E-Mobility: Dienstwagen zu Hause laden? Kein Problem!

25.06.20 11:30 von Gerhard Kiesbauer

eDienstwagen-ladenDie Energiewende ist endlich auch im Verkehrssektor angekommen. So wächst der Bestand an E-Fahrzeugen stark, auch und gerade in Unternehmen. Dies geschieht nicht zuletzt dank hoher Fördersummen für die Elektromobilität samt Ladeinfrastruktur. Nur, hat Ihr Unternehmen bei seinem Mobilitätskonzept auch alles im Blick? Wo werden Ihre Mitarbeiter die Fahrzeuge laden? Und wie lässt sich das Laden am besten abrechnen? Auch beim heimischen Laden können Unternehmer Aufwand und Zeit sparen. Wir verraten Ihnen, wie.

Kaufanreize, Ladeinfrastruktur & Co. nutzen

Verstärkt in Klimaschutz und Dekarbonisierungs-Maßnahmen zu investieren, ist für viele Unternehmen Teil ihrer Markenstrategie. Dabei steht die Elektrifizierung des Fuhrparks mittlerweile ganz oben auf der Agenda.

Gründe dafür gibt es viele. Nachhaltigkeitsbestrebungen sowie die Unabhängigkeit von Energiepreisen und ihren Schwankungen sind offensichtliche Vorteile.

Hinzu kommen der immense technische Fortschritt bei den E-Autos hinsichtlich Reichweite, Energieverbrauch und Verhältnis Batteriekapazität zu Batteriepreisen. Darüber hinaus fallen aktuell die Gesamtkosten des Betriebs von E-Fahrzeugen geringer aus, bedingt durch hohe Kaufprämien und Steuererleichterungen. Aber auch günstiger Ladestrom, geringere Wartungskosten oder die Förderung von öffentlichen und nicht-öffentlichen Ladepunkten (Fördermittel für Installation und Betrieb von Ladestationen – zum Beispiel Charge@BW oder PROGRES NRW) spielen eine Rolle.

Fest steht: Grundvoraussetzung ist, dass Ihre Mitarbeiter ihre Firmenwagen immer und überall zuverlässig laden können: im Betrieb, zu Hause und unterwegs. Nur wie steht es um die Ladeinfrastruktur?

Das Ladesäulenregister des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist momentan knapp 28.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland aus. Diese reichen für ca. 440.000 E-Fahrzeuge aus - also viel mehr, als zurzeit gemeldet sind (Stand Juni 2020: 280.000 E-Autos und Plug-in-Hybride).

Gleichzeitig werden auch die privaten Lademöglichkeiten ausgebaut. Denn nur so lassen sich Arbeitnehmer bzw. Dienstwagenfahrer überzeugen, auf E-Autos umzusatteln.

Dabei helfen innovative Energieunternehmen, für eine zuverlässige Ladeinfrastruktur zu sorgen. Auch wir bieten deutschlandweit die Installation und Koordination von Ladestationen bei Arbeitgeber, Arbeitnehmer zu Hause und für unterwegs an.

Zuhause laden: Wie werden die Stromkosten rückerstattet?

Wenn ein Dienstwagenfahrer zu Hause sein Elektrofahrzeug lädt, sollte dieser Strom vom Arbeitgeber rückerstattet werden. Für die Rückerstattung stehen folgende Optionen zur Verfügung:

Option 1: Pauschaler Auslagenersatz

Wenn keine konkrete Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch möglich oder gewollt ist, besteht die Möglichkeit, einen pauschalen Auslagenersatz anzusetzen.

Die Pauschale beträgt bei zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber

  • 20 Euro für Elektrofahrzeuge pro Monat
  • 10 Euro für Hybridelektrofahrzeuge pro Monat

Ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber liegt die Pauschale bei

  • 50 Euro für Elektrofahrzeuge pro Monat
  • 25 Euro für Hybridelektrofahrzeuge pro Monat

Diese monatlichen Pauschalen sind zurzeit bis Ende 2020 befristet und nur für Wenig-Fahrer geeignet.

Option 2: Manuelles Ablesen durch den Dienstwagenfahrer

Hier erfolgt die Rückerstattung der Ladekosten nach tatsächlichem Verbrauch, d.h. nach geladenen kWh. Dazu liest der Dienstwagenfahrer die Zählerstände manuell ab und übermittelt sie an den Arbeitgeber. Zwar ist dieser Weg der Rückerstattung genauer als bei Option 1, aber mit manuellem Aufwand und möglichen Fehlern beim Ablesen und der Datenübertragung behaftet.

Option 3: kWh-genaue automatische Rückvergütung

Verlässlicher ist es daher, wenn die Ladedaten direkt und automatisch an den Fuhrpark bzw. die Personalabteilung übermittelt werden.

Mit Online-Lösungen dokumentieren Energieunternehmen die getankten Mengen und übermitteln diese digital. So kann die Strommenge, die Zuhause geladen wurde, durch den Arbeitgeber kWh-genau und transparent rückerstattet werden – auf Wunsch sogar eichrechtskonform.

Bei Option 3 wird sowohl der Aufbau als auch der komplette Abrechnungsprozess vom Energieunternehmen übernommen, sodass Arbeitgeber Aufwand, Zeit und Kosten sparen. Diese Option ist die bequemste, sicherste und fairste Möglichkeit, den zuhause geladenen Strom an den Dienstwagenfahrer zu erstatten.

Welchen steuerlichen Vorteil können Unternehmen beim Laden von zuhause aus für sich verbuchen?

Die kostenfreie Überlassung von Ladestationen an den Arbeitnehmer ist zurzeit bis Ende 2030 steuerlich begünstigt. Das bedeutet, dass der Betrag vom Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil versteuert werden muss.

Hier ist für den entsprechenden lohnsteuerlichen Vorteil eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag möglich. Dies gilt auch, wenn Unternehmen sich an der Anschaffung einer Ladevorrichtung mit einem Zuschuss beteiligen.

Fazit

Das Angebot eines umfassenden Mobilitätskonzepts für elektrische Dienstwagen beinhaltet auch, an der eigenen Ladesäule zuhause laden zu können. Dabei ist neben der technischen Installation auch die Verrechnung des geladenen Stroms zu bedenken, denn der Dienstwagenfahrer lädt zuhause mit seinem eigenen Strom. Energieunternehmen wie MVV Enamic bieten alle nötigen Dienstleistungen aus einer Hand – das spart Aufwand, Kosten und Zeit für das Unternehmen.

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Themen: E-Mobility

Gerhard Kiesbauer

Autor: Gerhard Kiesbauer

Gerhard Kiesbauer ist seit 2018 Leiter des Teams Charge & Motion bei MVV. Gemeinsam mit seinem Team konzipiert, installiert und betreibt er ganzheitliche Ladeinfrastrukturlösungen für Geschäftskunden. Als überzeugter Elektromobilist bringt er dabei eigene Erfahrungen ein und berät unsere Kunden vom Netzanschluss bis zur Eigenerzeugung und Speicherung von Ökostrom.

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