Energie sparen in der Industrie – so senken Sie Kosten und CO2-Ausstoß

02.07.20 12:42 von Jörg Schlehe

Dekarbonisierung_2_EnergieeffizienzNutzen Sie noch Energie aus fossilen Brennstoffen? Welche Temperatur brauchen Sie wirklich für Ihre Kühlung? Wo benötigen Sie die Wärme, an welchen Stellen „verpufft“ sie? Wer diesen Fragen auf den Grund geht, kann in seinem Unternehmen viel Energie einsparen – und gleichzeitig die Betriebskosten erheblich senken. Denn Wärme- und Stromverbrauch machen durchschnittlich 2 bis 10 Prozent des Jahresumsatzes eines Industrieunternehmens aus. Doch wie können Sie den Energieeinsatz optimieren? Wir haben hier für Sie die wichtigsten Tipps rund um das betriebliche Energiesparen zusammengestellt. Mehr dazu und zu staatlichen Fördermitteln erfahren Sie in unserem Webinar „Industrie effizient – So senken Sie Energieverbrauch und -kosten“ am 7. Juli um 09:00 Uhr.

Wie startet man einen Prozess, um nachhaltig Energie zu sparen?

Zunächst sollten Sie den Energiefressern in Ihrem Unternehmen auf die Spur kommen. Doch wie? Die nötige Transparenz schafft ein Messsystem, das den Energieverbrauch an verschiedenen Stellen in Ihrem Unternehmen erfasst und übersichtlich für Sie aufbereitet. So wissen Sie schnell, wo wie viel Energie hinfließt und können gezielte Energiesparmaßnahmen ergreifen. Lesen Sie dazu mehr in unserem Best Practice Beispiel mit Ensinger Mineral-Heilquellen.

Wie viel Energie lässt sich wo im Unternehmen einsparen?

Energie optimal einsetzen, nur so viel verbrauchen, wie notwendig und den CO2-Fußabdruck verbessern: Unsere 7 Tipps geben Ihnen wichtige Ansatzpunkte.

Beleuchtung

Licht an, Kosten runter: Ein Umstieg auf LED macht das möglich. Insgesamt kann eine moderne Beleuchtungsanlage die Stromkosten um mehr als 50 Prozent reduzieren. Wer sich dabei für ein LED-Contracting entscheidet, spart ab dem ersten Tag der Vertragslaufzeit,  ohne dass Eigeninvestitionen erforderlich sind.

Wärmeversorgung

Eine Optimierung der Wärmeversorgung, z.B. über ein Wärme-Contracting, lässt die Energiekosten schnell schmelzen: Gut 30 Prozent sind möglich durch folgende Maßnahmen:

  • Modernisierung oder Austausch der Heizung
  • Umstieg auf erneuerbare Energien wie Solarthermie, Holz- oder Pelletheizung
  • Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlagen)
  • Bessere Dämmung von Außenwänden, Fenstern und Türen
  • Abwärme-Nutzung: Bis zu 70 Prozent der eingesetzten Wärme gehen über Abluft und Abwasser verloren. Alleine die Wärmerückgewinnung von beheizter Gebäudeluft bringt eine Heizkostenersparnis von 20-30 Prozent, durch die Nutzung von Abwärme in der Industrie kann sogar ein Heizwärme-Überschuss erzielt werden.

Elektrische Antriebe

Elektrisch angetriebene Systeme verbrauchen fast 80 Prozent des gesamten Stroms in Industrie und Gewerbe. Ein Blick auf Pumpen und Motoren rechnet sich deshalb fast immer: Hier schlummert ein Einsparpotenzial von gut 30 Prozent. Die wichtigsten Hebel zum Energiesparen:

  • Nutzen Sie den technischen Fortschritt: Moderne Antriebssysteme sind stufenlos regulierbar und laufen mit optimaler Drehzahl.
  • Passen Sie Ihr Antriebskonzept regelmäßig an die Betriebserfordernisse an und verhindern Sie damit Leerläufe.
  • Setzen Sie auf regelmäßige Wartungen.

Kälte und Kühlung

Der Kälteverbrauch kann durch technische Investitionen um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Das größte Potential zum Ener­gie­spa­ren liegt dabei in der Optimierung der Verdampfungs- und Kondensa­tions­-Tem­peratur. Ein an die Gegebenheiten angepasstes Kältemittel und eine Wärmerückgewinnung bringen zudem einen entscheidenden Energiekosten-Gewinn. Aber auch einfache Maßnahmen wie das Einhalten der Wartungsintervalle können den Energieverbrauch deutlich senken.

Druckluft

Wussten Sie, dass oft die Druckluftverteilung das schwächste Glied in der Druckluftbereitstellung ist? Durch eine optimale Dimensionierung der Leitungen, die passenden Kompressoren und das richtige Druckniveau lässt sich hier viel Geld sparen. Spüren Sie zudem Leckagen regelmäßig durch ein Ultraschall-Suchgerät auf: So verhindern Sie, dass bis zu 30 Prozent der erzeugten Druckluft einfach verpufft. Mögliche Ersparnis bei einer der teuersten Energieformen: 50 Prozent.

Ventilatoren / Lüftung

Hier gibt es oft ein Einsparpotenzial von gut 25 Prozent. Zudem schaffen optimierte Lüftungsanlagen ein besseres Raumklima. Die Liste der Ansatzpunkte ist lang: Angefangen bei fehlenden Regelungen, falschen Einstellungen, fehlender Wartung bis hin zu einer veralteten Bauweise.

Mitarbeiter sensibilisieren

Macht der Letzte nach Feierabend das Licht und die Maschinen aus sowie die Türen zu? Werden auch kleine Geräte und Adapter abends vom Strom getrennt? Dann sind Sie auf dem richtigen Weg zu mehr Energieeffizienz. Doch nicht jeder weiß, mit welchen Maßnahmen Strom und Wärme eingespart werden können. Sensibilisieren Sie deshalb Ihre Mitarbeiter für die Themen Energieeffizienz und Umweltschutz.

Fazit

Energieeffizienz rückt immer stärker in den Blick vieler Unternehmen: Denn Energiesparmaßnahmen bringen langfristige immense Kosteneinsparungen. Zugleich ermöglichen sie eine nachhaltigere, ressourcenschonende Produktion und eine Senkung des CO2-Ausstoßes. Unternehmen sind dabei nicht auf sich alleine gestellt: Zahlreiche staatliche Förderprogramme ebnen den Weg zur Dekarbonisierung Deutschlands und mehr Nachhaltigkeit. Lassen Sie sich dabei von Energieeffizienz-Beratern unterstützen – auch ihr Einsatz wird vom Staat gefördert.

Dekarbonisierung Energieeffizienz in der Industrie

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Themen: Energieeffizienz und Energiemanagement

Jörg Schlehe

Autor: Jörg Schlehe

Nach seinem Maschinenbaustudium in Aachen begann Jörg Schlehe sein „Leben im Kraftwerk“ als Betriebsingenieur für die Degussa AG. Als Leiter der GuD-Kraftwerke einer Tiefdruckerei in Norditalien sowie einer Papierfabrik initiierte und leitete er Energieeffizienzprojekte. Ab 2013 leitete er das technische Assetmanagement für MVV Enamic mit Verantwortung für 90 dezentrale Energielösungen bzw. Contractingverträge. Seit 2020 ist Herr Schlehe Vertriebsingenieur für Kunden aus der Industrie.

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