Sparen Sie Energiekosten durch cleveres Portfoliomanagement

08.11.18 12:14 von David Wagenblass

Portfoliomanagement im EnergieeinkaufStrom und Erdgas effizient und vor allem kostengünstig beschaffen, hat für Einkäufer von energieintensiven Unternehmen oder auch Stadtwerken eine besondere Bedeutung. Neben Festpreis- und Tranchenmodellen steht dafür auch eine weitere Möglichkeit der Energiebeschaffung zur Verfügung – das Portfoliomanagement. Lesen Sie mehr darüber, wann sich das rechnet und welche Vor- und Nachteile es bietet.

Das Portfoliomanagement ist die komplexeste Form der Bewirtschaftung mittels Eindecken und nicht selten Veräußern von Großhandelsprodukten am Terminmarkt. Zugleich bietet es eine besonders hohe Flexibilität. Zugeschnitten ist diese Beschaffungslösung auf große Abnehmer - also auf Industriebetriebe mit einem hohen Energiebedarf nicht selten gepaart mit Anlagen zur Eigenerzeugung, deren Ausfall bzw. Revision abgesichert werden sollte. Je nach Struktur des Lastgangs sind das ca. 100–200 Gigawattstunden (GWh) und mehr pro Jahr.

Was kennzeichnet das Portfoliomanagement?

Der Einkauf orientiert sich an der mit den Kunden abgestimmten Beschaffungsstrategie, die neben Risikoleitlinien bspw. Hedgekorridore vorgibt. Die Kunden treffen letztlich die Entscheidung, wie Strom und Gas eingekauft werden sollen, für den Handel und die Beschaffung selbst sind jedoch eine Börsenzulassung und eine Händlerlizenz erforderlich. Die Abwicklung übernimmt daher in der Regel ein beauftragter Energiehändler.

Was versteht man unter Portfolio?

Wesentliches Merkmal des Portfoliomanagements ist, dass dabei der (Summen-)Lastgang des Kunden soweit wie möglich zerlegt wird. So entstehen börsennotierte standardisierte Handelsprodukte, die sich einzeln handeln lassen – das Portfolio. Die Unternehmen können die Bestandteile dieses Portfolios dann individuell managen bzw. nach definierten Risikoleitplanken managen lassen. Das Vorgehen ist vergleichbar mit einem Aktienportfolio oder einem Investmentfonds. Auf diese Weise bleiben die Unternehmen flexibel und können von schwankenden Marktpreisen profitieren. 

Für wen lohnt sich Portfoliomanagement?

Portfoliomanagement macht für Unternehmen dann Sinn, wenn die reine Energie im Produktionsprozess einen erheblichen Stellenwert einnimmt, in der Regel ab 50-100 GW/h. Hier stellt der Einkauf zu nicht marktadäquaten Konditionen ein großes Risiko für den Absatz dar.

Entscheidend ist es, einen geeigneten Produkt-Mix zusammenzustellen, um die Beschaffungskosten trotz Marktpreis-, Volumen- und Strukturrisiko zu senken. Das Portfoliomanagement erfordert zudem personelle Ressourcen zum Aufbau des benötigten Know-hows und zur Abwicklung der Prozesse im Unternehmen.

Welche Vorteile bringt das Portfoliomanagement?

  • Sehr transparente Kosten: Die Bestandteile des Energiepreises werden zerlegt.
  • Gut planbar und flexibel: je nach Langfristigkeit der Produkte
  • Optimierter Ablauf: Der Energieeinkauf im Unternehmen wird professionalisiert.

Wie sehen die Nachteile aus?

  • Hoher eigener Personalaufwand für das Preiscontrolling
  • Umfassendes Know-how und veränderte Organisationsstruktur
  • Bei Übernahme von Risiken. und zusätzliche Kosten/Investitionen müssen diese durch Einsparungen ausgeglichen werden.

Fazit

Unternehmen sollten sorgfältig prüfen, ob sich die flexibelste Variante der strukturierten Beschaffung – das Portfoliomanagement – für sie rechnet. Angesichts der Volumina und der erforderlichen Umstellung lohnt es sich in der Regel, einen erfahrenen Energiemanager einzubinden. Dieser sollte alle Beschaffungsmodelle kennen und über umfassende praktische Erfahrung mit der Betreuung von Portfolios verfügen.

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Effizienzberatung

Themen: Energieeinkauf

David Wagenblass

Autor: David Wagenblass

David Wagenblass ist seit vielen Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Der Energieexperte berät u.a. Verbände in Energiefragen und hält regelmäßig Vorträge zur Kostenreduzierung im Energieeinkauf sowie durch Energieeffizienzlösungen. Darüber hinaus ist er der erste Ansprechpartner in Energiefragen für rund 10.000 Verbandsmitglieder in Deutschland. T +49 621 290-1695 E-Mail david.wagenblass@mvv.de

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