Neu: Förderung für Energiemanagement-Systeme

13.06.19 09:00 von Stephan Heinz

Förderung Energymanagement-Systeme Der Staat beteiligt sich an Ihren Investitionen zur Steigerung der eigenen Energieeffizienz: Das ermöglicht die Anfang 2019 neu gestaltete Energieeffizienz-Förderung für Unternehmen. Dabei fördert das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) auch Messtechnik und Energiemanagement-Systeme durch Investitionszuschüsse von bis zu 40 Prozent. Die ersten Erfahrungen mit dem flexibleren und vereinfachten Förderprogramm sind positiv. Lesen Sie mehr über die neuen Möglichkeiten – und was Unternehmen über die Förderung in Modul 3 wissen sollten.

Wer kann die Förderung in Anspruch nehmen?

Das BMWi-Förderprogramm „Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ ist auf kleinere und mittlere Unternehmen ausgerichtet. Attraktive Förderungen in Form von Investitionszuschüssen erhalten Firmen mit ISO 50001, EMAS oder einem alternativen System nach SpaEfV.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Zum 1. Januar 2019 hat das BMWi alle vorhandenen Fördermaßnahmen und Programme zusammengefasst. Mit dem neuen, integrierten Programm will es komplexere, bereichsübergreifende Maßnahmen noch wirksamer unterstützen. Auch Einzelmaßnahmen fördert das BMWi weiterhin, zusammengefasst in vier Fördermodulen:

Modul 1: Querschnittstechnologien

Modul 2: Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien

Modul 3: MSR, Sensorik und Energiemanagement-Software

Modul 4: Energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen 

Welche Förderung umfasst das Modul 3?

Die Bundesregierung sieht bei kleineren und mittleren Unternehmen weiterhin große Potenziale bei der Energieeffizienz. Deshalb unterstützt sie Firmen, die ein Umwelt- oder Energiemanagementsystem erwerben, installieren oder in Betrieb nehmen. Dazu gehören:

  • Softwarelösungen zur Unterstützung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems (Energiemanagement-Software)
  • Technologie, die zur Erfassung von Energieströmen dient oder als Teil eines Energie- oder Umweltmanagementsystems fungiert.
  • Steuer- und Regelungstechnik für Systeme und Prozesse. Voraussetzung: Diese wird vornehmlich für die Verringerung des Energieverbrauchs eingesetzt. 

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Was zählt zu den förderfähigen Investitionskosten?

Dazu gibt es sehr konkrete Vorgaben, die verschiedene Bereiche umfassen. Förderfähig sind grundsätzlich:

  • Lizenzen zur Nutzung einer Energiemanagement-Software oder Softwarelösung
  • Sensoren, die in ein Energie- oder Umweltmanagementsystem bzw. ein alternatives System integriert werden
  • Analog-Digital-Wandler
  • Aktoren, die Energieströme effizient steuern bzw. regeln
  • Datenlogger und Gateways, die Sensordaten zur Softwarelösung übertragen und die zur quantifizierbaren Verringerung des Energieverbrauchs führen sollen
  • Personaleinweisungen und -schulungen durch Dritte im Umgang mit der geförderten Softwarelösung
  • Bei Energiemanagement-Software als Cloud-Dienst: die vollständigen externen Kosten zur Nutzung

Die Energiemanagement-Softwarelösung Ihres Unternehmens ist in ein Prozess- bzw. Gebäudeleitsystem integriert? Dann sind die Mehrkosten gegenüber einem vergleichbaren Leitsystem ohne Energiemanagement-Funktionen förderfähig.

Fazit

Das Förderangebot von bis zu 40 Prozent der Investitionskosten ist für kleine und mittlere Unternehmen sehr attraktiv. Wichtig ist es jedoch, jenseits der Fördermittel die richtige Dimensionierung der Messsysteme im Blick zu behalten. Die Schritte dahin: Die Förderfähigkeit prüfen, Fördermittel beantragen und den Antrag bewerten, planen und auslegen. Hier bietet es sich an, Expertenrat einzuholen – damit der Fördervorteil nicht durch fehldimensionierte Systeme „aufgefressen“ wird.

In unserer kostenfreien Webinaraufzeichnung erläutern wir Ihnen unter anderem, warum Sie ein Energiemanagement-System und kein einfacheres System verwenden sollten.

Webinar Aufzeichnung Energiemanagementsystem

Themen: Energieeffizienz und Energiemanagement

Stephan Heinz

Autor: Stephan Heinz

Stephan Heinz ist seit 1998 als Energiemanager beim BFE Institut für Energie und Umwelt (ein Unternehmen der MVV Energie Gruppe) tätig. Seine Aufgabenschwerpunkte liegen in der Erstellung von Potenzialanalysen im kaufmännischen und technischen Bereich und in der Effizienzberatung. Seit 2015 ist er außerdem Energieauditor nach § 8b des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G). Studiert hat er Verfahrenstechnik an der Fachhochschule für Technik (FHT) in Mannheim. T 06222 955 153 E-Mail s.heinz@bfe-institut.com

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