Wie die Blockchain-Technologie autonomes Fahren ermöglicht

17.10.19 12:45 von Esther Gensrich

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Die Automobilbranche ist im Umbruch -  zum einen durch die Erwartungen von Kunden, etwa weil Autonutzer mehr und mehr digital und mithilfe ihrer Smartphones ihre Fahrzeuge öffnen und kontrollieren möchten. Und zum anderen, weil gerade in Großstädten der Trend weg vom Fahrzeugkauf hin zum Carsharing geht. Zum anderen verfolgen viele Automobilhersteller neue Strategien zur Elektromobilität und zum autonomen Fahren. Wie kann und wird sich das autonome Fahren entwickeln? Welche Technologie schafft die Infrastruktur für autonomes Fahren? Ist es Blockchain?

Was ist Blockchain?

Eine Blockchain ist eine dezentrale, auf vielen Computern verteilte Datenbank. Sie enthält Aufzeichnungen von Transaktionen, die für jeden Teilnehmer dieser Blockchain einsehbar und damit nutzbar sind.

Die Computer, die an einer Blockchain teilnehmen, bilden ein Blockchain-Netzwerk und sind über das Internet vernetzt.

In jeden neuen Datensatz („block“) wird der bisherigen Kette („chain“) von Datensätzen eine kryptografische Prüfsumme (“Hash”) geschrieben. Ein Hash ist also ein digitaler Fingerabdruck: eine für jeden Eintrag einzeln festgelegte Reihenfolge von Buchstaben und Zahlen. Dies macht eine Manipulation der Daten durch einzelne Teilnehmer im Prinzip unmöglich.

Was kann die Blockchain-Technologie im Bereich Mobilität erreichen?

Die Umsetzung dieser Veränderungen hängt von zukünftigen gesetzlichen Anforderungen, einer ausreichenden Infrastruktur und erreichbaren Effizienzsteigerungen der Antriebs- und Batterietechnologie ab. Dazu bedarf es neuer Lösungen in den Bereichen der Sensorik, Steuerung und Software. Aber auch die Frage nach digitalen Bezahlmöglichkeiten und schnellem Informationsaustausch muss beantwortet werden.

So werden für Betreiber von Netz- und Ladesäulen, für Energieerzeuger und Payment-Anbieter neue Lösungen für Transaktionen gesucht.

Blockchain kann hier helfen. Denn diese Technologie bietet zwei entscheidende Vorteile: Sie kann Transaktionen ohne Intermediär direkt zwischen zwei Geschäftspartnern abwickeln. Außerdem basiert sie auf einer dezentralen Datenbank, deren Sicherheit von den Teilnehmern (die sogenannten “Miner”) der Blockchain beeinflusst wird. 

Die Blockchain besteht aus mehreren digital gespeicherten Informationen:

  • über die Beteiligten einer Transaktion (Käufer und Verkäufer)
  • über die Transaktion selbst (Datum, Uhrzeit, und Betrag eines Kaufs)
  • über einen einzigartigen Code, wodurch sich jeder Block von allen anderen Blöcken unterscheidet.

Transaktions-Blöcke werden verschlüsselt an den Rechnern aller Teilnehmer der Transaktionen verwaltet. Jede Aktion muss von allen bestätigt werden. Dies ermöglicht eine umfassende Transparenz zwischen den einzelnen Transaktionspartnern.

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Welches Potenzial bietet die Blockchain-Technologie für autonomes Fahren?

In der Zukunft wird das autonom fahrende Elektrofahrzeug unfall- und störungsfrei eine E-Mobility-Ladestation ansteuern, direkt mit Solarstrom aufgeladen, und auch der Bezahlvorgang wird automatisch abgewickelt. Zusätzlich macht das autonome Fahrzeug selbsttätig Geschäfte mit Mautstellen, Waschstraßen und Werkstätten.

Die Blockchain-Technologie ermöglicht einen Datenaustausch zwischen Autos und Infrastruktur in Echtzeit. Dies umfasst Informationen, die einen schnellen Datenaustausch benötigen, wie Daten über Verkehrslagen, Verhalten anderer Fahrzeuge, mögliche Unfälle oder die Beschaffenheit der Fahrwege.

In dieser Maschine-zu-Maschine-Kommunikation werden Entscheidungen aufgrund von Daten getroffen. Diese Daten müssen daher zuverlässig sein. Die Blockchain-Technologie schafft diese Basis. Auch unterstützen die sogenannten Smart Contracts, also „intelligente Verträge“, diese neue Art der Kommunikation. Verträge zwischen Unternehmen können automatisiert abgewickelt und Betriebsprozesse verbessert werden.

Basierend auf dem “Wenn-Dann-Prinzip” führen die Smart Contracts Maßnahmen eines Vertrages aus, die an Bedingungen geknüpft sind, welche im Vertrag festgehalten wurden. Die einzelnen Vertragspartner kommunizieren digital über die Blockchain.

Welche Vorteile bietet dies?

  • Die Blockchain ist ein dezentrales Datenbanksystem.
  • Sie ist unabhängig von Organisationen, ein Intermediär ist nicht mehr notwendig.
  • Transaktionen werden über die Prüfung vielfacher Kopien durch ein verbundenes, leistungsstarkes Netzwerk abgesichert.
  • Fälschungssicherheit entsteht durch die untrennbare Aneinanderreihung der einzelnen Blockketten.

Ohne die Teilnehmer, die Unternehmen oder Privatpersonen, die leistungsstarke Rechner für die dezentrale Organisation bereitstellen, würde die Blockchain nicht funktionieren. So haben sie entscheidenden Einfluss auf die Sicherheit.

Werden in den kommenden Jahren Blockchain-Netzwerke etabliert, bieten Blockchains neue effiziente Möglichkeiten.

Beispiele für Blockchain in der Automobilindustrie

Ein Beispiel liefert Toyota. Dort dient Blockchain zur weiteren Entwicklung von autonomen Autos, um manipulationsfrei und in Echtzeit relevante Verkehrsdaten zu sammeln.

Auch BMW nutzt Blockchain. Dort wird sie eingesetzt, um eine ethisch korrekte Förderung von Kobalt für die Batterieherstellung zu verifizieren. BMW entwickelt auch die App „VerifyCar“, um Kilometerstände bei geleasten Fahrzeugen sicher zu erfassen.

Porsche hat eine Blockchain-App testweise in seine Fahrzeuge integriert. Das Unternehmen versucht so in Zusammenarbeit mit dem Start-Up XAIN die Fahrzeugkommunikation mit dem Smartphone abzusichern.

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen bietet mit „ZF Car eWallet“ Blockchain-basierten Service. Diese Transaktionsplattform stellt Services für mobilitätsbezogene Dienstleistungen bereit. So sollen technische Dienste, digitaler Handel und bargeldloses Bezahlen zwischen Kunden und Herstellern, Zulieferer sowie Dienstleister vereinfacht werden.

Fazit

Die Blockchain-Technologie ermöglicht einen Datenaustausch zwischen Autos und Infrastruktur in Echtzeit. Sind diese Daten zuverlässig und ist die Infrastruktur für einen schnellen Datenaustausch gegeben, bietet die Blockchain-Technologie ein großes Potenzial für autonomes Fahren.

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Themen: Trends und Wissenswertes

Esther Gensrich

Autor: Esther Gensrich

Esther Gensrich ist seit 2003 für die MVV Energie Gruppe tätig. Dort verantwortet sie aktuell im Business Development das strategische Marketing für Geschäftskunden. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von zukunftsorientierten und digitalen Marketingkonzepten. T +49 621 290-1625 E-Mail e.gensrich@mvv.de

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