BHKW – Energiekosten sparen ohne Eigeninvest

Wie funktioniert ein Blockheizkraftwerk (BHKW)?

Ein BHKW produziert Strom durch die Verbrennung von Brennstoff und erzeugt gleichzeitig Wärme. Ein solches Funktionsprinzip nennt man Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Als Brennstoffe kommen neben fossilen auch nachwachsende Rohstoffe in Frage. Somit kann ein BHKW nicht nur mit Erdgas oder Heizöl, sondern auch mit erneuerbaren Energieträgern, wie z.B. Biogas, Biodiesel, Holzpellets oder Holzhackschnitzeln, betrieben werden. Ein BHKW wird möglichst nah am Ort des Wärmeverbrauchs installiert und betrieben. Dabei kann die Wärme als Prozesswärme sowie für die Raumheizung, das Warmwasser oder aber die Kühlung genutzt werden.

 

Welche Vorteile bietet ein BHKW?

Planungsarbeiten
Aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz verbrauchen BHKW wesentlich weniger Primärenergie als herkömmliche Kraftwerke. Somit sparen Sie nicht nur teuren Brennstoff, sondern senken spürbar Ihren Energieverbrauch und verringern den CO2-Ausstoß um gut ein Drittel. Die hohe Energieeffizienz ist dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung zu verdanken. Dabei wird die Abwärme der Stromproduktion nicht ungenutzt an die Umgebung abgeleitet, sondern kann für eigene Zwecke im Unternehmen genutzt werden. Zudem werden BHKWs nahe am Ort des Wärmeverbrauchs betrieben. Lange Transportwege und damit verbundenen Energieverluste entfallen somit.

Wie sieht der Entscheidungsprozess für ein BHKW aus?

Bevor die Realisierung eines BHKW geplant wird, sollten mögliche energetische Schwachstellen im Unternehmen identifiziert und beseitigt werden. Auch die Planung technischer, organisatorischer oder struktureller Veränderungen sollte geklärt sein. Denn nur so kann ein BHKW richtig ausgelegt werden. Danach folgt der konkrete Entscheidungsprozess und es zeigt sich, ob sich ein BHKW auch wirklich lohnt.
Bestandsaufnahme
Konzeption und Auslegung eines BHKW
Untersuchung der Wirtschaftlichkeit
Realisierung
Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg einer BHKW-Anlage ist die Leistungsgröße. Daher wird anfangs immer eine Bestandsaufnahme des Bedarfs gemacht. Die Bestandsaufnahme sollte wenn möglich von erfahrenen Energieexperten durchgeführt werden. Sie führen hier zunächst eine Wärme- und Strombedarfsanalyse durch und analysieren die Daten der Energieabrechnung.
  • Datenerfassung
  • Wärmebedarfsanalyse
  • Strombedarfsanalyse
Im zweiten Schritt erfolgt dann die Konzeption und Auslegung des BHKW. Hier wird unter anderem geprüft, wie die Jahresdauerlinie (JDL) des Wärmebedarf und der Lastgang des Strombedarfs ist.
  • Jahresdauerlinie des Wärmebedarfs
  • Lastgang des Strombedarfs
  • Wärme-, Strom- und Brennstoffbilanz

In der dritten Phase geht es um die Wirtschaftlichkeit der BHKW-Anlage. Eine Reihe von Faktoren tragen dazu bei, ob sich ein BHKW wirtschaftlich lohnt. Zu diesen Faktoren gehören die Kapital- und Brennstoffkosten, die Kosten für die Wartung und Instandhaltung, die spezifischen Wärme-/ Stromerlöse und die vermiedenen Energiekosten.

  • Kapitalgebundene Kosten
  • Verbrauchsgebundene Kosten
  • Betriebsgebundene Kosten
  • Strombezugskosten und Stromvergütung
  • Jahressaldo und Amortisation
Zum Schluss geht es darum zu entscheiden, wie die Anschaffung eines BHKW realisiert und finanziert werden soll. Contracting ist eine sinnvolle Möglichkeit dar, ein Blockheizkraftwerk ohne Investitionskosten zu finanzieren. 
  • Detailplanung
  • Finanzierung und Betreibermodelle

Was ist BHKW-Contracting?

Die Investition selbst stellt meist eine große Hürde dar. Doch auch die Sicherheit der eigenen Investition spielt bei der Entscheidung eine wichtige Rolle. In diesem Fall kann BHKW-Contracting für Sie interessant sein. Dabei plant, baut, finanziert und betreibt ein Energielieferant (Contractor) das BHKW für Ihr Unternehmen. Er ist auch für den Betrieb, die Wartung und Instandhaltung des BHKW zuständig und übernimmt damit die gesamte Verantwortung für die Energieversorgung Ihres Betriebes. Auch die Haftung für mögliche Ausfälle wird auf den Contractor übertragen. Der Contractor verkauft die im BHKW erzeugte Nutzenenergie (z.B. Strom, Wärme oder Kälte) in vorher abgesprochener Menge und Qualität im Rahmen eines Liefervertrages an Sie. Er ist auch für den Bezug und den Einsatz der benötigten Energiemenge zuständig.

 

Sie als Contracting-Nehmer zahlen dem Energielieferanten eine Contracting Rate für dessen Dienstleistungen. Diese enthält üblicherweise einen Grundpreis für die Anlagenbereitstellung, einen Arbeitspreis für die Nutzenergie-Lieferung sowie einen Verrechnungspreis für die erbrachten Dienstleistungen.

Contracting

Welche Vorteile bietet BHKW-Contracting?

