Ist das Bio? Ökologische Nachhaltigkeit in Unternehmen

21.11.19 17:09 von Benjamin Focke

ökologische NachhaltigkeitMitarbeiter fordern ihn, Kunden entlohnen ihn: Klimaschutz sowie einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen. So wird es in Unternehmen immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit, nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit zu handeln. Dabei geht es sowohl um den kontinuierlichen Schutz von Umwelt und Ressourcen, als auch um die Erfüllung sozialer und wirtschaftlicher Ziele. Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte wirken demnach gemeinsam. Wir konzentrieren uns in diesem Artikel auf einen dieser drei Aspekte und fragen: Was genau ist ökologische Nachhaltigkeit?

Ökologische Nachhaltigkeit ist Ressourcenschutz

Ökologisch nachhaltiges Handeln beschreibt den rücksichtsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen und recyclebaren Produkten.

Werden die Bemühungen für ökologische Nachhaltigkeit vernachlässigt, besteht das Risiko, dass natürliche Ressourcen unwiderruflich zerstört oder unbrauchbar gemacht werden. Rohstoffverknappungen können dann die Folge sein. Dies kann wiederum zu teils stark schwankenden Preisen auf immer turbulenter werdenden Rohstoffmärkten und zu steigenden Importabhängigkeiten führen.

Der Schutz von Ressourcen sollte daher ein hohes Ziel sein. Denn er wirkt sich positiv auf den Zustand von Ökosystemen, ihre Vitalität, Widerstandsfähigkeit und deren Überleben aus.

Was sind die Ziele für mehr ökologische Nachhaltigkeit?

Um Ressourcen zu schützen und Ökosysteme zu erhalten, gibt es folgende Ansätze: 

Effizienz der Energie- und Rohstoffnutzung steigern

Die Steigerung der Ressourceneffizienz ist nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit, sondern auch hinsichtlich der Kosten und des Wettbewerbs eine Zukunftsaufgabe.

Ökologische und wirtschaftliche Vorteile sind oftmals miteinander verknüpft. Fahrzeuge, Gebäude oder Produktionsprozesse mit geringerem Energieverbrauch sparen Geld und schonen gleichzeitig Ressourcen. 

Nicht nachwachsende Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen

Was nicht nachwächst, kann auch nicht nachhaltig genutzt werden. Erdgas, Erdöl, Kohle und andere fossile Rohstoffe werden kontinuierlich abgebaut, obwohl sie endlich sind bzw. nicht nachwachsen. Was bedeutet dies für ökologisch nachhaltige Unternehmen? 

Kunststoffe auf Erdölbasis können durch pflanzliche Rohstoffe ersetzt werden. Im Energiewirtschaft bedeutet dies die bevorzugte Nutzung von Sonne, Wind, Geothermie oder Biomasse.

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Welche Maßnahmen für ökologische Nachhaltigkeit gibt es?

Mit nachhaltigen, umweltfreundlichen Anpassungen im unternehmerischen Alltag übernehmen Unternehmen Verantwortung und zeigen ökologisches Engagement. 

Ökologische Maßnahmen lassen sich in einen unternehmensinternen und -externen Bereich gliedern. 

  • Unternehmensinterne ökologische Maßnahmen

Abwasser- und Abfallmanagement. Hierzu zählen eine konsequente Mülltrennung, die Wiederverwertung von Abwässern und das Recycling von Abfallstoffen. Auch sollte versucht werden Müll im Voraus zu vermeiden, in dem man wiederverwendbare Produkte verwendet.

Einsatz von Chemikalien. Überprüfen Sie systematisch, ob Sie weniger und ökologisch nachhaltigere Chemikalien nutzen können sowie auf umweltschädliche Produkte ganz verzichten können. Dies beginnt bei Reinigungsprodukten und geht bis hin zu giftigen Verbrauchsgütern für Drucker, die auch eine sorgfältige Entsorgung benötigen.

Energieverbrauch. Stellen Sie auf LED-Beleuchtung und energiesparende multifunktionale IT-Geräte um. Auch der Einsatz von Bewegungsmeldern hilft hier Energie zu sparen. Nutzen Sie den Standby-Modus oder schalten Sie die Geräte im Idealfall sogar ganz aus, wenn diese nicht benötigt werden.

