Prozesswärme Contracting für die Industrie
Ihre Produktion braucht Wärme. Ob Trocknen, Pasteurisieren oder Sterilisieren – ohne zuverlässige Prozesswärme steht Ihre Fertigung still. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: CO₂-Bepreisung, Energieeffizienzgesetz und Dekarbonisierungsziele fordern neue Lösungen.
Mit Prozesswärme-Contracting erhalten Sie nachhaltige Wärme für Ihre industriellen Prozesse – ohne eigene Investition. MVV Enamic plant, baut und betreibt Ihre Wärmeerzeugungsanlage. Sie konzentrieren sich auf Ihr Kerngeschäft.
Was ist Prozesswärme?
Prozesswärme bezeichnet Wärme, die Sie für technische Verfahren in Ihrer Produktion benötigen. Anders als Raumwärme dient sie nicht dem Heizen von Gebäuden, sondern der Herstellung, Weiterverarbeitung oder Veredelung von Produkten.
Typische Anwendungen
- Trocknen: Lacke, Beschichtungen, Lebensmittel, Papier
- Pasteurisieren und Sterilisieren: Getränke, Milchprodukte, Konserven
- Kochen und Brühen: Lebensmittelverarbeitung
- Reinigen und Waschen: Industrielle Reinigungsprozesse
- Pressen und Dämpfen: Holzverarbeitung
Temperaturbereiche nach Branchen und Prozessen
Rund zwei Drittel des industriellen Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf Prozesswärme. Der Großteil wird heute noch aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Hier liegt enormes Potenzial für nachhaltige Alternativen.
Integrierte Anlagentechnik für industrielle Prozesswärme
Moderne Prozesswärme-Erzeugung
Ihre Produktion braucht Wärme auf Knopfdruck. Unsere Anlagenkonzepte kombinieren verschiedene Technologien zu einem flexiblen Gesamtsystem und wird nach Bedarf aus Batteriespeicher oder eigenerzeugtem Strom betrieben.
Die Wärmepumpe bildet das Herzstück: Sie erzeugt Prozesswärme aus Umgebungswärme oder vorhandenen Niedertemperaturquellen. Mit einem COP von 3 bis 5 entsteht aus einer kWh Strom bis zu fünf kWh Wärme.
Für Spitzenlasten ergänzt ein E-Kessel das System. Er reagiert in Sekunden und nutzt günstige Stromfenster. Das BHKW liefert zusätzlich Strom und Wärme aus Erdgas – als Brückentechnologie, bis die vollständige Elektrifizierung erreicht ist.
Ein Wärmespeicher puffert Überschüsse und gleicht Schwankungen aus. So erhalten Sie vier Outputs aus einem System.
Warum Prozesswärme-Contracting?
Die Eigenerzeugung von Prozesswärme bindet Kapital, erfordert Fachwissen und birgt Betriebsrisiken. Contracting bietet eine Alternative: Sie beziehen Wärme als Dienstleistung.
Herausforderungen bei Eigenerzeugung
- Hohe Investitionskosten: Kessel, Wärmepumpen oder Biomasseanlagen erfordern sieben- bis achtstellige Beträge
- Technisches Know-how: Planung, Genehmigung und Betrieb binden interne Ressourcen
- Betriebsrisiken: Ausfälle, Wartung und Brennstoffbeschaffung liegen bei Ihnen
- Regulatorische Anforderungen: EnEfG, CO₂-Bepreisung und Fördermittelanträge erfordern Expertise
Vorteile von Contracting
Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz gehen Hand in Hand
Nachhaltige Prozesswärme für die Industrie
Die Umstellung auf klimafreundliche Prozesswärme rechnet sich oft schneller als erwartet.
- Steigende CO₂-Preise verteuern fossile Wärmeerzeugung kontinuierlich.
- Förderprogramme übernehmen bis zu 60 % der Investitionen.
- Im Contracting entfällt die Eigeninvestition vollständig.
Praxisbeispiel: Prozesswärme in der Molkerei:
Eine mittelständische Molkerei verarbeitet jährlich rund 50 Millionen Liter Milch zu Käse, Joghurt und Frischmilchprodukten. Für Pasteurisation, Ultrafiltration, CIP-Reinigung und Heißwasserbereitung benötigt sie 4.000 MWh Prozesswärme pro Jahr.
Ausgangssituation:
Bisher erzeugte ein Erdgas-Dampfkessel die gesamte Prozesswärme – mit hohen Brennstoffkosten und CO₂-Emissionen.
Lösung:
Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe nutzt vorhandene Niedertemperaturquellen aus den Kühlanlagen (30 °C) und hebt diese auf 90 °C Prozesstemperatur an.
Technologie:
Die Wärmepumpe arbeitet mit einem COP von 4 bis 5 – aus einer kWh Strom entstehen vier bis fünf kWh Prozesswärme.
Ergebnis:
- 160.000 Euro Netto-Einsparung
- 800 Tonnen CO₂ weniger pro Jahr
- Amortisation unter 3 Jahren durch Förderung.
In fünf Schritten zur
klimafreundlichen Prozesswärme
Von der Potenzialanalyse bis zum laufenden Betrieb – so läuft die Umsetzung ab
Die Umstellung auf nachhaltige Prozesswärme ist ein Projekt mit vielen Facetten: Technologieauswahl, Fördermittel, Genehmigungen, Bau und Betrieb. MVV Enamic begleitet Sie durch den gesamten Prozess – auf Wunsch auch im Contracting-Modell ohne Eigeninvestition.
