Energielösungen

Energy and Efficiency as a service: Ran an den Gordischen Knoten

Sommer 2019

„Meine Güte, das wird ja immer komplexer.“ Solche Stoßseufzer sind aktuell aus vielen Unternehmen zu hören, wenn es um Energiefragen geht. Tatsächlich werden immer mehr Handlungsstränge in den „gordischen Knoten“ aus Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit hineingewoben: Energieeinkauf, Anlagenmodernisierung, Beleuchtung, Smart Metering, E-Mobilität, Finanzierung – wohin man auch blickt, gibt es neue Herausforderungen und Möglichkeiten. Entwirren lässt sich das Geflecht jetzt mit einer intelligenten Lösung: „Energy and Efficiency as a service“.

„Ein EnMVV-014_Christian-Scherer-Potraitbild-klein_150x190px_190618ergiekonzept muss wirtschaftlich und nachhaltig sein.“

Alexander der Große soll es gewesen sein, der eine eigenwillige Lösung für das Öffnen des unlösbaren Gordischen Knotens gefunden hat: Er nahm sein Schwert und schlug die Taue einfach durch. „Um die verschiedenen Stränge eines wirtschaftlichen und zugleich nachhaltigen Energiekonzepts zu entwirren, braucht man schon etwas mehr Geduld“, schmunzelt Christian Scherer, Key Account Manager bei MVV Enamic.

Doch er hat auch eine gute Nachricht parat: Mit Energy and Efficiency as a service“ können sich Unternehmenskunden von einzelnen Aspekten des Energiemanagements oder dem kompletten Energiekonzept entlasten.

Energy and Efficiency as a service

„Mit unserem ‚as a service‘-Angebot entlasten wir Kunden umfassend“, erläutert Christian Scherer.

Konkret heißt das: Mittelständische Firmen und Industriebetriebe haben ein ganzes Maßnahmenbündel zur Hand, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und die Wirtschaftlichkeit zu steigern. An vier wichtigen Bausteinen zeigt sich, welches Potenzial in der Idee steckt.

 

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Baustein 1: Energieeinkauf

Die erste Frage bei einem umfassenden Energiekonzept lautet: Wie lassen sich Strom und Erdgas günstig und risikooptimiert beschaffen?

Hier gibt es längst Alternativen zum traditionellen stichtagsbezogenen Einkauf, also dem Festpreismodell. „Bei dem vor einigen Jahren eingeführten MVV Energiefonds etwa beschaffen Experten die gesamte Energiemenge in monatlichen Teilmengen“, erläutert Christian Scherer: „Das eröffnet die Chance zur Risikostreuung, da sich ein Durchschnittspreis aus bis zu 36 Einkäufen ergibt.“

Diese Idee leuchtet immer mehr Entscheidern und Unternehmern ein – zum Beispiel Dr. Thomas Koy. Für seine Holzmanufaktur Liebich nutzt er die tranchenweise Beschaffung bereits seit einigen Jahren und sagt: „Allein durch den Energiefonds haben wir die Stromkosten um 27,8 Prozent gesenkt: ein echter Wettbewerbsvorteil.“ Lesen Sie mehr im Best Practice Beispiel.

Dr. Thomas Koy

Günstige Zeitpunkte abwarten und den Strom schrittweise einkaufen: „Diese Idee hat mir sofort eingeleuchtet“, sagt Dr. Thomas Koy, Inhaber der Holzmanufaktur Liebich.

Baustein 2: Modernisierung der Anlagen

Viele Heizungsanlagen in der Republik sind in die Jahre gekommen – das kostet Geld. Ein Beispiel: Rund drei Viertel der Heizungs- und Warmwasserzirkulationspumpen arbeiten nicht effizient und sind wahre Stromfresser. Viele Firmen packen daher die Umstellung alter Heizungsanlagen an – doch nicht alle sind so konsequent wie die Linhardt & Co. GmbH: Einkaufsleiter Dieter Walter bestätigt das Ziel, die Produktion binnen weniger Jahre komplett CO2-frei zu gestalten.

Ein großer Schritt dahin ist bereits getan: Heute versorgt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) Linhardt mit Strom und Wärme. Eine Absorptionskältemaschine sorgt in der warmen Jahreszeit für eine angenehme Klimatisierung. So ist das BHKW rund ums Jahr ausgelastet und arbeitet sehr wirtschaftlich. Zudem senkt es den CO2-Ausstoß um jährlich 700 Tonnen.

Dieter Walter

Die Produktion binnen drei Jahren komplett CO2-frei gestalten: „Das ist eine Aufgabe für Spezialisten“, sagt Dieter Walter, Einkaufsleiter der Linhardt & Co. GmbH – und holte sich mit MVV externes Know-how an Bord. 

