Wärme-Contracting: Kosten reduzieren ohne eigene Investitionen

10.06.20 09:00 von Christoph Brodhagen

Warme-ContractingBeim Blick auf Ihre Wärmekosten kommen Sie ins Schwitzen, doch hohe Investitionen in energiesparende Maßnahmen sind aktuell nicht budgetiert? Mit dem sogenannten Wärme-Contracting können Sie Ihre Energiekosten signifikant senken, ohne selbst investieren zu müssen. Zugleich bauen Sie keine bilanzrelevanten Verbindlichkeiten auf und brauchen keine Kreditlinie in Anspruch nehmen. Erfahren Sie hier, wie Wärme-Contracting funktioniert. Stärken sie so nachhaltig Ihre Wettbewerbsfähigkeit ohne eigene Investition.

Was bedeutet Wärme-Contracting?

Der Contractor – also ein Unternehmen, das Contracting-Dienstleistungen anbietet – baut für Ihr Unternehmen eine komplette Wärme-Erzeugungsanlage: auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Dabei kümmert sich der Contractor auch um Planung, Bau und Betrieb der Anlage. Zudem liefert er die benötigte Nutzenergie (z.B. Wärme oder Dampf) an Ihr Unternehmen. Dieses ‚Energieliefer-Contracting‘ ist die häufigste Form des Contractings.

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Dabei wird die Leistung des Contractors über eine Vertragslaufzeit von 10 bis 15 Jahren mit einer monatlichen ‚Contractingrate‘ und einem verbrauchsabhängigen Wärmepreis abgegolten.

Zusätzlich kann der Contractor auch die Verantwortung für den Betrieb einer neuen oder bereits bestehenden Anlage übernehmen. Er optimiert dann die Betriebskosten, die Anlage selbst bleibt jedoch im Besitz des Unternehmens. Der Contractor erhält für seine Leistungen eine Betreiberpauschale (Betriebsführungs-Contracting).

 

Das Vorgehen beim Wärme-Contracting

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  1. Konzeption / Planung
    Im ersten Schritt konzipiert und plant der Contractor die neue Anlage. Dabei klärt er, wie hoch der Wärmebedarf ist und wie er sich künftig auch unter Berücksichtigung von Effizienzmaßnahmen entwickeln könnte. Idealerweise existieren im Unternehmen bereits eine solide Datenbasis und ein gutes Monitoring der Energieströme. Dann kann die Analyse des Contractors direkt darauf aufbauen. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt es sich, zunächst ein Messkonzept aufzustellen. Damit lassen sich mögliche Energieeinspar-Potenziale erkennen und die neue Anlage bedarfsgerecht auslegen.
  2. Finanzierung
    Für die Bau- und Betriebskosten der Anlage erhält der Contractor einen fixen jährlichen Grundpreis vom Auftraggeber, über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Zusätzlich bezahlt das Unternehmen die gelieferte Wärme über einen variablen Arbeitspreis. Kosten entstehen für Sie also erst nach Inbetriebnahme der Anlage, sie müssen den Bau nicht vorfinanzieren.
  3. Bau
    Der Contractor kümmert sich um den Bau der neuen Energieanlage. Dadurch werden die personellen Ressourcen des Contractingnehmers geschont: Sie gewinnen Zeit und können sich Ihrem Kerngeschäft widmen. Der Contractor sorgt für die Einhaltung des Zeitplans und ist verantwortlich für die Einhaltung des Investitionsbudgets.
  4. Betrieb
    Während der Vertragslaufzeit übernimmt der Contractor alle betrieblichen Aufgaben: Er ist auch zuständig für Wartungen und Inspektionen. Sollte dennoch eine Störung auftreten, wird diese von den Mitarbeitern des Contractors vertragsgemäß behoben. Auch die Kosten für unerwartete Instandsetzungen trägt der Contractor.
  5. Energielieferung
    Der Contractor kauft den benötigten Brennstoff kostengünstig am Markt ein. Damit betreibt er die neue Contracting-Anlage. Der Contractor gewährleistet über die gesamte Vertragslaufzeit die Effizienz der Anlage und führt das Energiemanagement durch.
  6. Übernahme der Anlage
    Nach Ende der Vertragslaufzeit geht die Anlage in den Besitz Ihres Unternehmens über. Alternativ ist auch ein Folge-Contracting möglich.

Ihre Vorteile

  • Sie benötigen kein Investitionsbudget.
  • Sie machen sich frei vom Betreiber- und Finanzierungsrisiko.
  • Sie haben Planungssicherheit bei den laufenden Kosten und können sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren.
  • Sie reduzieren Energiekosten und Emissionen.
  • Sie erhalten eine neue Wärme-Erzeugungsanlage. Nach Ende der Vertragslaufzeit geht diese in den Bestand Ihres Unternehmens über.
  • Sie profitieren von einer sehr hohen Versorgungssicherheit.

Fazit

Durch Wärme-Contracting erhalten Unternehmen ein auf Ihren individuellen Bedarf abgestimmtes Rundum-Sorglos-Paket. Der Contractor übernimmt alle Dienstleistungen: von der Planung, dem Bau und dem Betrieb der Anlage über die Energielieferung bis hin zur Finanzierung. Sie können Ihr Unternehmen damit ohne eigenen Kapitaleinsatz deutlich energieeffizienter aufstellen und Ihre Energiekosten nachhaltig senken. Entscheidend für den Erfolg ist die Auswahl eines erfahrenen Partners, dem Sie vertrauen können: Idealerweise kennen Sie ihn schon von anderen Projekten, oder weil er Sie seit Jahren mit Energie beliefert.

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Themen: Energieeffizienz und Energiemanagement

Christoph Brodhagen

Autor: Christoph Brodhagen

Christoph Brodhagen hat Maschinenbau mit der Fachrichtung Energie- und Wärmetechnik studiert und ist seit 30 Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Als Vertriebsingenieur bei der MVV Enamic GmbH widmet er sich der Umsetzung von Contractinglösungen für Businesskunden. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Energieeffizienz, KWK und Wärmeversorgung. T +49 621 290-3893 E-Mail christoph.brodhagen@mvv.de

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