Schritt 1: Potenzialanalyse
- Erfassung Ihres aktuellen Wärmebedarfs und Lastprofils
- Identifikation nutzbarer Niedertemperaturquellen
- Prüfung verfügbarer Biomasse oder Reststoffe
- Ergebnis: Erste Einschätzung der technischen Machbarkeit
Schritt 2: Technologieauswahl
- Bewertung der passenden Technologie (Wärmepumpe, E-Kessel, Biomasse, Hybridlösung)
- Abgleich mit Ihren Prozessanforderungen (Temperatur, Lastprofil, Verfügbarkeit)
- Berücksichtigung von Platzverhältnissen und vorhandener Infrastruktur
Schritt 3: Wirtschaftlichkeitsberechnung & Fördermittel
- Detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse für Ihre Prozesswärme-Anlage
- Sensitivitätsanalyse für verschiedene Energiepreis-Szenarien
- Identifikation passender Förderprogramme (EEW Modul 2, 4 oder 6)
- Beantragung der Fördermittel vor Projektbeginn
Schritt 4: Planung & Umsetzung
- Engineering und Detailplanung
- Genehmigungsverfahren (falls erforderlich)
- Bau und Installation der Anlage
- Integration in Ihre bestehenden Produktionsprozesse
Schritt 5: Betrieb & Optimierung
- Inbetriebnahme und Abnahme
- Laufender Betrieb und Wartung durch MVV Enamic
- Monitoring und kontinuierliche Optimierung
- Langfristige Partnerschaft im Contracting-Modell
Erfolgsgeschichten aus der Industrie
So setzen Unternehmen auf Contracting mit MVV Enamic – und profitieren langfristig.
Unsere Referenzprojekte zeigen, wie vielfältig und wirkungsvoll Contracting Industrie sein kann. Ob Prozessdampf aus Biomasse, innovative Wärmepumpenlösungen oder saisonale Kälteversorgung mit Eisspeicher: MVV Enamic entwickelt und betreibt maßgeschneiderte Energielösungen, die wirtschaftlich, nachhaltig und zuverlässig funktionieren.
Jedes Projekt steht für eine erfolgreiche Partnerschaft – und für konkrete Vorteile wie CO₂-Einsparung, Versorgungssicherheit und Fördermitteloptimierung.
Olam Food Ingredients
- Jährliche C02-Einsparung ca. 8.000 t und Erdgas-einsparung von 90 %
- Max. Unabhängigkeit von volatilen Energiemärkten
- Versorgungssicherheit und Planbarkeit der Energiekosten
- Förderung von 45 % aus dem EEW-Programm
- Auslagerung der Dampfversorgung an MVV
Industriepark Ludwigshafen
- CO₂-Emissionen aus der Energieerzeugung am Standort: von rund 58.000 t (2017) auf ca. 16.000 t (2023) gesenkt
- Massive Erdgas- und Strom-Einsparungen durch konsequente Effizienz-Optimierung
- Integration von Photovoltaik-Projekten und Vorbereitung auf die Wasserstoffnutzung im Energiekonzept.
- Langfristige Versorgungssicherheit durch MVV: Energieversorgung seit 2000 – alle Medien (Dampf, Kälte, Druckluft, Wasser, Strom, Gas).
Molkerei
- Planung, Bau und Betrieb eines Biomasseheizkraftwerks sowie Errichtung der Energiezentrale mit Brennstofflager.
- Jährliche Reduzierung der CO₂-Emissionen um 12.700 Tonnen durch die ökologische Dampfversorgung.
- Erzeugung von 70.000 MWh Dampf und Einspeisung von 9.400 MWh Strom pro Jahr.
- Umfassende Betriebsführung der Erzeugungsanlagen für den Molkerei Kunden.
FAQs: Häufige Fragen zu Prozesswärme
Sie haben Fragen – wir liefern klare Antworten.
Unsere Kunden stellen uns regelmäßig Fragen rund um Prozesswämre, Contracting, Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten.
Prozesswärme ist Wärme, die in industriellen Produktionsprozessen eingesetzt wird. Sie dient dem Trocknen, Schmelzen, Kochen, Sterilisieren oder anderen technischen Verfahren. Im Gegensatz zur Raumwärme ist sie direkt in die Produktion eingebunden.
Die Temperaturen variieren je nach Anwendung stark: von unter 100°C für Reinigungsprozesse bis über 1.000°C für Schmelzprozesse. Im Bereich bis 160°C – dem Fokus dieser Seite – liegen viele Anwendungen in der Lebensmittel-, Papier- und Holzindustrie.
Prozesswärme wird gezielt erzeugt und ist ein Input für Ihre Produktion. Abwärme entsteht als Nebenprodukt und ist ein Output. Beide Themen ergänzen sich: Durch Abwärmenutzung reduzieren Sie den Bedarf an neu erzeugter Prozesswärme.
Das BAFA fördert Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien (Modul 2 der EEW). Mit Dekarbonisierungsbonus und KMU-Bonus sind bis zu 60% möglich. Voraussetzung: Mehr als 50% der Wärme muss für Prozesse genutzt werden.
Beim Contracting entfällt die Investition. Sie zahlen einen Wärmepreis pro kWh, der alle Kosten abdeckt: Kapital, Betrieb, Wartung, Brennstoff. Der konkrete Preis hängt von Ihrem Bedarf, der Technologie und den Standortbedingungen ab. Wir erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.
Sie haben noch Fragen?
Ob strategische Fragen zur Energieplanung, Investitionsentscheidungen oder nachhaltige Infrastrukturentwicklung – wir stehen Ihnen als verlässlicher Partner zur Seite. Vereinbaren Sie gerne direkt einen Beratungstermin mit unseren Expertinnen und Experten.