Intelligentes Lademanagement: Lastspitzen vermeiden, bedarfsgerecht laden

14.05.20 08:59 von Gerhard Kiesbauer

LadelastmanagementMit der Elektromobilität ziehen zusätzliche Stromverbraucher in Unternehmen ein. Ein intelligentes Ladelastmanagement sorgt dafür, die notwendigen Investitionen und die laufenden Kosten für das Laden von Elektrofahrzeugen zu minimieren.

Beim Einstieg in die Elektromobilität müssen Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur gut geplant werden. Denn Ladestationen können wegen ihrer hohen und kurzfristigen Leistungsbedarfe von bis zu 22kW pro Ladepunkt sehr schnell neue Spitzen im Lastgang erzeugen. Das kann für Unternehmen mit einer „registrierenden Leistungsmessung“ (RLM) teure Konsequenzen haben.

Mit intelligentem Laden die Kosten im Griff

Ein intelligentes Lademanagement hilf dabei, diese Kosten zu verringern. Durch Vernetzung der Ladestationen untereinander entsteht eine ganzheitliche Lösung für den Ladepark. Darüber hinaus lässt sich dieser optimal in das Energiemanagement eines Unternehmens einbinden. Konkret bedeutet das, dass alle zu ladenden Fahrzeuge in einem gewissen Zeitfenster mit dem notwendigen Strom versorgt werden, ohne die vorhandene Anschlussleistung zu überschreiten oder den Leistungspreis auf der Stromrechnung zu erhöhen.

Dass bei Stromkunden mit RLM in 15-Minuten-Intervallen kontinuierlich die Stromabnahme und daraus der Lastgang ermittelt wird, macht das intelligente Laden von Elektrofahrzeugen – ebenso wie für das betriebliche Spitzenlastmanagement – überhaupt erst möglich. Ab einem Jahresstromverbrauch von über 100.000 kWh ist RLM Pflicht, aber auch Unternehmen mit einem geringeren Verbrauch haben das Recht, solche Zähler installieren zu lassen.

Begriffsdefinition und Ausprägungsstufen

Für das Lade- und Lastmanagement selbst stehen dann je nach Bedarf des Unternehmens verschiedene Ausprägungsstufen zur Verfügung: unterschieden wird zwischen Lade- und Lastmanagement, statisch und dynamisch.

  • Lademanagement beschreibt die Regelung der Ladeleistung je Ladepunkt innerhalb einer Ladestation oder einem Verbund von Ladestationen.
  • Lastmanagement zielt auf die Optimierung der abrechnungsrelevanten Netzbezugsleistung aus der Kombination aller Verbraucher und Erzeuger Ihrer Liegenschaft ab.
  • Beim statischen Lademanagement wird für alle Ladestationen eine bestimmte Ladeleistung fix reserviert und gleichmäßig auf die angeschlossenen Elektroautos aufgeteilt. Der sonstige Strombedarf im Unternehmen oder die unterschiedlichen Ladeleistungen der angeschlossenen Elektrofahrzeuge werden nicht berücksichtigt.
  • Beim dynamischen Lastmanagement richtet sich der an der Ladestation verfügbare Strom nach dem aktuellen Leistungsbedarf im gesamten Unternehmen. Sinkt dieser Bedarf, steht für das intelligente Laden mehr Strom zur Verfügung.

Relevant für Umlagen und Steuern

Mit dem intelligenten Laden von Elektrofahrzeugen lassen sich zudem weitere Faktoren des Strompreises wie die Stromsteuer oder die EEG-Umlage optimieren. Dafür müssen der Strommix des Unternehmens und der Nutzerkreis der Ladepunkte berücksichtigt werden. Es ist beispielsweise relevant, ob das Unternehmen den Strom für die Ladestation selbst erzeugt oder aus dem Netz bezieht, ob die Ladepunkte selbst oder von einer Fremdfirma betrieben werden oder ob neben dem eigenen Fuhrpark auch Kundenfahrzeuge die Ladestation nutzen können. Die jeweiligen Auswirkungen zeigt eine detaillierte Matrix des DIHK.

Welche Anwendungsfälle gibt es beim Betrieb von Ladesäulen?

Anwendungsfälle Ladesäulenbetrieb

Quelle: DIHK 

 

Wie Unternehmen einen optimalen Einstig in die Elektromobilität und das intelligente Ladelastmanagement finden, ist zudem Thema unseres frei verfügbaren Webinars.

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Themen: Steuern und Abgaben, E-Mobility, Energieeffizienz und Energiemanagement

Gerhard Kiesbauer

Autor: Gerhard Kiesbauer

Gerhard Kiesbauer ist Leiter des Teams Charge & Motion bei MVV. Davor war er Senior Key Account Manager bei GETEC heat & power GmbH. Zudem gründete er erfolgreich die GETEC Climate Projects GmbH und GETEC Industriegase GmbH.

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