Photovoltaik: Für wen lohnt sich Solarstrom?

22.03.18 11:24 von David Wagenblass

Photovoltaikanlagen SolarenergieGesunkene Einspeisevergütung, Pflicht zur Direktvermarktung für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung über 100 kWp – rechnet sich die Investition in Solarstrom heute noch für Unternehmen? Erfahren Sie hier das Wichtigste über Photovoltaik, staatliche Förderungen und die Wirtschaftlichkeit dieser Erneuerbaren Energie.

Photovoltaikanlage – Voraussetzungen und Vorteile

Eine Photovoltaikanlage wandelt das einfallende Sonnenlicht mit Hilfe von Solarzellen in Strom um. Die dafür benötigten Zellen können auf Freiflächen stehen oder auf Dächern jeder Art angebracht sein. Wichtig ist ein Standort mit viel Licht, möglichst ohne Schatten durch Bäume oder Nachbarhäuser. Ideal ist, wenn das Dach nach Süden ausgerichtet ist und eine Neigung von 30 Grad aufweist. Die Art der gewählten Module entscheidet über die Leistungsfähigkeit der Anlage.

Die Vorteile einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage):

  • Selbst produzierter Strom für den Eigenverbrauch macht Ihr Unternehmen unabhängig von steigenden Energiepreisen. Zudem zahlen Sie weniger Steuern und Abgaben auf Ihren Solarstrom.
  • Moderne Stromspeicher ermöglichen mittlerweile, dass Ihnen Ihre Solarenergie rund um die Uhr zur Verfügung steht: Auch dann, wenn die Sonne nicht scheint.
  • Ihr Unternehmen kann zwischen verschiedenen Optionen für die Installation wählen (je nach örtlichen Gegebenheiten).
  • Solarstrom ist umweltfreundlich und emissionsfrei.
  • Eine PV-Anlage verursacht keine Lärm-, Geruchs- oder Schadstoffbelästigung.
  • Sie benötigt wenig Wartungsaufwand.
  • PV-Anlagen haben in der Regel eine garantierte Lebensdauer von 25 Jahren.

 

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Förderung von Strom aus Photovoltaikanlagen

Der Staat fördert den Umstieg auf Erneuerbare Energien wie Solarstrom mit verschiedenen Programmen. Die Optionen bei Photovoltaikanlagen:

Einspeisevergütung

Durch eine Solaranlage erzeugter Strom kann selbst genutzt und/oder ins Netz eingespeist werden. Für jede eingespeiste Kilowattstunde bekommt der Anlagenbetreiber vom Netzbetreiber die so genannte Einspeisevergütung. Sie wird allerdings nur noch für Neuanlagen bis 100 kWp Nennleistung gewährt. Alle Betreiber von Photovoltaik-Dachanlagen über 100 kW müssen ihren Strom direkt vermarkten und erhalten die so genannte gleitende Marktprämie. Mittlerweile gib es attraktive Angebote, die die Direktvermarktung für den Anlagenbetreiber stark vereinfachen.

Die Förderung für neue große Photovoltaik-Freiflächenanlagen und neue große Photovoltaikanlagen auf Gebäuden oder sonstigen baulichen Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 750 Kilowatt (kW) wird über Ausschreibungen von der Bundesnetzagentur vergeben.

Die Höhe der Einspeisevergütung (aktuelle EEG-Fördersätze) veröffentlicht die Bundesnetzagentur.

Fördermittel der KfW-Bank

Die KfW-Bank bezuschusst die Planung, Projektierung und Installation von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen. Gefördert werden private und öffentliche Unternehmen – unabhängig von der Größe. Die Bank gewährt eine Zinsbindung bis zu 20 Jahren. Der Antrag auf KfW-Fördermittel muss vor der Investition bei der Hausbank eingereicht werden.

