Agiles Projektmanagement – das Allround-Talent von morgen

14.06.18 13:21 von Esther Gensrich

Agiles ProjektmanagementPlanung, Konzeption, Entwicklung, Test und Auslieferung – kommen Ihnen diese Schritte in den Sinn, wenn ein Kunde Sie mit der Entwicklung eines neuen Produktes beauftragt? Und falls ja, wie reagieren Sie, wenn dieser Kunde nun mitten im Prozess der Entwicklung auf einmal neue Funktionalitäten fordert? Haben Sie eine Lösung parat? Falls hier Ihre Antwort nein lautet, dann haben wir für Sie: das agile Projektmanagement. Im Gegensatz zum klassischen Projektmanagement arbeitet es mit flexiblen Arbeitsschritten und ermöglicht so die stetige Verbesserung eines Produkts im Entwicklungsprozess.

Was bedeutet agiles Projektmanagement?

Das agile Projektmanagement hat seinen Ursprung in der Softwareentwicklung und stellt einen Gegenentwurf zum klassischen Projektmanagement dar. Denn dessen lineares Modell scheiterte mit der Zeit an der hohen Innovationsgeschwindigkeit in der IT. Das agile Projektmanagement kontert mit einem iterativen, also sich ständig wiederholenden, Prozess, der sich durch die stetige Verbesserung des geplanten Produktes auszeichnet.

Statt Phase um Phase zu durchlaufen und den Stakeholdern erst am Ende das fertige Endprodukt zu präsentieren, sind regelmäßige Feedbackrunden mit dem Kunden Teil des agilen Projektmanagements. Diese folgen auf jede Time Box, eine festgelegte zeitliche Etappe, an deren Ende jeweils ein funktionsfähiges Zwischenprodukt steht. Durch dessen Bewertung können Anforderungen ständig neu erfasst und umgesetzt sowie Probleme frühzeitig behoben werden. Den Beginn des Prozesses stellt eine Produktvision dar, die im Entwicklungsprozess jedoch beliebig verändert werden kann.

Kommunikation ist ein Schlüsselfaktor im agilen Projektmanagement. Dies gilt sowohl innerhalb der selbstverwalteten Teams als auch zwischen den Projektteams und dem Kunden. Dieser hat in der gesamten Entwicklung ein entscheidendes Mitspracherecht. Die Fokussierung verschiebt sich im Prozess weg von Termin- und Kostentreue hin zu einem zufriedenstellenden Endprodukt.

Das agile Projektmanagement gilt als Überbegriff für mehrere Methoden, denen agile Werte und Prinzipien zu Grunde liegen. Diese sind im Agilen Manifest zusammengefasst, das als einzige anerkannte Quelle für die Definition dieser Projektmanagement-Form dient. Vier zentrale Werte stellen dabei die folgenden Aussagen dar, die so wörtlich aus dem Manifest übernommen sind.

1. Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge
2. Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation
3. Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung
4. Reagieren auf Veränderung mehr als das Befolgen eines Plans

Die Autoren des Manifests erklären dazu, dass im agilen Projektmanagement die Werte der rechten Seite zwar geschätzt, die der linken Seite jedoch stärker bewertet werden.

Einsatz des agilen Projektmanagements

Auch wenn das agile Projektmanagement aus der Software-Entwicklung stammt, ist es in seinen Grundzügen auf die Entwicklung zahlreicher Produkte und Services anzuwenden. Gerade die stark verkürzten Produktlebenszyklen von Hardware-Produkten wie technische Geräte, Automobile und Co. fordern die ständige Anpassung an neue Erwartungen.

Allgemein eignet sich die agile Form des Projektmanagements besonders gut, wenn zu Beginn des Entwicklungsprozesses nur vage Vorstellungen der Anforderungen an das (komplexe) Endprodukt bestehen, dieses ständigen Veränderungen ausgesetzt ist und/oder schnell marktfähig sein muss.

Die beiden bekanntesten Methoden

Scrum

Scrum ist sehr allgemein und kann daher für das Projektmanagement jeder Branche angewendet werden. Zentral sind definierte Rollen: das selbstorganisierte Entwicklungsteam, der Scrum Master, der den Prozess managt, und der Product Owner, der fachliche Anforderungen stellt und priorisiert. Diese Anforderungen sind im Product Backlog zusammengefasst, aus welchem der Sprint Backlog jeder Entwicklungsetappe (Sprint) erarbeitet wird. Der Begriff Backlog beschreibt dabei die gesammelten Anforderungen, die in einem Sprint bearbeitet werden. Am Ende jedes Sprints steht ein Produktinkrement, ein voll funktionsfähiges Zwischenprodukt. Das wird wiederum in einem Sprint Review durch das Team, den Product Owner und die Stakeholder bewertet.  Die Arbeit des Projektteams wird in der sogenannten Sprint Retrospective einem Feedback unterzogen. Ein tägliches kurzes Meeting, das Daily Scrum, dient der Koordination des Entwicklungsteams.

Kanban

Im Mittelpunkt der Kanban-Methode steht das sogenannte Kanban Board, das den Arbeitsprozess visualisiert. Anforderungen sind auf Post-Its nach ihren jeweiligen Zuständen geordnet: To-do, In Progress und Done. Dabei soll eine vom Team festgelegte Anzahl von gleichzeitig zu erledigenden Aufgaben nicht überschritten werden, um schnelle Durchlaufzeiten und einen agilen Arbeitsfluss zu erreichen. „Step by step“ nähert man sich so dem Ziel. Einen festen Zeitrahmen gibt die Kanban-Methode nicht vor. Im Gegensatz zu Scrum visualisiert Kanban lediglich den Prozess, ändert ihn jedoch nicht.

Fazit

Branchenunabhängig fordern der sich rasant entwickelnde Markt und die ständig steigenden Erwartungen der Kunden eine Projektmanagementform, die den Anforderungen gerecht wird. Das agile Projektmanagement besticht durch Flexibilität und Dynamik und passt sich so den Maßstäben unserer modernen Welt an.

Werfen Sie auch einen Blick in die Rubrik „Trends und Technologien“. Dort finden Sie  viele weitere nützliche Informationen, die den Arbeitsalltag erleichtern.

Themen: Trends und Wissenswertes

Esther Gensrich

Autor: Esther Gensrich

Esther Gensrich ist seit 2003 für die MVV Energie Gruppe tätig. Dort verantwortet sie aktuell im Business Development das strategische Marketing für Geschäftskunden. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von zukunftsorientierten und digitalen Marketingkonzepten. T +49 621 290-1625 E-Mail e.gensrich@mvv.de

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