 

„Entlastung bei Planung, Bau, Finanzierung und Betriebsführung.“

 

Als Komplettdienstleister übernahm MVV hierbei für Linhardt Planung, Bau und Finanzierung der Anlage. „Auch bei der Betriebsführung entlasten wir den Kunden umfassend“, erläutert Christian Scherer diesen Baustein von „Energy and Efficiency as a service“. Mehr dazu lesen Sie im Best Practice Beispiel.

 

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Baustein 3: effiziente Beleuchtung

Was haben ein führendes Kongresszentrum, ein großes Klinikum und ein Logistikdienstleister gemeinsam? Einfache Antwort: Sie alle wirtschaften jetzt nachhaltiger, haben besseres Licht – und haben einen massiven Effizienzsprung in puncto Energieverbrauch gemacht.

Das zeigt das Beispiel des europaweit tätigen Logistikers Trans-o-flex. Das Unternehmen hat die ersten beiden Standorte auf LED umgestellt. Die errechneten CO2-Einsparungen: 144 Tonnen am Standort Duisburg, weitere 197 Tonnen in der Zentrale in Weinheim.

„Die ersten Erfahrungswerte aus Duisburg deuten darauf hin, dass wir diese Größenordnung locker erreichen werden“, sagt Dirk Kaiser, Bereichsleiter Einkauf und Fuhrparkmanagement bei Trans-o-flex. Locker erreicht wird auch eine Einsparung von rund 30 Prozent der Beleuchtungsenergie.

 

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Positive Erfahrungen mit der Umstellung auf LED: „Auch die Mitarbeiter empfinden das neue Licht als hell und angenehm", sagt Dirk Kaiser von Trans-o-flex.

 

„Deutlich weniger Energieverbrauch durch LED.“

 

Ähnliche Erfahrungen haben auch die beiden anderen oben angesprochenen Unternehmen gemacht: das Congress Center Rosengarten und das Universitätsklinikum Mannheim. Eine weitere Gemeinsamkeit: Ebenso wie Trans-o-flex haben sie sich für die Contractinglösung „Smart Light Efficiency“ entschieden. Dabei übernehmen MVV und das Partnerunternehmen luminatis die Planung, Modernisierung, Finanzierung, Instandsetzung und Gewährleistungsabwicklung.

 

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Baustein 4: nachhaltig auf Zukunftskurs

Wie soll die Umstellung auf die neue, intelligente Zählerwelt aussehen – Stichwort „Smart Metering“? Soll die Fahrzeugflotte schrittweise auf E-Mobility umgestellt werden? Und falls ja: Wo laden die Mitarbeiter die firmeneigenen Fahrzeuge auf und wie sehen effiziente Abrechnungsmodelle für das Aufladen am Wohnort aus?

Solche Fragen stehen für die nächste Zeit auf der Agenda vieler Unternehmen. Zum Beispiel E-Mobility: Die SAP Arena in Mannheim hat vor zwei Jahren eine erste Doppelladesäule installiert. „Die ist seit über einem Jahr zu 100 Prozent ausgelastet", sagt Markus Wincher, Leiter Facility-Management der SAP Arena: „Wir planen daher, eine zweite Doppelladesäule zu errichten.“ Auch beim Landtechnikanbieter John Deere stehen mittlerweile Ladestationen auf dem Firmengelände. Hier erfahren Sie mehr über das Best Practice.

Der ‚gordische Knoten‘ bei Energiefragen wird also weiter an Komplexität gewinnen – und genauso gewinnen „Energy and Efficiency as a service“ an Bedeutung.

Markus Wincher

Firmenkunden und Besuchern das Laden ihres Fahrzeugs anbieten zu können ist ein klarer Vorteil: Markus Wincher, Leiter Facility-Management der SAP Arena, sieht eine wachsende Nachfrage.

Energiefonds

Beim MVV Energiefonds beschaffen Experten die gesamte Energiemenge in monatlichen Tranchen von bis zu 36 Einkäufen. Das senkt das Risiko von zu hohen Energiekosten.

Energieverbrauch

Veraltete Heizungs- und Warmwasserzirkulationspumpen sind wahre Stromfresser. Eine Modernisierung der Anlagen senkt den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß.

LED-Beleuchtung

Die Umstellung auf LED-Beleuchtung schafft nicht nur bessere Lichtverhältnisse, sondern auch einen massiven Effizienzvorsprung in puncto Energieverbrauch.

Doppelladesäule

Die Doppelladesäule bei der SAP Arena in Mannheim ist mittlerweile zu 100 Prozent ausgelastet. Eine zweite ist nun in Planung.

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