Fördermittel für den Umstieg auf LED Beleuchtung: Das müssen Sie wissen

18.08.2016 10:51:00 von David Wagenblass

LED Fördermöglichkeiten

LEDs sind das Licht der Zukunft: Sie verbrauchen bei vergleichbarer Lichtleistung bis zu 90 Prozent weniger Energie als Leuchtstoffröhren. Das senkt die Betriebskosten für die Beleuchtung um bis zu 70 Prozent. Viele Unternehmen jedoch scheuen die Anschaffungskosten der Licht-emittierenden Dioden. Doch die LED Finanzierung muss nicht zum Stolperstein werden: Kleine und mittlere Unternehmen können auf Zuschüsse und Darlehen verschiedener Fördergeber zurückgreifen. Erfahren Sie hier, welche Förderprogramme und Ansprechpartner es gibt und worauf Sie achten müssen.

Welche Vorteile bietet LED meinem Unternehmen?

  • LED Leuchtmittel sind wartungsfrei und haben eine sehr lange Lebensdauer. Sie leuchten bis zu 50.000 Stunden, eine Halogenlampe erreicht im Schnitt etwa 2.000 Stunden, eine Leuchtstoffröhre etwa 18.000 Stunden. Die LED Technologie spart Ihrem Unternehmen dadurch langfristig Arbeit und Kosten.
  • LED Lampen sind immens stromsparend. Das liegt vor allem an der deutlich effizienter eingesetzten Energie. Eine weiße Glühlampe verwandelt lediglich fünf Prozent der verbrauchten Energie in Licht. Bei LED liegt dieser Wert heute schon bei rund 35 Prozent.
  • Brennen Ihre LEDs mehr als acht Stunden am Tag, amortisiert sich die Umrüstung bereits nach weniger als 3 Jahren.
  • LEDs erzeugen eine optimale Lichtqualität für jeden beliebigen Einsatzbereich. 

Quick Check LED Leuchtmittel Einsparpotenzial

Wer fördert den Umstieg auf LED Beleuchtung?

Licht Contracting ist ideal für Unternehmen, die ihre Beleuchtung zeitnah modernisieren möchten, ohne eigenes Kapital einsetzen zu müssen. Fördergelder für Investitionen in Beleuchtungsanlagen beantragen Sie am besten bei der bundeseigenen Förderbank KfW. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt zudem die Beratung zum Energieeinsparcontracting.

Fördergegenstand: Sanierung gewerblich genutzter Nichtwohngebäude mit dem Ziel der Energieeinsparung und Minderung des CO2-Ausstoßes. Hierzu zählen auch Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz wie der „Austausch der Beleuchtung“.

Antragsteller: Unternehmen und Freiberufler

Voraussetzungen: Die Investitionen müssen klare Energieeinspareffekte erzielen. Die Fördergelder für LED werden von der KfW ausschließlich dann bewilligt, wenn Ihr Unternehmen einen Energie-Sachverständigen in das Projekt einbindet und die Einsparung quantifizieren und belegen kann.

Förderart: Zinsgünstiges Darlehen

Förderhöhe: Die KfW finanziert bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, in der Regel bis zu 25 Mio. Euro pro Vorhaben.

Kumulierbarkeit: Eine Kombination mit anderen Fördermitteln ist grundsätzlich möglich, solange die Summe aus Krediten, Zuschüssen und Zulagen nicht die Summe der förderfähigen Kosten übersteigt.

Ansprechpartner: KfW, www.kfw.de, Infocenter: Telefon: 0800 5399002 (kostenfrei), Programminformationen: www.kfw.de/276

Fördergegenstand: Einzelmaßnahmen wie Austausch der Beleuchtung sowie Gesamtsanierung zum KfW-Effizienzhaus.

Antragsberechtigte: Unternehmen und gemeinnützige Organisationen

Voraussetzungen: Die Gebäude müssen bis zum 1.1.1995 gebaut worden sein

Förderart: Zinsgünstiges Darlehen.

Förderhöhe: Die KfW finanziert bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Darüber hinaus können Sie einen Tilgungszuschuss zwischen 17,5 und 5,0 Prozent beantragen.

Kumulierbarkeit: Eine Kombination mit anderen Fördermitteln ist grundsätzlich möglich, solange die Summe aus Krediten, Zuschüssen und Zulagen nicht die Summe der förderfähigen Kosten übersteigt.