Materialnutzung. Hier können recycelte Materialien eingesetzt werden und die Materialeffizienz gesteigert werden, wie z.B. doppelseitigen Druck als Standarddrucker-Einstellung und umweltfreundliche Büroausstattung. Ersetzen Sie Papiertücher auch durch waschbare Handtücher.

Wasserverbrauch. Reduzieren Sie den Wasserverbrauch z.B. durch Umstellung des Wasserdrucks auf optimale Verhältnisse.

  • Unternehmensexterne ökologische Maßnahmen

Biodiversität. Unterstützen Sie eine naturnahe Gestaltung von Freiflächen sowie die Information und Sensibilisierung von Anwohnern und Touristen.

Emissionen. Hierzu zählt u.a. die Verringerung von Schallemissionen, indem Sie Schalldämpfer bei Ihrem BHKW verwenden. CO2- und Transportemissionen lassen sich beispielsweise durch die Zusammenfassung mehrerer kleineren Bestellungen, die einen Versand erfordern, reduzieren. 

Landnutzung. Vermeiden Sie übergroße Betonflächen am Unternehmensstandort und begrünen Sie Ihr Firmengelände. 

Nachhaltiger Einkauf. Bewerten Sie Lieferanten und Produkte hinsichtlich ökologischer Kriterien. Kaufen Sie regionale und ökologische Produkte sowie Dienstleistungen ein. Denken Sie dabei an Ihr Büromaterial und an Lebensmittel für die Kantine. Fairtrade-Kaffee, Recyclingpapier und Obst bzw. Gemüse mit kurzen Transportwegen sind nur einige Beispiele dafür.

Ökologische Auswirkungen bei der Produktnutzung. Hierzu zählen Angebote zur Reparatur von Produkten und das ökologische Produktdesign selbst, wie z.B. verbesserte Reparatur- und Recyclingfähigkeit oder eine verlängerte Produktlebensdauer.

Umweltengagement. Engagieren Sie sich mit eigenen Umweltprojekten und kooperieren Sie mit Umweltinitiativen.

Welche Vorteile hat ökologische Nachhaltigkeit für Unternehmen?

Unternehmen müssen sich entscheiden, welchen Weg oder welche Strategie sie im Umweltschutz gehen wollen. Ein innovationsorientierter Umweltschutz kann Ihnen Chancen eröffnen um Wettbewerbsvorteile zu generieren. Auch verlangen viele Unternehmen von ihren Zulieferern häufig ein nachhaltiges CSR-Management.

  • Die Attraktivität für Bewerber und Arbeitnehmer steigt, Fachkräfte sind leichter zu halten.
  • Kooperationen mit Auftraggebern und anderen Interessengruppen werden gestärkt.
  • Kosten sparen durch geringeren Energieverbrauch.
  • Erhöhung der Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit.
  • Positives Image und  bessere Kundenbindung. 

Fazit

Ökologische Nachhaltigkeit in Unternehmen wird mehr und mehr zu einer selbstverständlichen Leitidee. Unternehmen zeigen Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern sowie anderen Interessengruppen und wissen, dass viele Kunden bereit sind, für ein nachhaltig produziertes Produkt mehr Geld auszugeben. Durch die Zusammenarbeit mit nachhaltig agierenden Unternehmen, die Nutzung von Ökostrom oder die Herstellung von Produkten unter umweltbewussten Bedingungen, wird ökologische Nachhaltigkeit in Unternehmen gelebt.

Ökologische Nachhaltigkeit ist nur eine Säule des breiten Themas Nachhaltigkeit. Lesen Sie hier auch etwas über die ökonomische Nachhaltigkeit in Unternehmen und wie Sie auch dort etwas für die Umwelt tun können.

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Themen: Trends und Wissenswertes

Benjamin Focke

Autor: Benjamin Focke

Benjamin Focke ist seit Juni 2018 als Vertriebsleiter Businesskunden bei der MVV Enamic GmbH tätig. Dort ist er für nachhaltige und effiziente Energieversorgungslösungen bei (überwiegend) Industrieunternehmen zuständig. Davor arbeitete er 6 Jahre bei einer Bosch-Tochter im Bereich Entwicklung und Vertrieb von Energie- und Ressourceneffizienzlösungen in der Produktion. T +49 621 290 3823 E-Mail benjamin.focke@mvv.de

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