CO2-Einsparung: Kosten und Mehrwert einer Photovoltaik Anlage

10.09.20 08:15 von Christoph Brodhagen

CO2-Einsparung: Kosten und Mehrwert einer Photovoltaik Anlage

Lohnt sich Photovoltaik für größere Immobilien und Unternehmen wirklich? Wie sieht es mit der CO2-Einsparung aus? Skeptiker argumentieren häufig gegen PV-Anlagen, indem sie von versteckten Giften und Treibhausgasemissionen, hohen Investitionskosten sowie der mittlerweile geringen Einspeisevergütung sprechen. Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten.

Auch wenn die Einspeisevergütung für den selbst erzeugten Strom nicht mehr so hoch wie vor wenigen Jahren ist – diese Art der klimafreundlichen Stromerzeugung lohnt sich dennoch. Insbesondere wenn der selbst erzeugte Strom auch selbst verbraucht wird, sind PV-Anlagen nach wie vor wirtschaftlich.

Außerdem machen Sie sich von den schwankenden Strompreisen unabhängiger, unterstützen die Energiewende nachhaltig und profitieren von einem Imagegewinn für Ihr Unternehmen.

 

Welche Kosten kann ich einsparen?

Abgesehen davon, dass die Preise für PV-Module in den letzten Jahren stark gesunken sind, kostet eigener Ökostrom zurzeit weniger als halb so viel wie der Ihres Energieversorgers:

Mit einer eigenen PV-Anlage können Sie Strom zu 0,07 bis 0,12 Euro je kWh erzeugen. Für Gewerbe und Industrie kostet der Strom ansonsten zwischen 0,16 und 0,25 Euro pro kWh.

Es gilt, je mehr Sie vom eigenen Strom für sich selbst bzw. Ihr Unternehmen nutzen, desto mehr lohnt sich eine PV-Anlage. Passende Stromspeicher erhöhen diesen Effekt.

Gerade Hotels oder Krankenhäuser, Rechenzentren oder Unternehmen mit Kühlhäusern erreichen hohe Eigenverbrauchswerte, da ihr Verbrauch relativ konstant ist und am Wochenende nicht signifikant sinkt. Aber auch andere Unternehmen mit hohem Stromverbrauch profitieren von der Eigenerzeugung aus der PV-Anlage.

 

Mehr lesen:

Photovoltaik – Für wen lohnt sich Solarstrom?

Photovoltaik-Contracting: Voller Gewinn bei null Investition

 

Wie umweltfreundlich ist Photovoltaik?

Verschiedene toxische Chemikalien, wie z.B. Blei, kommen beim Herstellungsprozess von Solarzellen zum Einsatz. Wie bei allen chemischen Prozessen muss darauf geachtet werden, dass diese Stoffe nicht in die Umwelt gelangen.

Je nach Material und Technologie bietet der Markt weitgehend ungiftige PV-Module an. Hier richten sich die Hersteller nach der EU-Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) und der RoHS-Richtlinie (Restriction of certain Hazardous Substances).

Seit Ende 2015 werden PV-Module im Elektro- und Elektronikgerätegesetz als Haushaltsgeräte klassifiziert. Dieses Gesetz regelt unter anderem die Rücknahmepflichten. Recycelt werden Aluminium und Glas, weitere Verfahren zur Stofftrennung befinden sich in der Entwicklung.

Es dauert zurzeit bei modernen Solaranlagen in unseren Breitengraden rund 2-3 Jahre, bis sich der Energieaufwand, der für die Herstellung verwendet wurde, amortisiert hat. Bei einer Betriebsdauer zwischen 20 und 30 Jahren wird demnach ein Vielfaches der Herstellungsenergie erzeugt.

Darüber hinaus setzen PV-Anlagen während des Betriebs kein CO2 frei. Photovoltaik schützt die Umwelt also erheblich vor CO2-Emissionen.

 

Wie berechne ich die CO2-Ersparnis der eigenen Anlage?

Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Einfamilienhauses liegt ungefähr bei 4.000-5.000 kWh. Für Unternehmen oder größere Immobilien gelten entsprechend höhere Werte beim Stromverbrauch. Der Mittelstand weist dabei durchschnittlich einen Jahresverbrauch von ca. 200.000 kWh auf. Daher ließen sich z.B. auf einer 2.000 Quadratmeter großen Dachfläche gute 200 kWp Panelleistung installieren. Ein Tagesschichtbetrieb würde 50 Prozent selbst verbrauchen und die restlichen Mengen einspeisen. Dies ermöglicht eine Amortisation in weniger als 8 Jahren.

 

Lesen Sie auch unser Kundenbeispiel der Holzmanufaktur Liebich GmbH. Geschäftsführer Dr. Koy hat seinen Betrieb mit Photovoltaik ausgestattet. Aktuell spart er jährlich 120 Tonnen CO2 ein. Mehr erfahren!

 

Allerdings gelingt es nicht, den Strom immer zur gleichen Zeit auch selbst zu verbrauchen. In diesem Zusammenhang entscheiden sich daher viele Unternehmen dafür, ihr Solardach mit einem Speicher zu kombinieren, etwa einem Batteriespeicher mit modernen Lithium-Ionen-Akkus. Damit lässt sich überschüssiger Solarstrom speichern, auf den nachts oder an bewölkten Tagen zurückgegriffen werden kann. Es lässt sich mit Speichern nicht nur der Eigenverbrauchsanteil steigern, sondern auch teure Lastspitzen ausgleichen. 

Mehr lesen: Photovoltaik rechnet sich wieder – Speicherlösungen auch?

 

Fazit

Sie als Stromkunde können Ihr eigener Energieversorger werden und damit den Umbau der Energieversorgung vorantreiben. Die schnelle energetische Amortisation und der CO2-freie Betrieb von PV-Anlagen tragen erheblich zum Klimaschutz und einer guten Umweltbilanz bei. Aber auch langfristig gesparte Kosten bzw. die Ökonomie von PV-Anlagen ist nicht zu unterschätzen.

Unser Webinar bietet Ihnen weitere wertvolle Informationen zu PV-Lösungen und ihrer Wirtschaftlichkeit: Photovoltaik nutzen – auch ohne Investitionskosten möglich. Energiemanager, technische Leiter und Geschäftsführer erfahren Wissenswertes über eine umweltfreundliche Energiepartnerschaft und können direkt mit unserem MVV Energieexperten in Kontakt treten.

Dekarbonisierung Photovoltaik

Themen: Eigenerzeugung und Speicher

Christoph Brodhagen

Autor: Christoph Brodhagen

Christoph Brodhagen hat Maschinenbau mit der Fachrichtung Energie- und Wärmetechnik studiert und ist seit 30 Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Als Vertriebsingenieur bei der MVV Enamic GmbH widmet er sich der Umsetzung von Contractinglösungen für Businesskunden. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Energieeffizienz, KWK und Wärmeversorgung. T +49 621 290-3893 E-Mail christoph.brodhagen@mvv.de

* Pflichtfelder

Newsletter abonnieren und Informiert bleiben

Wir informieren Sie über die Themen Energieeffizienz, Energiebeschaffung, clevere Energielösungen, aktuelle Trends und Technologien.

Los geht's