Was bedeutet das Verbot von T8-Leuchtstoffröhren für Unternehmen?

27.01.22 13:14 von Oktay Secer

T8-VerbotDie EU-Verordnung zur Festlegung von Ökodesign-Anforderungen an Lichtquellen passt nach und nach den Leuchtmittelmarkt an die EU-Klimaziele an. Die Folge: Sie verbietet T8-Leuchtstoffröhren ab September 2023. Was dies für Unternehmen und Kommunen schon jetzt bedeutet, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

Was sind T8-Leuchtstoffröhren und ab wann werden sie verboten?

Bereits seit September 2021 dürfen sogenannte Energiesparlampen (Lichtquellen mit integriertem Vorschaltgerät) nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.

Ab 1. September 2023 gilt dies laut Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2020 – auch Single Lighting Regulation (SLR) oder One Lighting Regulation (1LR) genannt – nun auch für T8-Leuchtstoffröhren sowie für die meisten Typen der heute noch erlaubten Halogenlampen.

Dieses Verbot betrifft insbesondere Leuchtstoffröhren des Typs T8 mit den Standardgrößen von 18, 36, 58 Watt bzw. 600 mm, 1200 mm, 1500 mm. Ausnahmeregelungen gibt es für T8-Röhren in Sonderlängen wie z. B. die 30W, 36W und 38W – diese sind weiterhin zugelassen.

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Verbot von Leuchtstoffröhren: Das Aus für die Stromfresser

Warum werden sie verboten?

Viele Leuchtstoff- und Halogenlampen erfüllen nicht die Mindesteffizienzwerte, die für das Erreichen der Klima- und Effizienzziele von der EU gesetzt wurden. So weist die T8-Leuchtstoffröhre im Vergleich zu modernen Leuchtmitteln relativ schlechte Werte auf:

  • Geringe Lebensdauer: nur etwa 15.000 Stunden
  • Wenig Effizienz: nur etwa 80 Lumen pro Watt

Welche Auswirkungen hat das Verbot?

Besonders betroffen von dieser EU-Verordnung sind Betreiber von Beleuchtungsanlagen in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie Kommunen.

Für Nutzer von Lichtquellen und Betriebsgeräten, die die EU-Anforderungen nicht mehr erfüllen, gilt:

  • Bereits gekaufte Leuchtstoffröhren bzw. Lagerbestände können weiterhin verwendet werden.
  • Der Handel kann noch vorhandene Bestände verkaufen.
  • Nach dem Stichtag (1. September 2023) hergestellte Produkte dürfen nicht mehr an den Handel verkauft werden.

Somit steigt in Unternehmen und Kommunen der Druck, ein passendes Ersatzkonzept zu finden.

Welche Leuchtmittel können Unternehmen stattdessen verwenden?

Eine frühzeitige, vorausschauende Planung spart nicht nur Energie, sondern auch Geld. Allerdings müssen mehrere Punkte beachtet werden:

  • T8-Leuchtstoffröhren gelten als Sondermüll und müssen beim kommunalen Entsorgungsunternehmen oder im Handel abgegeben werden.
  • Lichtsteuerung sowie Umfeld der Leuchtmittel erfordern im Normalfall eine überlegte Planung und die Nutzung moderner Lösungen.
  • Arbeitsschutzgesetz und Brandgefahren müssen beachtet werden.
  • Das Ersetzen von Leuchten kann Anpassungsarbeiten nach sich ziehen.
  • Umbaumaßnahmen der Leuchten haben die Folge, dass Garantien erlöschen und die Produkthaftung und -verantwortung auf die Lichtquellen-Betreiber übergehen.
  • Die langfristige Entwicklung der Strompolitik und mögliche Gesetzesvorhaben müssen beachtet werden.

In den allermeisten Fällen lohnt sich die Umrüstung auf LED

In vielen Unternehmen fehlt nicht nur das Know-how, sondern auch die Zeit, sich mit allen Aspekten passender Leuchtmittel zu befassen. Generell lässt sich sagen: Eine Umstellung auf LED lohnt sich für Unternehmen schon jetzt.

Denn LED-Leuchtröhren haben eine Lebensdauer von über 50.000 Stunden und sind hoch energieeffizient. Mit ihnen lassen sich bis zu 80 Prozent Stromkosten einsparen.

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Fazit

Mit der Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2020 stellt die EU schrittweise strengere Anforderungen an Lichtquellen. Die T8-Leuchtstoffröhren im Standardmaß sind nur ein Teil der Leuchtmittel, der davon betroffen ist. Dies hat Auswirkungen auf Hersteller, Handel und Verbraucher innerhalb der EU: Die Lichtquellen sollen nachhaltiger werden, und das ist gut so. Schließlich schlummert in vielen Unternehmen großes Potenzial, um Energie und Kosten zu sparen.

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Themen: Beleuchtung

Oktay Secer

Autor: Oktay Secer

Oktay Secer ist seit 2010 in der Energiewirtschaft tätig und befasst sich seit 2018 in der MVV Energie Gruppe mit der Effizienzsteigerung und Reduzierung von Energiekosten durch ganzheitliche Lösungsansätze. Seit 2021 verantwortet er als Geschäftsführer der luminatis Deutschland GmbH den Bereich Smart Light Efficiency – Effiziente LED-Lösungen.

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Oktay Secer
Geschäftsführer, lunminatis Deutschland GmbH
 
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