Ansprechpartner: KfW, www.kfw.de, Infocenter: Telefon: 0800 5399002 (kostenfrei), Programminformationen: www.kfw.de/220

  • BAFA: Beratung zum Energieeinspar-Contracting

Fördergegenstand: Orientierungs-, Umsetzungs- und Ausschreibungsberatung durch einen von der BAFA zugelassenen Projektentwickler. Die Richtlinie ist gültig bis zum 31.12.2017.

Antragsberechtigte:

  • Kleine und mittlere Unternehmen, die die KMU-Kriterien erfüllen.
  • Unternehmen müssen eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben.
  • Die Energiekosten müssen mindestens 100.000 Euro (inkl. MwSt.) pro Jahr überschreiten, Sonderfälle sind auf Empfehlung des Projektentwicklers zugelassen.

Förderhöhe: Die BAFA fördert ausschließlich die Beratungsleistung des Projektentwicklers. Die Förderung erfolgt dabei immer in Form eines Zuschusses, der in den drei Beratungsformen (A, B und C) unterschiedlich hoch ist.

A. Orientierungsberatung
  • Erstanalyse der vorhandenen Anlagen und Entwicklung von Handlungsempfehlung für das Energiespar-Contracting oder das Energieliefer-Contracting.
  • Die BAFA gewährt maximal einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent des förderfähigen Nettoberaterhonorars, maximal bis zu 2.000 Euro.
B. Umsetzungsberatung
  • Ihr Unternehmen kann einen Zuschuss beantragen, wenn der Projektentwickler Sie bei der Ausschreibung und Vergabe des Energiespar-Contractings unterstützt.
  • KMUs erhalten einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent des Nettoberaterhonorars, max. jedoch 7.500 Euro.
C. Ausschreibungsberatung

Unterstützt der Projektentwickler Ihr Unternehmen bei der Ausschreibung anderer Contracting-Varianten (nicht Energiespar-Contracting), können Sie einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der förderfähigen Beratungsausgaben beantragen, max. 2.000 Euro.

Voraussetzungen:

  • Ihr Unternehmen ist Besitzer der Immobilie.
  • Ihre Energiekosten betragen wenigstens 100.000 Euro pro Jahr inklusive Mehrwertsteuer.
  • Der Projektentwickler muss von der BAFA als Berater zugelassen sein.
  • Der Projektentwickler darf seine Arbeit nicht vor dem Zuwendungsbescheid aufnehmen.

Kumulierbarkeit: Der Zuschuss zum Energieeinspar-Contracting kann nicht mit anderen Förderprogrammen für Contracting-Beratung kombiniert werden.

Ansprechpartner: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Telefon: 06196 9082553, Programminformation: www.bafa.de è Energie è Contracting-Beratung

Worauf müssen Sie beim Beantragen der LED Fördermittel achten?

  • Halten Sie beim Beantragen der Gelder immer die richtige Reihenfolge ein: Stellen Sie zuerst den Antrag für die gewünschte Unterstützung und setzen Sie die Maßnahmen nicht vor dem Erhalt der Zusage um. Sonst entfällt für den Fördergeber die Notwendigkeit, Ihnen die Investitionen mit seinen Zuschüssen und Krediten zu ermöglichen.
  • Fördermöglichkeiten können oft aus verschiedenen Töpfen beantragt und miteinander kombiniert werden.

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Fazit

Die Lichtqualität im Unternehmen verbessern, Energiekosten und CO2-Ausstoß senken: Wer das verbinden möchte, kommt an LED nicht vorbei. Die entscheidende Frage ist, ob und welche Fördertöpfe Sie dabei finanziell mit LED Fördermitteln unterstützen können.

Besonders interessante Optionen sind ein zinsgünstiger Kredit der KfW oder das von der BAFA geförderte Energieeinsparcontracting. Beide Möglichkeiten führen zum Ziel – welche sich besser rechnet, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Ein sorgfältiges Abwägen der Varianten zahlt sich auf jeden Fall aus. Oft lohnt es sich auch, einen spezialisierten Berater hinzuzuziehen.

Themen: LED, Beleuchtung

David Wagenblass

Autor: David Wagenblass

David Wagenblass ist seit vielen Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Der Energieexperte berät u.a. Verbände in Energiefragen und hält regelmäßig Vorträge zur Kostenreduzierung im Energieeinkauf sowie durch Energieeffizienzlösungen. Darüber hinaus ist er der erste Ansprechpartner in Energiefragen für rund 10.000 Verbandsmitglieder in Deutschland. T : +49 621 290-1695 E-Mail: [email protected]

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