Moderne Arbeitszeitmodelle: So garantieren Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens

21.12.17 12:09 von Esther Gensrich

ArbeitszeitZum Arbeitsplatz pendeln, seiner Familie gerecht werden, gleichzeitig Karriere machen, produktiv sein und bei allen Anforderungen den Spaß an seinem Beruf nicht verlieren. Das klingt für viele Arbeitnehmer eher nach einem Traum als nach Realität. Doch viele Unternehmen sind bereits dabei, diesen Traum wahr zu machen – mit modernen Arbeitszeitmodellen. Sie geben Arbeitnehmern die Chance, die Aspekte der modernen Lebenswelt miteinander zu vereinbaren.

Der klassische „9 to 5“-Job ist ein Auslaufmodell. Dazu tragen nicht zuletzt die Digitalisierung und der demographische Wandel bei. Oft ist eine individuelle Lösung in Form kombinierter Arbeitszeitmodelle die beste Option für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Doch welche Modelle lassen sich überhaupt kombinieren und welche Vor- und Nachteile bringen sie mit sich?

Teilzeit

Das Arbeiten in Teilzeit bedeutet grundsätzlich eine verkürzte Arbeitszeit. Diese kann auf alle Tage des Monats aufgeteilt werden oder auch an einigen Tagen des Monats in Vollzeit abgeleistet werden. Das Modell eignet sich vor allem für Betriebe mit Auftragsschwankungen, die mit Teilzeitstellen aufgefangen werden. Dem steht ein höherer Verwaltungsaufwand gegenüber. Gleichzeitig steigert sich jedoch die Arbeitgeber-Attraktivität, da Arbeitnehmer von den flexiblen Arbeitszeiten durch die bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf profitieren.

Gleitzeit

Die Gleitzeit ist meist um eine feste Kernarbeitszeit gelegt. Sie ermöglicht es Beschäftigten, Beginn und Ende ihrer Arbeitszeit in einem definierten Zeitrahmen flexibel zu wählen. Dieses Modell kann einen höheren Abstimmungsaufwand im Betrieb bedeuten, besticht aber vor allem auf Arbeitnehmerseite durch Flexibilität und eine größere Selbstbestimmung der Arbeitszeit.

Funktionszeit

Als Funktionszeit wird eine Variation der Gleitzeit bezeichnet, bei der keine Kernarbeitszeit existiert. Das Modell baut auf der Funktionsfähigkeit des Arbeitsplatzes auf. Es ist vor allem dann ein guter Ansatz, wenn sich die Arbeitnehmer gegenseitig in ihren Aufgabenbereichen vertreten können. Daher wird dieses Arbeitszeitmodell oft im Sozialwesen, der Verwaltung und dem Dienstleistungsbereich genutzt. Flexibilität ist auch hier ein großer Pluspunkt, kann jedoch nur durch funktionierende Teamarbeit erreicht werden.

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Home Office

Gerade die Digitalisierung macht es möglich: das Arbeiten von zuhause. Besonders für Beschäftigte, die viel unterwegs oder in ihrer Familie sehr eingespannt sind, eignet sich das Arbeitszeitmodell, weil es zeitliche und räumliche Selbstbestimmung erlaubt. Das Unternehmen sollte jedoch mit einem größeren Koordinations- und Organisationsaufwand rechnen, sobald der Angestellte nicht ständig vor Ort ist.

Arbeitszeitkonten

Das Arbeitszeitkonto ist mit einem Sparbuch vergleichbar. Der einzige Unterschied: statt Geld sammelt der Arbeitnehmer Stunden, wenn er länger arbeitet als die vertraglich festgelegte Zeit. Diese Stunden können dem Konto später wieder entnommen werden, beispielweise für zusätzliche Urlaubstage und Überstundenzahlungen. Auf Langzeit- oder Lebensarbeitszeitkonten kann darüber hinaus Zeit für Kinderpausen oder Sabbaticals gesammelt werden. Ermöglicht das Unternehmen das Führen solcher Konten, muss es jedoch frühzeitig Rücklagen bilden, um das mögliche Fehlen ausgleichen zu können.

