Kostenvorteil ohne Kompromiss: Strategischer Energieeinkauf

03.09.20 14:29 von Andreas Böckmann

Strategischer Energieeinkauf

Längst ist der Energieeinkauf zu einem Festpreis für einen bestimmten Lieferzeitraum nicht mehr die einzige Möglichkeit der Energiebeschaffung. Versorgungsunternehmen bieten heute sehr unterschiedliche und flexible Modelle zur Energiebeschaffung an, die Unternehmen unbedingt miteinander vergleichen sollten. Welche Strategie spart Kosten ein und lässt Unternehmen von günstigen Beschaffungspreisen profitieren?

Energieeinkauf: Strategisch oder zum Stichtag?

Beim Einkauf wird grundsätzlich zwischen zwei Modellen unterschieden:

Das klassische Modell bietet Planungssicherheit. Es vereinbart mit dem Versorger für eine bestimmte Laufzeit einen festen Preis, berechnet und festgelegt am Stichtag des Vertragsabschlusses: der Stichtags-Energieeinkauf.

Dieses Modell kennen wir vor allem als private Verbraucher. Es erscheint deshalb gewohnt. Aber ist es auch die beste Wahl? Vorteile liegen sicher in einer vermeintlichen Planungssicherheit bei der Kalkulation der Energiekosten. Zudem vereinfacht es die Energiebeschaffung und lohnt sich daher bei kleinen bis mittleren Abnahmemengen, durch die Gewinne eines Unternehmens wenig beeinflusst werden.

Dennoch bestehen Nachteile zur Variante eines strategischen, strukturierten Modells bei der Energiebeschaffung. Allen voran: Intransparenz. Die Kalkulation des Preises ist nur unvollständig nachvollziehbar. Zudem wird dieses Modell nicht an aktuelle Marktentwicklungen angepasst. Der Preis ist festgeschrieben, woraus am Ende Mehrkosten entstehen können. Ein weiterer Nachteil ist das sich wiederholende Risiko einer Verlustkalkulation, wenn die Laufzeit abgelaufen ist und die Energiebeschaffung neu verhandelt werden muss. Letztlich ist das Stichtags-Modell nicht mehr für alle Unternehmen zeitgemäß. Zur Kostenoptimierung empfiehlt sich daher ein strategischer Energieeinkauf.

Prinzip des strategischen Energieeinkaufs

Ein strategischer Energieeinkauf verfolgt das Ziel der permanenten Kostenoptimierung. Um von Großhandelspreisen zu profitieren ist hier ein Zwischenhändler nötig. Der Mittler übernimmt die Handelsaktivitäten im Großeinkauf. Dabei auftretende Risiken werden durch eine transparente Vergütung kompensiert. Beim Einkauf stellt ein Versorger dann ein Portfolio auf, das die Energieabdeckung garantiert, während gleichzeitig Preise durch unterschiedliche Handelsprodukte an der Börse optimiert werden.

 

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Die Vorteile dieser Variante des Energieeinkaufs liegen klar auf der Hand: Über den Großhandel werden Einkaufsrisiken gestreut. Für alle Stand- oder Verbrauchsorte besteht hohe Kostentransparenz. Und bei unvorhergesehenen Marktentwicklungen kann sofort reagiert und angepasst werden, denn durch den Einkauf einzelner, kleinerer Strommengen hat man die nötige Flexibilität, die einem Festpreismodell fehlt.

Strategischer Energieeinkauf: Flexibel und langfristig planbar

Es stimmt zwar, dass sich die strategische Energiebeschaffung angeblich erst ab einer gewissen Abnahmemenge lohnen soll. Aber bei unvorhergesehenen Entwicklungen, wie der aktuellen Ungewissheit am Markt durch Covid-19, ist sie die einzige Variante, die eine flexible Reaktion überhaupt ermöglicht. Unternehmen profitieren dann von den erweiterten Potentialen, denn sie können alle Vorteile der strukturierten Strategie nutzen:

  1. Sie reagieren flexibel auf das Marktgeschehen.
  2. Sie nutzen niedrige Preise.
  3. Sie vermeiden den kompletten Einkauf bei hohen Preisen.
  4. Sie können Energiekosten langfristig planen.
  5. Sie profitieren immer mindestens vom Durchschnittspreis der Energiemärkte.
  6. Sie können sich auf Ihr Tagesgeschäft konzentrieren – den Energieeinkauf übernimmt Ihr Energieversorger (z.B. MVV).
  7. Sie tauschen Know-how mit dem Versorgungspartner aus.

 

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Die Idee des Energiefonds

Die ideale Energiebeschaffung ist maßgeschneidert und verbindet Planungssicherheit mit Flexibilität. Genau dies bietet ein Energiefonds. Im Mittelpunkt stehen dabei die speziellen Anforderungen eines Unternehmens, damit trotz niedrigerer Energiekosten keine Kompromisse eingegangen werden müssen.

Mit einer marktorientierten Beschaffungsstrategie wird sichergestellt, dass zum richtigen Zeitpunkt eingekauft wird – auch bei schwankenden Preisen. Dafür sorgen Experten, die den Fonds leiten.

Ein Energiefonds bietet Preisvorteile und gleicht Marktschwankungen aus, um einen kostenoptimierten Energieeinkauf zu sichern. Gleichzeitig können Verbraucher Ihre Einkaufsentscheidungen selbst mitbestimmen.

Denn mit dem Energiefonds wird die gesamte Energiemenge in monatlichen Teilmengen beschafft. Statt zu einem festen Preis und Zeitpunkt einzukaufen, erfolgt der Einkauf zu einem Durchschnittspreis aus multiplen Einkäufen.

Informieren Sie sich hier über die Energiefonds-Lösungen der MVV.

Fazit

Die gewohnte Form der Energiebeschaffung ist der Stichtags-Energieeinkauf. Dieser garantiert zwar einen Preis über eine festgelegte Vertragslaufzeit, bietet aber keine Flexibilität, um auf Marktentwicklungen oder Konjunkturschwankungen zu reagieren. Ab einer bestimmten Abnahmemenge verlieren Unternehmen daher viel Einsparpotenzial bei der Energieversorgung.

Eine strategische Form der Energiebeschaffung ist der strukturierte Energieeinkauf. Hier wird flexibel auf den Markt reagiert und Sparpotenziale werden ausgeschöpft. Zudem werden Kosten langfristig planbar, während kontinuierlich von einem Durchschnittspreis profitiert wird.

Energiefonds sind die Produkte eines strategischen Energieeinkaufs. Ihr Management erfolgt durch versierte Profis. Für Unternehmen werden Ressourcen frei, die im Tagesgeschäft besser eingesetzt werden können.

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Themen: Energieeinkauf

Andreas Böckmann

Autor: Andreas Böckmann

Andreas Böckmann ist seit vielen Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Bevor der Betriebswirt bei MVV als Regionalleiter anfing, war er unter anderem Gebietsverkaufsleiter beim BFE Institut für Energie und Umwelt und als Key Account Manager bei energy2market sowie bei Köthen Energie im Geschäftskundenvertrieb beschäftigt.

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