  • Umfassende Betriebsführung der Erzeugungsanlagen für den Molkerei Kunden.

Häufige Fragen zum Contracting für Industrie

Sie haben Fragen – wir liefern klare Antworten.

Unsere Kunden stellen uns regelmäßig Fragen rund um Contracting, Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten – kompakt und verständlich.

Was ist industrielle Abwärmenutzung?

Industrielle Abwärmenutzung bezeichnet die systematische Rückgewinnung thermischer Energie, die in Produktionsprozessen als Nebenprodukt entsteht. Mittels Wärmetauschern, Wärmepumpen oder ORC-Anlagen wird diese Energie auf nutzbares Temperaturniveau angehoben und für Heizzwecke, Prozesswärme oder Stromerzeugung eingesetzt – ein zentraler Hebel zur Steigerung der Energieeffizienz und Reduktion von CO₂-Emissionen.

Wie hoch ist das Einsparpotenzial durch industrielle Abwärmenutzung?

Das Einsparpotenzial hängt von Temperaturniveau, Verfügbarkeit und Nutzungspfad ab. In typischen Anwendungen – etwa der Rückgewinnung von Kompressorabwärme für Heizzwecke – lassen sich 20 bis 40 % des Primärenergiebedarfs substituieren. Bei Hochtemperaturanwendungen mit ORC-Verstromung erreichen Unternehmen zusätzliche Stromerlöse.

Welche Voraussetzungen muss mein Unternehmen für Abwärme-Contracting erfüllen?

Entscheidend sind ein kontinuierlicher thermischer Energiebedarf ab circa 10 Mio. kWh pro Jahr, identifizierbare Abwärmequellen und die Bereitschaft zu einer langfristigen Partnerschaft (typischerweise 10–15 Jahre). MVV Enamic prüft im Rahmen einer Potenzialanalyse, ob Ihr Standort die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt.

Kann Abwärme auch in externe Wärmenetze eingespeist werden?

Ja, die Einspeisung industrieller Abwärme in kommunale Wärmenetze gewinnt an Bedeutung – insbesondere für Rechenzentren und Industriestandorte in urbanen Gebieten. Das Förderprogramm BEW (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze) unterstützt solche Projekte mit bis zu 40 % Förderquote .

Welche Branchen profitieren am meisten von industrieller Abwärmenutzung?

Besonders hohe Potenziale bieten die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die chemische Industrie sowie die Papier- und Verpackungsbranche. In diesen Sektoren entstehen große Mengen thermischer Energie bei Trocknungs-, Koch- und Reinigungsprozessen – oft auf Temperaturniveaus, die sich wirtschaftlich nutzen lassen.

Was bedeutet „Temperaturhub" bei der Abwärmenutzung?

Der Temperaturhub beschreibt die Differenz zwischen der Temperatur der Abwärmequelle und der benötigten Nutztemperatur. Je geringer der Temperaturhub, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe und desto wirtschaftlicher wird das Projekt.

Wie lange dauert die Umsetzung eines Abwärme-Contracting-Projekts?

Von der Potenzialanalyse bis zur Inbetriebnahme vergehen typischerweise 12–18 Monate. Die Dauer hängt von Projektumfang, Genehmigungsverfahren und Fördermittelanträgen ab. MVV Enamic begleitet Sie durch alle Phasen.

Kann ich Abwärme auch zur Kälteerzeugung nutzen?

Ja, über Absorptionskältemaschinen lässt sich Abwärme zur Erzeugung von  Prozesskälte nutzen. Diese Technologie ist besonders interessant für Standorte mit gleichzeitigem Wärme- und Kältebedarf – etwa in der Lebensmittelindustrie.

 

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