Baukastensystem

Bei dem Baukastensystem hat das Unternehmen kein eigenes Arbeitszeitkonzept, sondern es ermöglicht die Kombination verschiedener Arbeitszeitmodelle. Die Arbeitszeit wird dabei in täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Modulen organisiert. Dadurch werden Arbeits- und Betriebszeit entkoppelt. Besonders Betriebe in saisonal bedingten Bereichen wie dem Baugewerbe profitieren von diesem Modell. Plus- und Minusstunden des Mitarbeiters sollten sich im Zeitverlauf ausgleichen.

Jahresarbeitszeit

Wie das Baukastensystem wird auch die Jahresarbeitszeit besonders in Unternehmen mit starken saisonalen Schwankungen verwendet. Dem Beschäftigten wird meist eine jährliche Arbeitszeit vorgegeben, die auf einer durchschnittlichen Tages-Arbeitszeit beruht. Abgeleistet wird diese Zeit jedoch variabel, je nach Arbeitsanfall. Das Gehalt wird dagegen kontinuierlich gezahlt, so dass das Modell für beide Seiten interessant sein kann.

Sabbatical

Das auch als Sabbatjahr bezeichnete Sabbatical beschreibt ein arbeitsfreies Jahr, für das der Arbeitnehmer „vorarbeitet“. Das garantiert den Lohn auch über die freie Zeit hinweg und ermöglicht eine Auszeit für den klassischen „Blick über den Tellerrand“ oder für Eltern eine Kinderpause zusätzlich zur Elternzeit. Das Unternehmen muss jedoch einen befristeten Ersatz organisieren und dem Arbeitnehmer nach dem Jahr den Wiedereinstieg ermöglichen.

Job-Sharing

Zwei Arbeitnehmer, eine Arbeitsstelle – das ist das Prinzip des Job-Sharing. Es bietet vor allem für den Arbeitnehmer hohe Flexibilität und garantiert dem Unternehmen gleichzeitig eine geringere Ausfallquote. Für ein funktionierendes Job-Sharing sind allerdings gute Absprachen zwischen den Beschäftigten gefragt.

Vertrauensarbeitszeit

Der Name sagt es bereits – das Arbeitsmodell der Vertrauensarbeitszeit basiert auf dem gegenseitigen Vertrauen von Unternehmen und Arbeitnehmer. Dieser wählt seine Arbeitszeit weitgehend autonom und erhält als Vorgabe nur bestimmte Zielvereinbarungen. Geeignet ist das Modell für Arbeitnehmer, die ihre Arbeit eigenständig erledigen können, wie Kreative, Außendienstmitarbeiter oder Beschäftigte in Entwicklungsabteilungen. Die Gefahr des Modells liegt vor allem im Missbrauch des Vertrauens – sowohl von Arbeitnehmer- wie auch von Arbeitgeberseite.

Fazit

Die Entwicklungen der Moderne stellen Unternehmen vor immer neue Herausforderungen. Die verschiedenen Arbeitszeitmodelle bieten dabei eine gute Möglichkeit, sowohl den wachsenden Anforderungen von Arbeitnehmern als auch denen des Marktes zu begegnen. Dabei ist es immer eine individuelle Entscheidung, welches der Arbeitszeitmodelle für Ihr Unternehmen am besten geeignet ist.

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Themen: Trends und Wissenswertes

Esther Gensrich

Autor: Esther Gensrich

Esther Gensrich ist seit 2003 für die MVV Energie Gruppe tätig. Dort verantwortet sie aktuell im Business Development das strategische Marketing für Geschäftskunden. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von zukunftsorientierten und digitalen Marketingkonzepten. T +49 621 290-1625 E-Mail e.gensrich@mvv.de

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