Unternehmerische Nachhaltigkeit: Erfolgsfaktor für den Mittelstand

09.07.20 14:18 von Susanne Moosmann

unternehmerische_NachhaltigkeitEine nachhaltige Entwicklung ist für mittelständische Unternehmen traditionell wichtig – und wird immer wichtiger. Das liegt zum einen an steigenden Erwartungen von Kunden, Banken und Kapitalgebern sowie weiteren Stakeholdern. Zum anderen erwarten nicht nur global agierende Konzerne von ihren Lieferanten eine eindeutig definierte, transparente Nachhaltigkeitspolitik. Wir geben einen kurzen und kompakten Überblick, wie Firmen dabei am besten vorgehen können. Mehr dazu und zum Aufbau eines eigenen Nachhaltigkeits-Managementsystems am 16. Juli in unserem Webinar „Unternehmerische Nachhaltigkeit“.

Nachhaltigkeit wird immer mehr zu einem zentralen Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg. Dabei ist der Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ vielschichtig. Im Kern umfasst er drei Dimensionen:

  • Die ökologische Nachhaltigkeit. Natur und Umwelt sollen für die nächsten Generationen erhalten bleiben: beispielsweise durch eine Minimierung des Ressourcenverbrauchs, durch eine gesteigerte Energieeffizienz oder durch die Verwendung von erneuerbaren Energien und Rohstoffen. 
  • Die ökonomische Nachhaltigkeit. Sie schafft dauerhaft akzeptable Grundlagen für wirtschaftltliche Entwicklung und Erfolg.
  • Die soziale Nachhaltigkeit. Die eigenen Verantwortung im Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Beziehungen zu Interessensgruppen stehen dabei im Mittelpunkt. Angestrebt wird eine zukunftsfähige, lebenswerte Gesellschaft.

Wie beeinflusst das Nachhaltigkeitsmanagement den Unternehmenserfolg?

Themen wie Umweltschutz, ein schonender Umgang mit Ressourcen und faire Arbeitsbedingungen sind ein klarer Wettbewerbsvorteil. Zu den Vorteilen nachhaltigen Wirtschaftens können beispielsweise zählen: 

  • Umsatzsteigerung durch höheren Absatz. Nachhaltiges Handeln liefert oft das entscheidende Kauf-Argument im Vergleich zu Wettbewerbern.
  • Energieeffizienzmaßnahmen, Abfall- und Materialreduzierung ermöglichen oftmals beträchtliche Kosteneinsparungen.
  • Größeres Innovationspotenzial.
  • Höhere Beliebtheit bei Investoren.
  • Motivierte Mitarbeiter und niedrigere Fluktuation.

Was ist für Unternehmen wichtig?

Unternehmen können ihre Geschäftsprozesse und Produkte mit Hilfe von eigenen Nachhaltigkeitskriterien und -zielen hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und sozialer Wirkungen optimieren.

Im ersten Schritt ist es wichtig, Ihre unternehmerischen Stärken und Schwächen zu analysieren. Was ist Ihre Kernkompetenz? Ihre Vorteile einer solchen Analyse:

  • Sie gewinnen Klarheit darüber, wo Ihr Unternehmen aktuell steht.
  • Sie bestimmen relevante Handlungsfelder.
  • Sie bekommen eine Basis für eine fundierte Außendarstellung (z.B. Erstellung Nachhaltigkeitsbericht).

Wie bestimmen Sie die Wesentlichkeit?

Ein Ansatzpunkt dafür ist zu analysieren, welche Anforderungen von außen an Ihr Unternehmen herangetragen werden. Also etwa, welche Wünsche und Forderungen wichtige Stakeholder haben.

  • Geschäftspartner: Stichworte CSR-Berichtspflicht oder die Bewertung durch die Rating-Agentur EcoVadis. Oder sind Sie Zulieferer und in die Lieferketten eines Großunternehmens eingebunden?
  • Gesetzgeber: Staatliche Stellen dringen auf vielen Ebenen auf mehr Nachhaltigkeit. Auf deutscher und europäischer Ebene wird bereits diskutiert, die gesetzlichen Vorgaben zu verschärfen, damit Unternehmen nachhaltiger produzieren.
  • Kunden: Diese wissen oft am besten, was sie von Ihnen und Ihren Leistungen erwarten.

Wie baue ich ein Nachhaltigkeits-Managementsystem auf?

Um genau diese Frage geht es in unserem Webinar „Unternehmerische Nachhaltigkeit“ am 16. Juli. Jetzt anmelden!

Ein kleiner Einblick vorab: Empfehlenswert ist es, das Nachhaltigkeitsmanagement in das bestehende Managementsystem zu integrieren. Nutzen Sie bereits bestehende Strukturen und erweitern Sie Ihre strategischen Ziele durch konkrete Nachhaltigkeitsziele. Bestimmen Sie einen Verantwortlichen für das Nachhaltigkeitsmanagement und geben Sie ihm Rückendeckung durch die Geschäftsführung.

Die wichtigsten Schritte:

  • Fragen Sie sich, wofür Ihr Unternehmen stehen soll. Nachhaltigkeitsziele sind immer individuell und müssen zum Kerngeschäft des Unternehmens passen. Welche Herausforderung hat Ihr Unternehmen zu meistern? Entwickeln Sie konkrete Ziele – zum Beispiel, innerhalb der kommenden 5 Jahre CO2-frei zu produzieren, wie in unserem Best Practice Beispiel der Linhardt & Co. GmbH.
  • Achten Sie darauf, Ihre Ziele klar zu formulieren, und bauen Sie Meilensteine als Zwischenziele ein. Dann legen Sie fest, mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Ziele erreichen können. Beispiel CO2-freie Produktion: Durch den „Umstieg auf LED-Beleuchtung“ senken Sie Ihren Energieverbrauch und CO2-Ausstoß signifikant. Hier ist es oftmals sinnvoll, sich externe Unterstützung ins Haus zu holen.
  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie Ihre Ziele und Zwischenziele erreicht haben. So können Sie feststellen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind oder noch weitere Verbesserungen erforderlich sind.
  • Machen Sie die Erfolge Ihres Nachhaltigkeitsmanagements transparent und teilen Sie diese Ihren Stakeholdern mit.

Fazit

Nachhaltigkeit ist für mittelständische Unternehmen wichtig – doch sie ist nicht nur Sache einer einzelnen Abteilung. Das Thema sollte Teil der Kernprozesse eines Unternehmens sein: Sobald Nachhaltigkeit im Unternehmen richtig verstanden und in die Managementsysteme integriert wird, können Unternehmen die Vorteile auch nutzen – und nicht nur Vorgaben erfüllen. In unserem Webinar „Unternehmerische Nachhaltigkeit“ beleuchten wir das Vorgehen genauer.

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Themen: Trends und Wissenswertes

Susanne Moosmann

Autor: Susanne Moosmann

Susanne Moosmann ist seit Ende 2019 bei der BFE mit im Boot. Ihre Fokus Themen sind bereits viele Jahre Nachhaltigkeitsmanagement und Managementsysteme. Neben dem Validieren von Nachhaltigkeitsberichten richtet sie ihren Blick auf die Einführung und systematische Festigung von Nachhaltigkeitsthemen in Unternehmen. Gängige Rahmenwerke, wie der deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK), die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) oder die Sustainable Development Goals (SDG) bilden dabei eine wesentliche Grundlage.

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