Batteriespeicher: Einsparmotor für Unternehmen?

07.03.19 09:00 von Esther Gensrich

BatteriespeicherBatteriespeicher sind in den letzten Jahren nicht nur leistungsstärker sondern auch erheblich preisgünstiger geworden. Doch lassen sich damit im Gewerbe- und Industriesektor die Stromkosten senken oder andere Vorteile erreichen? Lesen Sie unseren Faktencheck und erfahren Sie, für welche Betriebe sich Batteriespeicher lohnen können – und für welche nicht.

Faktencheck: „Peak Shaving“ mit Batteriespeichern

Firmen können mit Batteriespeichern die entgeltrelevante Maximalleistung beeinflussen: Dazu decken sie ihren Bedarf in verbrauchsintensiven Zeiten teilweise mit Strom aus dem Speicher („Peak Shaving“). Das entlastet die Netze und wirkt sich positiv auf den Leistungspreis aus.

  • Diese Einsparung kann jedoch teuer erkauft sein: Je nach Speicher kostet die kWpeakinstallierte Batterieleistung abhängig von der Speichergröße rund 600 bis 1.000 Euro.
  • Die Leistungspreise betragen nur ein Bruchteil davon. Ein reines Spitzenlastmanagement mit Batteriespeichern ist daher aktuell meist unwirtschaftlich.

Faktencheck: Batteriespeicher für Privilegierung bei „intensiver Netznutzung“

Sobald der Stromverbrauch an einer Abnahmestelle 10 GWh und 7.000 Vollbenutzungsstunden im Jahr übersteigt, können Unternehmen ein individuelles Netzentgelt beantragen – und damit Einsparungen von bis zu 80 Prozent realisieren. In Kombination mit anderen Maßnahmen können Batteriespeicher dazu beitragen, diesen Privilegierungstatbestand für „intensive Netznutzung“ zu erreichen (§19 Abs 2. StromNEV).

  • Das kann sehr interessant sein, da die Netzentgelte rund 20 Prozent der Stromkosten eines Unternehmens ausmachen.
  • Der Wermutstropfen: Diese attraktiven Einsparungen können nur sehr große Unternehmen ausschöpfen. Meist sind dies produzierende Betriebe mit einem Drei-Schicht-Betrieb.

Faktencheck: Eigenverbrauch erhöhen mit Solarstromspeicher

Maschinen, Klimaanlagen, Computer: Unternehmen haben tagsüber einen relativ konstanten Strombedarf. Wird dazu eine PV-Anlage eingesetzt, lohnt es sich, möglichst viel des eigenerzeugten Stroms selbst zu verbrauchen. Ein Batteriestromspeicher kann diesen Eigenverbrauch optimieren – etwa indem er den am Wochenende erzeugten Strom speichert.

  • Rein wirtschaftlich betrachtet ist das für die meisten Unternehmen ebenfalls noch zu teuer – angesichts der oben genannten Preise für Batteriespeicher.
  • Doch es gibt noch eine weitere Betrachtungsweise: Speicher können die Unabhängigkeit vom Fremdbezug steigern. So sind Firmen weniger den schwankenden Energiepreisen und den steigenden Abgaben und Umlagen ausgesetzt.

Faktencheck: Batteriespeicher können Spannungsschwankungen ausgleichen

Dabei geht es um eine andere Art der Kostenreduzierung: die Vermeidung von Schäden am Maschinenpark und von Produktionsunterbrechungen.  

  • Batteriespeicher können zur Optimierung der Spannungsqualität eingesetzt werden. Das trägt letztlich zur stabilen Funktion und Lebensdauer des Maschinenparks bei.
  • Zudem können sie – je nach Ausgestaltung – zur Notstromversorgung genutzt werden.

Webinar Aufzeichnung Stromspeicher für Unternehmen

Fazit

Batteriespeicher sind für die meisten Unternehmen aktuell noch nicht wirtschaftlich: Die Anschaffungspreise übersteigen in der Regel die möglichen Einsparungen. Eine Ausnahme bilden Großunternehmen, die mit den Speichern den Privilegierungstatbestand für „intensive Netznutzung“ erreichen können. Jenseits der reinen Einsparungen können Batteriespeicher jedoch auch für kleinere Firmen Vorteile bringen - etwa in Kombination mit einer PV-Anlage, zur Vermeidung von Spannungsschwankungen oder für die Notstromversorgung.

Lesen Sie mehr zum Thema: Im Beitrag „Stromspeicher in Unternehmen: So profitieren Pioniere“ erfahren Sie, welche Vorteile Stromspeicher für Unternehmen haben. Oder lesen Sie in „Stromspeicher Arten: Erneuerbare Energien noch effizienter nutzen“, welche anderen Stromspeicherarten es noch gibt.

Themen: Eigenerzeugung und Speicher

Esther Gensrich

Autor: Esther Gensrich

Esther Gensrich ist seit 2003 für die MVV Energie Gruppe tätig. Dort verantwortet sie aktuell im Business Development das strategische Marketing für Geschäftskunden. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von zukunftsorientierten und digitalen Marketingkonzepten. T +49 621 290-1625 E-Mail e.gensrich@mvv.de

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