Höhere Wirtschaftlichkeit der Anlage durch Stromspeicher

Inzwischen wird jedes zweite neue Solardach mit einem Solarspeicher kombiniert – und das nicht ohne Grund. Der Speicher ermöglicht es, auch dann Strom zu nutzen, wenn die Anlage aufgrund zu geringer Sonneneinstrahlung wenig Strom liefert. Das heißt: Mit dem gespeicherten Strom können der Eigenverbrauchsanteil und damit die Wirtschaftlichkeit der Anlage deutlich verbessert werden.

Fördermittel speziell für Stromspeicher

Die KfW-Bank fördert stationäre Batteriespeichersysteme in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage. Unternehmen können einen zinsgünstigen Kredit der KfW und einen Tilgungszuschuss des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten. Voraussetzungen: Die Leistung der installierten Photovoltaikanlage, die mit dem Batteriespeichersystem verbunden wird, überschreitet die Leistung von 30 kWp nicht. Pro Photovoltaikanlage wird jeweils nur ein Batteriespeichersystem gefördert. Der Antrag muss vor Abschluss eines Kaufvertrags über ein Kreditinstitut erfolgen.

Informieren Sie sich auf unserem Blog auch über weitere Fördermöglichkeiten für mehr Energieeffizienz in Ihrem Unternehmen.

Eigenverbrauch für Industrie und Gewerbe interessant

Für Industrie- und Gewerbebetriebe rechnet sich heute eine PV-Anlage vor allem, um Strom für den Eigenverbrauch zu produzieren. Der Grund: Die Einspeisevergütung und damit eine über 20 Jahre garantierte Einnahme vom Staat ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Diese Einnahmequelle lohnt sich oft nur noch bei sehr großen Anlagen.

Ein zusätzlicher Anreiz für die Eigenstromerzeugung ist, dass Betriebe für den selbst erzeugten Strom keine Netzentgelte (wenn das Netz nicht genutzt wird), keine Stromsteuer und nur eine reduzierte EEG-Umlage bezahlen müssen. Damit ist Solarstrom häufig günstiger als der Einkauf von Strom aus dem Netz. Allerdings stellt sich dieser Effekt nicht sofort ein. Die Regel ist eine Amortisationszeit von zehn Jahren.

Photovoltaik Wirtschaftlichkeit

Fazit

Die Investition in eine Photovoltaik-Anlage rechnet sich für Betriebe immer dann, wenn Ihr Unternehmen möglichst viel des eigenproduzierten Stroms selbst verbraucht. Diese Quote – und damit die Wirtschaftlichkeit der Anlage - können Sie deutlich erhöhen, wenn Sie die Solaranlage mit einem Stromspeicher koppeln. So können Sie Ihren eigenen Strom auch dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Eine Solaranlage macht Ihr Unternehmen zudem unabhängig von steigenden Energiepreisen, Sie sparen die Stromsteuer, die Netzentgelte und profitieren von eine reduzierten EEG-Umlage auf den selbstverbrauchten Solarstrom. Bis sich die Anschaffung positiv in Ihrer Bilanz niederschlägt, müssen Sie allerdings etwas Zeit einplanen. Denn die Amortisationszeit für eine PV-Anlage beträgt in etwa 12 Jahre.

Interessieren Sie sich auch für einen nachhaltigeren Stromeinkauf? Dann lesen Sie meinen Beitrag „Ökostrom: Wege zu einem nachhaltigeren Stromeinkauf“.

Themen: Eigenerzeugung und Speicher

David Wagenblass

Autor: David Wagenblass

David Wagenblass ist seit vielen Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Der Energieexperte berät u.a. Verbände in Energiefragen und hält regelmäßig Vorträge zur Kostenreduzierung im Energieeinkauf sowie durch Energieeffizienzlösungen. Darüber hinaus ist er der erste Ansprechpartner in Energiefragen für rund 10.000 Verbandsmitglieder in Deutschland. T +49 621 290-1695 E-Mail david.wagenblass@mvv.de

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