So gestalten Unternehmen eine nachhaltige Lieferkette

30.01.20 14:57 von Benjamin Focke

nachhaltige LieferketteBereits bei der Entwicklung eines Produktes gilt es, auch bei Zulieferern sowie bei der späteren Entsorgung bzw. dem Recycling auf die Nachhaltigkeit im Unternehmen zu achten. Unternehmen ohne eine glaubwürdige und überzeugende Nachhaltigkeitsstrategie gefährden ihre Marktposition, ihre Reputation und Umsätze. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Lieferkette nachhaltiger gestalten können.

Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Lieferkette?

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement (Sustainable Supply Chain Management) umfasst die Planung und Steuerung der Geld-, Informations- und Warenflüsse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Hiermit sind alle Prozesse beginnend vom Rohstofflieferanten bis hin zum Kunden gemeint.

Unternehmen gewährleisten einen transparenten Überblick über die jeweiligen Umwelteffekte und deren Einfluss auf ihre Produkte – mit konkreten Zielen entlang der Wertschöpfungskette, die anhand ausgewählter Leistungsindikatoren gemessen werden. Diese stellen die Fortschritte unter anderem in den Bereichen Compliance, Innovation, Lieferantenmanagement, Mitarbeiter, Produktverantwortung, Ressourceneffizienz und Sicherheit sicher.

Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen?

Unternehmen, die ihre Lieferketten nachhaltig gestalten, profitieren nicht nur von einem positiven Image sondern sind auch in der Lage, am Markt höhere Preise durchzusetzen. Denn gerade der Nachweis einer nachhaltigen Lieferkette ist für viele Kunden ein kaufentscheidendes Argument.

Außerdem können der Materialbedarf und Herstellungskosten gesenkt und Innovationen vorangetrieben werden. Schließlich können Unternehmen die Attraktivität als Arbeitgeber und ihren Umsatz durch verantwortungsbewusstes Lieferkettenmanagement steigern.

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Wie lässt sich Nachhaltigkeit in der Lieferkette umsetzen?

Wie ist es möglich, Einfluss auf die Lieferanten auszuüben? Es gilt, die richtigen Schwerpunkte in den jeweiligen Wertschöpfungsstufen zu setzen. Nachfolgend sehen Sie eine Übersicht über die vier wichtigsten Handlungsfelder und ihre möglichen Maßnahmen.

 

Prüfung von Geschäftsprozessen im Unternehmen um eine interne Grundlage für ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement zu schaffen

  • Abfragen des Wissenstands zum Thema nachhaltiges Lieferkettenmanagement in verschiedenen Abteilungen Ihres Unternehmens
  • Durchführen einer Bestandsaufnahme
  • Verantwortlichkeiten für das Thema auf Führungsebene festlegen
  • Bildung eines Teams für das nachhaltige Lieferkettenmanagement
  • Schulung der Fachabteilungen und Einkäufer zum Thema
  • Entwicklung eines passenden Leitbilds
  • Kriterien der Nachhaltigkeit in Prozesse der Produktentwicklung integrieren
  • Nachhaltigkeitsziele an Anreiz- und Vergütungssysteme ankoppeln

 

Lieferanten sensibilisieren und weiterentwickeln

  • Informationsveranstaltungen für Lieferanten durchführen
  • Maßnahmenpläne entwickeln und ihre Umsetzung unterstützen
  • Technische Unterstützung bei der Optimierung von Prozessen
  • Schulungen von Lieferanten anbieten

 

Verbindliche Anforderungen für Lieferanten festlegen und ihre Leistung prüfen

  • Verhaltenskodex für Lieferanten formulieren
  • Kriterien in den Beschaffungsprozess integrieren
  • Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Lieferverträge aufnehmen
  • Selbstauskunft von Lieferanten einholen
  • Nachhaltigkeits-Audits bei Lieferanten durchführen

 

Die Interessengruppen über Ihre Maßnahmen informieren

  • Kennzahlen entwickeln um den Erfolg messen zu können
  • Interne Kommunikationsmaßnahmen umsetzen
  • Berichte zu Auswirkungen und Risiken entlang der Lieferkette veröffentlichen
  • Umsetzungsmaßnahmen transparent machen
  • Lieferantenbewertungen bekannt machen
  • Rückverfolgungssystem für Produkte (z.B. QR-Codes) etablieren

 

Sie möchten mehr wissen?

Nachhaltigkeit in der Lieferkette – Ein praktischer Leitfaden zur kontinuierlichen Verbesserung

Fazit

Viele Stufen des Wertschöpfungsprozesses eines Produktes finden außerhalb der eigenen Unternehmensgrenzen statt. Mit einem professionellen Sustainable Supply Chain Management stellt ein Unternehmen auf der einen Seite sicher, dass von seinen Lieferanten Nachhaltigkeitsstandards eingehalten werden. Auf der anderen Seite ist es zentraler Bestandteil eines zukunftsorientierten Unternehmens und ein elementarer Wettbewerbsvorteil. So können Materialbedarf und Herstellungskosten gesenkt, der Wert der eigenen Unternehmensmarke gesteigert, Innovationen vorangetrieben und nachhaltige Produkte entwickelt werden.

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Themen: Trends und Wissenswertes

Benjamin Focke

Autor: Benjamin Focke

Benjamin Focke ist seit Juni 2018 als Vertriebsleiter Businesskunden bei der MVV Enamic GmbH tätig. Dort ist er für nachhaltige und effiziente Energieversorgungslösungen bei (überwiegend) Industrieunternehmen zuständig. Davor arbeitete er 6 Jahre bei einer Bosch-Tochter im Bereich Entwicklung und Vertrieb von Energie- und Ressourceneffizienzlösungen in der Produktion. T +49 621 290 3823 E-Mail benjamin.focke@mvv.de

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