Wie finden Sie den richtigen Partner?

  • Sie entlasten die Umwelt und senken Ihre Energiekosten.
  • Ihre Betriebs- und Versorgungssicherheit steigt.
  • Sie lagern Ihr Investitionsrisiko aus und können finanzielle Mittel an anderer Stelle einsetzen.
  • Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und Instandhaltung erhalten Sie kosteneffizient aus einer Hand.
  • Sie übertragen technische und wirtschaftliche Risiken auf den Contractor. Eine effiziente Betriebsführung ist auch in seinem Sinne, da der Preis für die Energielieferung vertraglich festgeschrieben ist.
  • Ihr Unternehmen profitiert von günstigen Bezugs- und Einkaufskonditionen. 
  • Planung, Bau und Betrieb der Anlage sollten aus einer Hand kommen.
  • Neben dem Erfahrungswert sowie den Referenzen spielt auch der Innovationsgrad des Dienstleisters eine wichtige Rolle.
  • Achten Sie auf die Beratungskompetenz des Dienstleisters. Dieser sollte Sie umfassend über Fördermöglichkeiten sowie die Möglichkeit einer Finanzierung in Form von BHKW-Contracting informieren.
  • Der Dienstleister sollte eine fundierte Wirtschaftlichkeitsanalyse durchführen.
  • Ihr Partner gibt Ihnen eine hohe Budgetsicherheit und Planbarkeit, indem Sie einen Festpreis für Errichtung und Betrieb der Anlage vereinbaren können.  

Welche Förderungen gibt es für ein BHKW?

BHKW Kosten

Der Einsatz von Blockheizkraftwerken wird durch mehrere Finanzierungshilfen gefördert. Zuschüsse gibt es beispielsweise nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Welches Gesetz für Sie in Frage kommt, hängt von der Art des verwendeten Brennstoffs ab. Sie sollten außerdem prüfen, ob Sie regionale Fördergelder durch das Bundesland oder den Energieversorger in Anspruch nehmen können. Auch die KfW-Bank fördert solche Anlagen mit zinsgünstigen Krediten.

Alle Förderungen im Überblick

  • BAFA: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zahlt einen Investitionszuschuss für den Bau eines Mini-BHKW (bis 20 Kilowatt). Die Förderung liegt zwischen 1.900 und 3.500 Euro.
  • KfW-Darlehen: Die in Blockheizkraftwerken verwendete Kraft-Wärme-Kopplung wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durch zinsgünstige Kredite gefördert. Dazu gehören die Einrichtung, die Erweiterung und der Erwerb von KWK-Anlagen. Es gibt hierbei drei verschiedene Programme: "Erneuerbare Energien – Standard", "Erneuerbare Energien – Premium" und "KfW Energieeffizienzprogramm – Produktionsanlagen/-prozesse".
  • KWK-Zuschlag: Nach dem KWK-Gesetz wird unabhängig davon, ob der Strom selbst genutzt oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird, für jede erzeugte Kilowattstunde ein Zuschlag gezahlt.
  • Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Alle Anlagen bis 500 kW erhalten die garantierte Einspeisevergütung für 20 Jahre, sofern das BHKW mit Biomasse betrieben wird.
  • Vergütung der vermiedenen Netzkosten (vNNE): Da das BHKW den Strom vor Ort im Unternehmen produziert und damit lange Transportstrecken vermieden werden, zahlt der Netzbetreiber für die vermiedenen "vorgelagerten" Netzkosten eine Vergütung von 0,1 bis 2 Cent pro kWh.
  • Eigenstromprivileg: Von der EEG-Umlage sind solche Betriebe befreit, welche den Strom im eigenen oder gepachteten Blockheizkraftwerk für den Eigenverbrauch produzieren.
  • Förderung durch Bundesländer: Jedes Bundesland hat hat seine eigenen Fördermöglichkeiten. Informieren Sie sich daher über die entsprechenden Zuschüsse.

Wann lohnt sich ein BHKW, wann nicht?

+ Ihr Unternehmen benötigt das ganze Jahr über gleichzeitig Wärme und Strom.

 

+ Den produzierten Strom nutzen Sie zu einem größtmöglichen Teil selbst.

 

+ Besonders rentabel: Sie speisen den Überschuss an Strom in das öffentliche Netz ein und erhalten dafür eine Vergütung.

 

+ Strom aus dem öffentlichen Netz kaufen Sie nur noch zur Spitzenlastabdeckung dazu (z.B. wenn Ihr Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt extrem viel Strom benötigt).

 

Als Faustregel gilt, dass ein Blockheizkraftwerk wirtschaftlich ist, wenn es zwei Drittel des Jahres läuft. Das sind mindestens 6.000 von insgesamt 8.760 Jahresstunden.

Sie haben einen geringen Wärmebedarf und können die produzierte Wärme nicht selbst verbrauchen.

 

 Auch für besonders energieintensive Betriebe kann ein eigenes BHKW unrentabel sein. Denn sie sind häufig von der EEG-Umlage befreit und haben daher einen besonders günstigen Strompreis.

Blogartikel
Webinare

Das BHKW als intelligente Versorgungslösung

Ein BHKW kan Ihnen helfen, erhebliche Einsparpotenziale zu realisieren. In unserer Webinar Aufzeichnung erläutert Ihnen der Energieexperte Matthias Heldmann, anhand von Praxisbeispielen, mehr über die Wirtschaftlichkeitsfaktoren eines BHKW.

Das erwartet Sie:

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  • Integration eines Speichers
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Matthias Heldmann